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Bulgarische Landwirte hoffen auf Unterstützung durch den Staat

Vorerst kämpfen sie jedoch allein gegen die Schäden, die die Natur verursacht

Freitag, 12 Juni 2026, 10:30

Bulgarische Landwirte hoffen auf Unterstützung durch den Staat

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Jede Lieferung von Rohmilch aus der Europäischen Union und aus Drittstaaten wird künftig einer strengen Kontrolle durch die Bulgarische Agentur für Lebensmittelsicherheit unterzogen. Mit einer Anordnung des Exekutivdirektors der Behörde wird an den Einfuhrstellen des Landes ein verstärktes Monitoring eingeführt. Vorgesehen sind Laboruntersuchungen der Rohmilch sowie Analysen jeder Lieferung von Milchpulver und Butter. 

Die Maßnahme ist eine Reaktion auf festgestellte Unregelmäßigkeiten bei nahezu einem Viertel der im Mai kontrollierten Importproben. Ziel ist es, die Qualität und Sicherheit der Rohstoffe zu gewährleisten, die in der bulgarischen Produktion verwendet werden. Gerade die importierten Rohstoffe, die in Milchprodukte mit dem Etikett „Hergestellt in Bulgarien“ eingehen, sorgen seit Langem für Unmut unter den bulgarischen Viehzüchtern. Sie kämpfen ums Überleben angesichts der Konkurrenz durch Importprodukte, die die Preise drücken und oft von geringerer Qualität sind. 

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Mit großen Erwartungen blickt der Landwirt Rumen Stojanow aus Kalofer auf die Maßnahmen, die das Team des neuen Landwirtschaftsministers Plamen Abrowski ergreifen wird. Seit 17 Jahren ist er in der Viehzucht tätig und hält Dutzende Kühe und Kälber im Balkangebirge. Er kennt die Bedingungen des Sektors genau und hat wiederholt an Beratungstreffen mit Experten des Landwirtschaftsministeriums teilgenommen. 

Seinen Worten zufolge sind die kleinen Milchproduzenten im Land in den vergangenen zehn Jahren nahezu verschwunden. Dadurch werde den Verbrauchern der Zugang zu echten bulgarischen Produkten erschwert. Hinter dem Etikett „Hergestellt in Bulgarien“ stünden häufig Produkte aus importierten Rohstoffen, deren Herkunft für die Endverbraucher nicht nachvollziehbar sei. Deshalb fordert Rumen Stojanow ein Eingreifen des Staates zum Schutz der bulgarischen Produzenten. 

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„Seit fast 17 Jahren bin ich aktiv in diesem Bereich tätig und wiederhole seit ebenso langer Zeit dasselbe: Das bulgarische Etikett ‚Hergestellt in Bulgarien‘ ist derzeit irreführend. Milchprodukte werden aus Rohstoffen hergestellt, bei denen nicht erkennbar ist, ob das Produkt tatsächlich bulgarisch ist. Wenn Sie in ein Geschäft gehen und bulgarischen Salzlakenkäse kaufen, erwerben Sie zwar genau diesen Käse, aber die darin verwendete Milch ist nicht immer bulgarischer Herkunft. 

Auch in Lukanka, Sudschuk und anderen in Bulgarien hergestellten Produkten werden Rohstoffe unbekannter Herkunft verwendet. Selbst beim Rosenöl gilt: Alles, was bulgarisch ist, wird derzeit nicht ausreichend geschützt. Vor Kurzem haben wir mit dem neuen Minister gesprochen, und zum ersten Mal hat jemand auf ein Problem aufmerksam gemacht, das ich seit Jahren allen Führungen des Landwirtschaftsministeriums vortrage. 

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Ich hoffe sehr, dass diese Frage künftig mit der Qualität bulgarischer Produkte verknüpft wird und sich die Dinge zu unseren Gunsten ändern. In einer freien Marktwirtschaft können wir den Import von Rohstoffen nicht verbieten – jeder sucht seinen Markt. Aber alles muss klar gekennzeichnet sein. Wenn die Milch aus Rumänien stammt, sollte dies angegeben werden. Dann kann der Verbraucher zwischen Käse aus bulgarischer Milch und Käse aus importierten Rohstoffen unterscheiden. Erst dann werden wir sehen, welchen Produkten die Verbraucher den Vorzug geben. 

Bleibt die derzeitige Situation bestehen, werden wir Produzenten weiter zurückgedrängt, bis schließlich auch diejenigen verschwinden, die noch versuchen, ihre Höfe und Betriebe aufrechtzuerhalten. Das ist nicht nur meine Ansicht, sondern die vieler Kollegen. Leider hat in all den Jahren niemand die notwendigen Schritte unternommen, um das Problem der importierten Ersatzprodukte zu lösen“, sagte Stojanow. 

Symbolbild

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Während sich für die Marktprobleme durch geeignete politische Maßnahmen Lösungen finden lassen könnten, stehen die bulgarischen Landwirte der Natur oft machtlos gegenüber. 

Vor wenigen Tagen wurden in der Gegend von Kalofer fast 30 Kühe von einem Blitzschlag getötet, während sie auf den Weiden des Balkangebirges grasten. Die Einheimischen können sich an keinen vergleichbaren Vorfall erinnern, bei dem so viele Tiere auf einmal ums Leben kamen. Für die Viehzüchter der Region ist dies ein schwerer Schlag. Sie berichten, dass sie nicht schlafen können, wenn sie die Klagen der überlebenden und verwaisten Tiere in den Bergen hören. 

Der materielle Schaden wird auf rund 30.000 Euro geschätzt. Der Blitz traf auch den einzigen Bullen der Herde, der sich ebenfalls auf der Weide befand. „Wir werden unserem jungen Kollegen helfen, sich wieder aufzurichten und neu anzufangen, denn wir wissen, mit wie viel Hingabe und Verantwortungsbewusstsein er seine Tiere hält“, sagte Rumen Stojanow. 

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„Der junge Mann hält etwa 100 Tiere, und ein Drittel davon ist nun tot. Das ist ein enormer Verlust für die Familie – es waren hochwertige, sorgfältig gezüchtete Tiere. Die gesamte Herde besteht aus Iskar-Graurindern, einer bulgarischen Rasse. Andere Rassen könnten hier kaum überleben. Die Natur hat uns diese Bedingungen gegeben, und genau diese Tiere sind an unser Balkangebirge angepasst. 

Doch das ist nicht die einzige Gefahr. Die Herden sind auch durch Bären und Wölfe bedroht. Deshalb gelten diese Tiere als risikoreich, und die Versicherungsgesellschaften weigern sich, sie zu versichern, da sie frei in der Natur gehalten werden. Dabei ist dies die tierfreundlichste Form der Haltung – auf freier Weide an möglichst vielen Tagen im Jahr. Aus diesem Grund ist eine Versicherung solcher Tiere praktisch unmöglich. Das ist absurd, doch nun muss der Besitzer die Schäden allein tragen. 

Deshalb appelliere ich über Ihr Medium an die Menschen und insbesondere an meine Kollegen, diesem Mann zu helfen, der seine Tiere auf so tragische Weise verloren hat“, erzählte Stojanow abschließend.  

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov