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Zwetana Tontschewa
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Sonja Jontschewa baut in Plowdiw Brücken zur Welt der Musik
Daniel Dimow: Allein die Tatsache, dass wir so viele Abende haben werden, an denen wir unser Land vorstellen können, ist bereits ein Novum
Montag 22 Juni 2026 08:45
Montag, 22 Juni 2026, 08:45
Sonja Jontschewa
FOTO Facebook/ Sonya Yoncheva
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Am 23. Juni werden auf der Bühne des Antiken Theaters in Plowdiw im Rahmen einer festlichen Gala und eines Konzerts die ersten Preisträger der internationalen „Thrakischen Preise für klassische Musik“ ausgezeichnet. Die neue Initiative der Opernprimadonna Sonja Jontschewa wird in Zusammenarbeit mit der Staatsoper Plowdiw organisiert. Der Weltstar kehrt dafür in seine Heimatstadt zurück, um an der ersten Ausgabe des Projekts teilzunehmen, das in diesem Jahr das renommierte Festival Opera Open eröffnet.
Mitten in den Vorbereitungen sprach der Journalist Iwajlo Spassow, eine Schlüsselfigur im Team von Sonja Jontschewas Produktionsfirma SY11 Events, exklusiv mit Radio Bulgarien.
„Sonjas Ziel ist es, eine Tradition zu begründen, damit die historische Region Thrakien, die wir mit dem Mythos von Orpheus verbinden, der so viele Kunstwerke inspiriert hat, zu neuem Leben erwacht. Sie sagt selbst, dass die ganze Welt mit Respekt über die Römer, die alten Griechen oder die Ägypter spricht, aber viel zu wenig über die Thraker und ihren Beitrag zu Kultur und Zivilisation bekannt ist. Als gebürtige Plowdiwerin, die in der ältesten dauerhaft bewohnten Stadt Europas aufgewachsen ist, konnte Sonja gar nicht anders, als von den thrakischen Wurzeln beeinflusst zu werden. Sie sagt über sich selbst: ‚Ich bin eine Thrakierin! Das hat meinen Charakter, die Farben meiner Stimme, meine Ausdrucksweise und meine Beziehung zur Kunst geprägt.‘ Mit den Thrakischen Preisen für klassische Musik, die künftig – so Gott will – jedes Jahr vergeben werden sollen, möchte sie eine Brücke zwischen Bulgarien und der Welt schlagen“, sagte Spassow.
Iwajlo Spassow
FOTO BTA
Nach Ansicht von Spassow ist Sonja Jontschewa überzeugt, dass die klassische Musik und insbesondere die Oper seit Jahrzehnten die stärkste kulturelle Visitenkarte Bulgariens darstellen.
Zu den ersten Preisträgern gehört die international renommierte Komponistin Dobrinka Tabakowa, die ebenfalls aus Plowdiw stammt. Den Preis für das Lebenswerk erhält die Opernlegende Anna Tomowa-Sintowа. Mit dem Debütpreis wird die junge georgische Sopranistin Ekaterine Buatschidse ausgezeichnet, Gewinnerin des renommierten Wettbewerbs Operalia, der 2025 erstmals in Bulgarien ausgetragen wurde.
Dobrinka Tabakowa
FOTO SY11 Events
Weitere Preisträger sind die Regisseurin Wera Nemirowa, die Solistin der Sofioter Oper Gabriela Georgiewa, die Primaballerina Marta Petkowa sowie der junge Pianist Emanuil Iwanow. Das Wagner-Festival Sofia wird als einzigartiges Phänomen in Osteuropa geehrt. Die Weltstars Pacho Flores und Jakub Józef Orliński werden als Instrumentalist beziehungsweise Sänger des Jahres ausgezeichnet. Die Bayerische Staatsoper erhält den Preis als Opernhaus des Jahres.
Jakub Józef Orliński
FOTO Facebook/ Jakub Józef Orliński
Die Auswahl der Kategorien und Preisträger erfolgte ausschließlich durch Sonja Jontschewa selbst. Neben ihrer inzwischen 20-jährigen internationalen Karriere als Sängerin ist sie auch Musikproduzentin, Verlegerin und Kulturunternehmerin. Für dieses Engagement wurde ihr die renommierte Europäische Kulturpreis 2026 des Europäischen Kulturforums zugesprochen. Die Auszeichnung, die in den vergangenen Jahren Persönlichkeiten wie Sophia Loren und Karl Lagerfeld erhielten, wird ihr am 4. September im Concertgebouw in Amsterdam verliehen.
„Sie verfügt über eine unbestreitbare Autorität und kennt die großen Bühnen der Welt wie kaum jemand sonst“, sagte Iwajlo Spassow. Zugleich gehe es bei den Preisen um weit mehr als um die Ehrung einzelner Künstler. Die Initiative habe eine gesellschaftliche Mission: Talent, Kreativität und Potenzial der Region Thrakien und Bulgariens sichtbar zu machen.
Ekaterine Buatschidse
FOTO Staatsoper Plowdiw
Ziel sei es außerdem, neue Partnerschaften zu schaffen. Erste Ergebnisse seien bereits sichtbar:
„Vor den Thrakischen Preisen für klassische Musik hatten Sonja Jontschewa und Dobrinka Tabakowa nie zusammengearbeitet. Als wir der Komponistin mitteilten, dass sie ausgezeichnet wird, freute sie sich sehr und sagte: ‚Ich arbeite gerade an einer neuen Orchestrierung meines Werkes Sternennacht nach Gedichten von Iwan Wasow. Ich habe es für Sopran und Orchester konzipiert – und als Solistin immer Sonja Jontschewa vor Augen gehabt.‘“
Jontschewa wird das Werk daher bei der Gala uraufführen. Die erste Zusammenarbeit zweier international erfolgreicher Bulgarinnen wird somit im Rahmen der Thrakischen Preise ihre Premiere erleben.
Auf die Frage, wie Sonja Jontschewa als Mensch sei und ob die Zusammenarbeit mit ihr leichtfalle, antwortete Spassow ohne Zögern:
Sonja Jontschewa
FOTO BTA
„Oh, Sonja ist in jeder Hinsicht ein wunderbarer Mensch – und das sage ich ohne jede Höflichkeitsfloskel. Sie ist eine große Träumerin und widmet ihre Zeit, ihr Herz und ihre Seele den Projekten, die sie in Bulgarien verwirklicht. Obwohl sie eine internationale Karriere verfolgt, hat sie ihre wichtigsten Projekte bewusst in Bulgarien angesiedelt. Viele Menschen können das kaum glauben, wenn sie ihren Status als Weltstar der Oper betrachten. Aber sie ist in jedes Detail involviert – ob bei den Thrakischen Preisen, der Gala in Sofia oder der Zeitschrift Bulgarischer Künstler. Sie kennt jede Einzelheit. Wir besprechen alles sehr ausführlich, weil sie nicht einfach eine Idee vorgibt und dann sagt: ‚Macht ihr mal weiter.‘ Für sie sind das Herzensprojekte.“
FOTO SY11 Events
Was genau die „Thrakischen Preise für klassische Musik“ ausmacht und wer die Trophäen gestaltet hat, bleibt vorerst geheim. Die Antwort darauf wird am 23. Juni um 21.00 Uhr auf der Bühne des Antiken Theaters in Plowdiw gegeben.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov