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Zar Simeonowo bei Widin - ein Zuhause für 34 Storchenfamilien
Die rund um die Uhr durch das Dorf rollende Lkw-Kolonne stört den Schlaf der Dorfbewohner
Samstag 4 Juli 2026 11:15
Samstag, 4 Juli 2026, 11:15
FOTO BNR
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Das Dorf mit dem majestätischen NamenZar Simeonowo liegt inmitten der fruchtbaren Ländereien des bulgarischen Nordwestens und ist sogar mit einem Strand an der Donau gesegnet. Es bietet den rund siebzig Einwohnern ein schönes Zuhause, die ihre Tage in Eintracht verbringen. Die höchste Anerkennung für den Reichtum dieser Gegend kommt jedoch von den Störchen, die sich entschieden haben, ihre Nester auf fast jedem Straßenpfosten zu platzieren.
Das Dorf Zar Simeonowo wird aber derzeit aber einer schweren Prüfung ausgesetzt – Tag und Nacht rollen wegen der Straßenbauarbeiten in Dimowo Lastwagen über die Hauptstraße. Der ungeheure Lärm der rücksichtslosen Fahrer ist ständig zu hören und lässt die Häuser wackeln. Die Menschen fühlen sich in ihrem Alltag und Schlaf gestört und halten es in dieser Hölle kaum noch aus.
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„Wir wohnen direkt an der Kurve. Nachts sind ständig ein Gehupe und die Flüche der Fahrer zu hören, die drängeln und sich nicht einigen können, wer Vorfahrt hat. Niemand hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h und wir haben Angst“, beschweren sich die Dorfbewohner in einer Umfrage von Radio Widin. Für die Fußgänger gebe es einen schmalen Pfad, der von abgefallenen Ästen versperrt wird. Oft müssen sie auf der Straße laufen. Seit der intensive Verkehr durch das Dorf rollt, habe sich kein einziges Polizeiauto blicken lassen.
„Hier findet jetzt ein ständiges Wettrennen statt. Wir können unser Garagentor nicht öffnen und mit dem Auto von zu Hause wegfahren oder nach Hause kommen, weil uns dann die Lkw-Fahrer ausbuhen und beschimpfen. Was sollen wir tun?“, fragen die Anwohner und hoffen, dass die Belästigungen, denen sie Tag und Nacht ausgesetzt sind, bald ein Ende finden und sie zu dem Leben zurückkehren können, das die Bürgermeisterin des Dorfes, Elena Losanowa, als sehr schön beschreibt.
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„Unser Leben ist sehr schön, sehr ruhig, sehr angenehm. Wenn man dem Dorf etwas mehr Aufmerksamkeit schenken würde, es Geld vom Staat gebe, um die Straßen und die Entwässerungsgräben instand zu setzen, wäre es ein wunderbarer Ort zum Leben. Dazu haben wir auch die schöne Donau“, schwärmt die Bürgermeisterin.
Der Fluss ist auch für die Dorfbewohner ein beliebtes Erholungsgebiet. Doch sie erinnern sich auch an seine Schattenseiten, als im April 2006 fast zehn Meter hohe Fluten die Straße überschwemmten und die Häuser unter Wasser setzten. Heute erinnert eine vor dem Rathaus angebrachte Gedenktafel an die zerstörerische Kraft der Natur. Auch hier mangelt es nicht an Erosionsprozessen und Erdrutschen sowie an der Notwendigkeit, Gebäude zu sanieren und Bürgersteige anzulegen, doch die Vorteile überwiegen zweifellos. Die Bezirksstadt Widin ist nur 22 km entfernt, wo man bei einem aufgetretenen oder langen aufgeschobenen Problem jederzeit um Unterstützung bitten kann. Die Fahrt dorthin an Werktagen erfolgt mit dem Bus oder mit dem eigenen Auto, in dem meist mehrere Dorfbewohner einsteigen, um einzukaufen und gemeinsam einen Spaziergang durch die Stadt zu machen.
Der Segen von Zar Simeonowo sind jedoch die Störche. 34 Storchenfamilien haben in diesem Jahr hier ihre Nester gebaut.
„Natürlich bringen sie Glück und Freude“, glaubt Elena Losanowa, die ihrem Leben in der Hauptstadt den Rücken gekehrt hat, um im Dorf ihres Mannes ein neues Zuhause zu finden. „Vor kurzem hat der Energieversorger einige Plattformen angebracht, um die Nester zu sichern. Nester sind fast an jedem Mast, sowohl in der Hauptstraße als auch in den Nebenstraßen. Auch bei unserem Haus gibt es junge Störche. Ich beobachte sie, wie sie durch die Gärten spazieren, wo es ruhiger ist, um nach Gras und Zweigen zu suchen, mit denen sie ihre Nester ausbauen können. Sie sind wirklich wunderschön.“
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Das gemütliche Leben in der Nähe der Natur, aber auch der Großstadt zieht nicht nur Bulgaren, sondern auch Ausländer an. Gerade Ausländer verwandeln das einstige schöne Hotel des Dorfes in ein gepflegtes Wohnhaus. Es gibt noch freie Häuser, die für etwa 40.000 Euro erworben werden können. Vor kurzem hat eine junge Familie eines davon gekauft und renoviert es derzeit, sagt die Bürgermeisterin.
Inspirierend ist auch ein Mann, der die Felder oberhalb des Dorfes bestellt. Er baute mit eigenen Mitteln eine kleine Kapelle. Auch wenn es keine richtige Kirche im Dorf gibt, pflegen die Einwohner von Zar Simeonowo die christlichen Feste. Für das Dorffest haben sie den Tag der Heiligen Peter und Paulus gewählt, dass nach dem Julianischen Kalender jedes Jahr am 11. und 12. Juli begangen wird. „Am Abend, wenn es kühler wird, versammeln sich die Menschen vor dem Rathaus“, erzählt Elena Lasarowa über die Veranstaltung. Es wird mit Livemusik oder einem DJ für Unterhaltung gesorgt.“
Das Dorf Zar Simeonowo ist ein schöner und gastfreundlicher Ort, an dem die Störche Sicherheit und Geborgenheit gefunden haben und dessen unerschütterliche Bewohner für bessere Lebensbedingungen kämpfen.
Text: Diana Zankowa (nach einer Reportage von Nedjalka Lilkowa, BNR-Widin)
Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa