Bulgarische Kulturbotschafterin: Mimosa Hassani-Plana aus Kosovo geehrt

„In einer Welt, die oft Unterschiede betont, erinnert uns die Kultur an das, was uns verbindet“

Montag, 22 Juni 2026, 15:05

Bulgarische Kulturbotschafterin: Mimosa Hassani-Plana aus Kosovo geehrt

FOTO Konstandina Belo

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Wenn Kultur zu einer Brücke zwischen Ländern und Menschen wird, bleibt die Arbeit jener Persönlichkeiten, die diese Brücken bauen, selten unbeachtet. So erging es auch Dr. Mimosa Hassani-Plana, Literaturkritikerin und Dozentin an der Universität Prishtina, die in Sofia mit der Auszeichnung „Bulgarische Kulturbotschafterin 2025“ geehrt wurde. 

Die Auszeichnung erhielt sie für ihren bedeutenden Beitrag zur Stärkung der kulturellen und akademischen Beziehungen zwischen Kosovo und Bulgarien sowie für ihren Einsatz bei der Einrichtung des ersten Lektorats für bulgarische Sprache und Kultur an der Universität Prishtina. Für Dr. Hassani-Plana war die Ehrung eine angenehme und unerwartete Überraschung: 

Für mich war der Moment, als ich erfuhr, dass ich zu den bulgarischen Kulturbotschaftern gehören würde, eine der größten Überraschungen – die Nachricht machte mich sprachlos. 

Ich bin außerordentlich dankbar und glücklich, empfinde aber zugleich eine große Verantwortung, die akademische und kulturelle Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern weiter auszubauen“, sagte sie im Interview mit Radio Bulgarien. 

FOTO Konstandina Belo

Ihre Verbindung zu Bulgarien entstand vor mehr als einem Jahrzehnt. Zunächst durch die diplomatische Tätigkeit ihres Ehemannes in Sofia, später auch als Studentin an der Universität Hl. Kliment von Ochrid, wo sie promovierte und ihre Postdoktorandenqualifikation erwarb. Dort knüpfte sie enge akademische und persönliche Beziehungen, die bis heute bestehen. 

Das Schönste, woran ich mich aus Bulgarien erinnere, ist, dass ich wunderbaren Menschen begegnet bin – Menschen, die mich sehr inspiriert haben. Meine Dozentinnen und vor allem meine wissenschaftliche Betreuerin Russana Bejleri, die weiterhin meine Mentorin im akademischen Leben ist. Bei nahezu jedem Projekt, an dem ich arbeite, konsultiere ich sie und sie gibt mir wertvolle Orientierung. Deshalb ist meine Verbindung zu Bulgarien nie abgebrochen. Mit dieser Auszeichnung wird sie sich sogar weiter vertiefen. Ich erwarte viele interessante Projekte im kommenden akademischen Jahr sowie in diesem Sommer während des Internationalen Seminars für albanische Sprache, Literatur und Kultur, das in Prishtina stattfinden wird“, betonte sie. 

FOTO Konstandina Belo

Eines der greifbarsten Ergebnisse dieser langjährigen Zusammenarbeit ist die Eröffnung des ersten Lektorats für bulgarische Sprache und Kultur an der Universität Prishtina. Nach den Worten von Dr. Mimosa Hassani-Plana war der Prozess nicht einfach, da zahlreiche administrative Verfahren sowohl im Kosovo als auch in Bulgarien durchlaufen werden mussten. Dank des institutionellen Willens und der guten Zusammenarbeit konnte das Projekt jedoch verwirklicht werden. 

„Wir hatten das Glück, dass sich auf die vom bulgarischen Bildungsministerium ausgeschriebene Stelle Lehrkräfte für Bulgarisch bewarben, die zugleich ausgezeichnete Kenner der albanischen Sprache sind. Derzeit ist unser Lektor Dozent Dr. Raki Belo, der sowohl die bulgarische als auch die albanische Sprache erforscht. Die Studierenden haben ihn sehr gut aufgenommen. Interesse besteht nicht nur am Lehrstuhl für Balkanistik, wo Bulgarisch als zweite Balkansprache gelehrt wird, sondern auch am Sprachzentrum der Philologischen Fakultät der Universität Prishtina. Dort besuchen nicht nur Balkanistik-Studierende den Bulgarischunterricht, sondern auch Studierende der Albanischen Literatur und der Englischen Philologie“, erklärte Dr. Hassani-Plana. 

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Das Interesse an der bulgarischen Sprache an der Universität Prishtina wächst kontinuierlich. „Zwei Doktoranden der albanischen Literatur werden am Seminar für bulgarische Sprache in Weliko Tarnowo teilnehmen. Das zeigt, dass sich die Beziehungen zwischen unseren Institutionen sehr dynamisch entwickeln und vertiefen“, ergänzte Dr. Mimosa Hassani-Plana, Trägerin der Auszeichnung „Bulgarische Kulturbotschafterin 2025“, die vor wenigen Tagen bei einer offiziellen Zeremonie in Sofia im Rahmen der gleichnamigen Initiative des Bulgarischen Nationalen Rundfunks verliehen wurde. 

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Neben dem Lektorat entwickelt sich die Zusammenarbeit auch über die Programme Erasmus und CEEPUS. Gemeinsame akademische Besuche, universitätsübergreifende Projekte und neue Kooperationsvereinbarungen eröffnen Lehrenden und Studierenden beider Länder neue Möglichkeiten. 

„Wir streben nach Inklusion und Vielfalt – sowohl sprachlich als auch kulturell“, sagte sie und betonte, dass an diesen Programmen Studierende unterschiedlicher Gemeinschaften teilnehmen, was die Zusammenarbeit noch bedeutender mache.

Zu den besonders bewegenden Momenten zählt für sie die erstmalige Teilnahme von Vertretern aus Mandriza – dem einzigen albanischen Dorf Bulgariens – am Seminar für albanische Sprache, Literatur und Kultur. 

FOTO Konstandina Belo

Für sie ist Mandriza nicht nur ein Beispiel für bewahrte Identität, sondern auch ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Kultur Grenzen und Zeit überdauern kann. Gerade solche menschlichen und kulturellen Brücken sollten die Grundlage für die Beziehungen der Zukunft bilden. 

In einer Welt, die oft Unterschiede betont, erinnert uns die Kultur an das, was uns verbindet. Wir Albaner finden immer gemeinsame Berührungspunkte mit den Bulgaren und versuchen auf unsere Weise etwas von dem zurückzugeben, was Bulgarien im Laufe der Jahre für die albanische Sprache und Kultur getan hat“, sagte die bulgarische Kulturbotschafterin Dr. Mimosa Hassani-Plana. 

FOTO Konstandina Belo

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov