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Orthodoxes Ehepaar in der Schweiz – zwischen Finanzen, Pharmazie und Ewigkeit
Danail Todorow verbindet erfolgreich die Dynamik der Unternehmenswelt mit seiner geistlichen Berufung
Samstag 4 Juli 2026 15:10
Samstag, 4 Juli 2026, 15:10
Danail und Lara Todorowi
FOTO Alexandra Karamichalewa
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Danail Todorow vereint auf bemerkenswerte Weise den anspruchsvollen Alltag der Unternehmenswelt mit seinem geistlichen Dienst. Er ist ein hochqualifizierter Experte für Unternehmensstrategie und technologische Innovationen und bekleidet eine Schlüsselposition im Bereich Managementberatung beim Schweizer Bankkonzern UBS. Außerhalb des Büros ist Danail jedoch Hypodiakon und einer der engsten und engagiertesten Helfer von Vater Jordan Paschew bei dessen seelsorgerischem Dienst in Zürich.
Geboren in Silistra, legte Danail den Grundstein seiner Ausbildung an der Wirtschaftsuniversität Warna, wo er einen Masterabschluss in Unternehmensfinanzierung erwarb. Sein Streben nach Weiterentwicklung führte ihn ins Vereinigte Königreich, wo er das renommierte Masterstudium „Strategisches Projektmanagement“ am University College London (UCL) absolvierte.
In London sammelte er umfangreiche internationale Erfahrungen in den Bereichen Managementberatung, Business-Analyse und Bankentransformation. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet der Bulgare in der Schweiz – im kosmopolitischen Zürich, das an der Limmat und am Zürichsee liegt. Heute empfindet er die Stadt als seine Heimat, nicht zuletzt dank seiner Ehefrau Lara.
„Er ist ein überzeugter Christ, und dank ihm habe auch ich den Glauben angenommen. Das geschah vor unserer Hochzeit – vor etwa zweieinhalb Jahren“, erzählte die Schweizerin Lara Todorowa, die in einem lokalen Pharmaunternehmen arbeitet und durch ihren Ehemann das orthodoxe Christentum näher kennenlernte.
FOTO Alexandra Karamichalewa
Laras Taufe wurde persönlich von Seiner Hochwürdigen Eminenz, dem West- und Mitteleuropäischen Metropoliten Antonij, in der bulgarischen Kirche in Genf vollzogen. Auch für das Sakrament der Eheschließung entschied sich das junge Paar für die Bulgarische Orthodoxe Kirche – die Trauung fand in der italienischen Stadt Palermo statt und wurde von Erzpriester Prof. Dr. Iwan Iwanow (Kirchenadministrator der Bulgarischen Orthodoxen Kirche für Italien und Malta sowie Seelsorger der bulgarischen Diaspora in Rom und Süditalien) vollzogen.
Mit großer Freude erinnert sich Lara an diesen Tag:
„Die Zeremonie war wunderschön und sehr interessant, weil sie eine Verbindung mehrerer Kulturen darstellte – der schweizerischen, der italienischen und der bulgarischen. Natürlich mit ihren jeweiligen Bräuchen und Traditionen. Es waren viele Gäste anwesend, die nicht orthodox waren, doch auch sie wurden herzlich aufgenommen und fühlten sich als Teil des gemeinsamen Geistes.“
Heute steht Lara ihrem Mann stets zur Seite und unterstützt ihn uneingeschränkt bei dem, was für ihn von grundlegender Bedeutung ist – seinem Glauben, seinem kirchlichen Dienst und ihrem inzwischen gemeinsamen kirchlichen Leben.
FOTO Alexandra Karamichalewa
„Meine Frau ist ebenfalls orthodox, und sie unterstützt mich immer in diesem so wichtigen Bereich meines Lebens, in dieser kostbarsten Sache – meinem Glauben und meinem Weg in der Kirche. Wie Sie sehen, ist sie auch heute hier. Sie ist stets mein Rückhalt“, sagte Danail nach dem Sonntagsgottesdienst, an dem das Team des Podcasts „Brücke des Glaubens“ von Radio Bulgarien teilnahm.
Derzeit wird in Zürich dank der Bemühungen von Vater Jordan Paschew und seiner Helfer mindestens zweimal im Monat die Heilige Liturgie gefeiert.
FOTO Alexandra Karamichalewa
„Für die Gemeinschaft in Zürich ist es von großer Bedeutung, dass wir eine so aktive Kirchengemeinde haben, in der wir uns im Namen Gottes als orthodoxe Christen versammeln können. Das ist für unsere Bewahrung als orthodoxe Christen von außerordentlicher Wichtigkeit. Sich gemeinsam zum Gebet zu versammeln, Trost bei Gott zu finden und das Heil in Ihm zu suchen – das ist das Wesentliche. Die Tatsache, dass es in Zürich eine aktive Kirchengemeinde gibt, ist von unschätzbarem Wert“, sagte der junge Hypodiakon.
Er fügt hinzu, dass sich die bulgarische Gemeinschaft nicht nur zu den regelmäßigen Gottesdiensten trifft, sondern auch an wichtigen nationalen Feiertagen wie dem 3. März und dem Tag der Heiligen Brüder Kyrill und Method (24. Mai). Dadurch wird die Kirche fern der Heimat zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum.
In der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde in Zürich fühlt sich auch Lara Todorowa gut aufgenommen und als Teil dieser kirchlichen Familie:
„Alle sind sehr wohlwollend, verständnisvoll und offen gegenüber Neuankömmlingen. Man wird sofort in die Gemeinschaft aufgenommen. Deshalb kann ich sagen: Ja, alle Orthodoxen in Zürich sind eine große Familie, die von Tag zu Tag wächst.“
FOTO Alexandra Karamichalewa
So haben diese jungen Menschen – der Bulgare Danail und die Schweizerin Lara – im scheinbaren Gegensatz zwischen der dynamischen Welt der Finanzen und Pharmazie und der Stille des Gotteshauses die stärkste Grundlage für ihren gemeinsamen Lebensweg gefunden: ein gemeinsames Wertesystem und eine gemeinsame Weltanschauung, die aus dem Glauben erwachsen. Denn wenn zwei Menschen in dieselbe Richtung blicken – auf die Ewigkeit –, erhalten die Erfolge des Alltags ihren wahren Sinn, und das Leben gewinnt an Ganzheit und Erfüllung.
Im Herzen der Schweiz sind sie der Beweis dafür, dass die Orthodoxie nicht nur Tradition ist, sondern eine gemeinsame Lebenshaltung, die Fremde zu einer Gemeinschaft und zwei Menschen zu einer echten Familie vor Gott werden lässt.
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov