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Bulgarien bringt seinen Reichtum in die Scheunen

Bulgarisches Brot ist täglich auf Europas Tischen präsent, sagte Mariana Kukuschewa, Vorsitzende des Branchenverbands der Bäcker

Donnerstag, 2 Juli 2026, 15:10

Bulgarien bringt seinen Reichtum in die Scheunen

FOTO Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung

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Der Beginn der diesjährigen Erntekampagne in Bulgarien gibt sowohl den Erzeugern als auch den Verbrauchern Anlass zu Optimismus. In Zeiten globaler Unsicherheit bleibt Brot ein Symbol für nationale Sicherheit und Stabilität. Die ersten Prognosen für die diesjährige Getreideernte fallen mehr als vielversprechend aus. Nach Einschätzung von Experten weist der Weizen eine hohe Qualität auf, während auch die Ertragserwartungen positiv sind. Es wird mit einer Ernte von mehr als 6 Millionen Tonnen gerechnet, was die Versorgung des Landes sicherstellt, erklärte Mariana Kukuschewa, Vorsitzende des Nationalen Branchenverbands der Bäcker und Konditoren, in einem Interview für das Programm „Horizont“ des Bulgarischen Nationalen Rundfunks. 

Mariana Kukuschewa

FOTO Ani Petrowa

„Nach Angaben unserer Kollegen, die am Anfang des Weges zur Brotherstellung stehen – also der Getreideproduzenten –, wird eine Ernte von außergewöhnlich guter Qualität erwartet. Es wird sogar gesagt, dass sich die Wintergetreidebestände in den vergangenen 15 Jahren nie in einem so guten Zustand befunden haben. Wir hoffen, dass Gott mit allen und insbesondere mit ihnen ist, damit sie die Ernte Bulgariens einbringen können. Die Weizenernte und die übrigen Getreideernten sind ein realer Faktor mit großer Bedeutung für die nationale Sicherheit. Gerade in Zeiten wie diesen ist die Ernährungssicherheit des Staates von entscheidender Bedeutung, und Brot ist das einzige Lebensmittel, das vollständig aus bulgarischen Rohstoffen hergestellt wird. Mit einem Wort: Es ist Erntezeit! Mögen wir den Reichtum, den uns die Erde schenkt und der das Ergebnis der Arbeit unserer Getreidebauern ist, in die Scheunen des Landes bringen!“ 

Trotz wirtschaftlicher Veränderungen habe bulgarisches Brot seine hohen Qualitätsstandards bewahrt, sagte Kukuschewa. Ihrer Ansicht nach gehört das Produkt auf dem bulgarischen Markt zu den wettbewerbsfähigsten in der gesamten Europäischen Union. 

FOTO BGNES

„Ich behaupte weiterhin – so unglaublich es auch klingen mag –, dass bulgarisches Brot das günstigste Brot in der Europäischen Union ist, wenn man Preis und Qualität miteinander vergleicht. Ich spreche vom alltäglichen Brot. In Bulgarien gibt es inzwischen mehr als 78 Brotsorten mit unterschiedlichen Preisen. Üblicherweise sprechen wir mit den Medien über das Brot, das von nahezu zwei Dritteln der Bevölkerung konsumiert wird, und das sind Weißbrot, Typenbrot und Dobrudscha-Brot.“ 

Bulgarien habe sich nicht nur als Getreideexporteur erfolgreich positioniert, sondern auch als Hersteller von Fertigprodukten, die ihren Platz auf internationalen Märkten gefunden haben, betonte Kukuschewa. 

„Bulgarisches Brot ist qualitativ hochwertig. Dank der Handelsketten ist es täglich auf den europäischen Tischen präsent. Täglich wird Brot aus Bulgarien in die wohlhabenden Regionen Europas geliefert und dort verkauft. Möglich wurde dies durch moderne Technologien sowie hohe Qualität und gesundheitliche Unbedenklichkeit.“ 

FOTO Ani Petrowa

Die Brotherstellung ist ein Wirtschaftszweig mit erheblichem Anteil am Bruttoinlandsprodukt. In diesem Zusammenhang erklärte Mariana Kukuschewa: 

„Bulgarien ist Nettoexporteur von Getreide, und das ist ein wichtiger Bestandteil des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts des Landes. Die Getreideproduktion nimmt einen bedeutenden Anteil am Bruttoinlandsprodukt ein. Getreide sorgt für Sicherheit und Wohlstand, wenn es um die Ernährung der Bevölkerung geht, insbesondere in den kriegerischen Zeiten, in denen wir leben“, so Kukuschewa. 

Die Preisbildung steht jedoch unter erheblichem Druck durch externe Faktoren. Einerseits sind die Energiekosten für Unternehmen auf Rekordniveau, andererseits steigen die Arbeitskosten, die inzwischen fast 40 Prozent der Produktionskosten eines jeden Erzeugnisses ausmachen. 

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„Der Brotpreis in Bulgarien wird vollständig vom Markt bestimmt. Er hängt nicht nur von den Preisen der Rohstoffe ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren wie den Energiekosten. In Bulgarien gehören die Energiekosten für Unternehmen zu den höchsten in Europa. Hinzu kommen die Arbeitskosten. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass nahezu 40 Prozent des Preises eines jeden Back- oder Konditoreierzeugnisses auf menschliche Arbeitskraft entfallen. Außerdem spielen die Logistikkosten eine Rolle. Nach den jüngsten Daten von Eurostat ist der Dieselpreis in Bulgarien infolge des Krieges im Iran in den vergangenen drei Monaten um mehr als 35 Prozent gestiegen – der höchste Anstieg in Europa. Diese Kostensteigerungen wurden von meinen Kollegen in der Backbranche aufgefangen, die das Euro-Einführungsgesetz strikt einhalten und dies auch weiterhin tun werden“, sagte Kukuschewa. 

FOTO BGNES

Ist also mit steigenden Preisen für Brot und Backwaren zu rechnen? 

„Jeder Unternehmer in Bulgarien hat das Recht, die Produktionskosten und die Lieferpreise seiner Erzeugnisse selbst festzulegen. Wir sprechen dabei über Lieferpreise, die sich deutlich von den Verkaufspreisen unterscheiden, die die Verbraucher zahlen. Wichtig ist jedoch zu betonen, dass wir nicht unter Kartellbedingungen arbeiten und die Preise unterschiedlich sind. Brot bleibt für jeden bulgarischen Verbraucher garantiert erschwinglich. Es ist nach wie vor das einzige Lebensmittel, dessen Preis sich nicht wöchentlich verändert. Das sollte anerkannt werden. Dass wir Preissteigerungen absorbieren und auf eigene Kosten auffangen, führt zwangsläufig zu einer Schwächung des Kapitals der Unternehmen, hat aber auch zu einem weiteren Problem geführt – der Schattenwirtschaft. Deshalb appelliere ich an alle Kontrollbehörden und an die Regierung Bulgariens, hier kompromisslos vorzugehen. Die Schattenwirtschaft zerstört nicht nur das Vertrauen der Verbraucher, sondern entzieht dem Staatshaushalt, den Sozialprogrammen, dem Gesundheitswesen und dem Bildungswesen wichtige Mittel“, sagte Kukuschewa abschließend. 

Interview: Jassen Wakaschinski 

Redaktion: Elena Karkalanowa 

Übersetzung: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov