Autor
Zwetana Tontschewa
Artikel
Meisterwerke bulgarischer Musikkultur
Jordanka Christowa und der Song „Die Delfine“, mit dem sie zum Star wurde
Freitag 10 Juli 2026 20:00
Freitag, 10 Juli 2026, 20:00
Jordanka Christowa
FOTO Archiv
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Jordanka Christowa, eine der herausragenden Interpretinnender bulgarischen Unterhaltungsmusik, startete 1963im Alter von 20 Jahren ihre Solokarriere mit dem Lied „Serenade“. Die Musik hatte Iwan Marinow komponiert nach einem Text von Nikolaj Nikolow und dem eindrucksvollen Arrangement von Miltcho Lewiew. Zu dieser Zeit unterrichtete Lewiew an der ersten Musikschule für Popsänger in Bulgarien, dem „Studio für Unterhaltungskünstler“. Jordanka Christowa gehörte zu den Schülern des ersten Jahrgangs, die 1964 ihre Diplome erhielten.
Die Zusammenarbeit setzten Jordanka und Miltcho mit den Aufnahmen von zwei weiteren Liedern fort nach Texten von Radoj Ralin. Es folgte der inzwischen legendäre Hit der jungen, stimmgewaltigen und attraktiven Sängerin, der ihr 1966 beim Wettbewerb „Lieder über die bulgarische Schwarzmeerküste“ den ersten Preis für ein bulgarisches Lied einbrachte. Der Song heißt „Die Delfine“. Die Musik stammt von Dimitar Waltchew und der Text von Dimitar Kerelesow. Im darauffolgenden Jahr 1967 wurde dieser Wettbewerb in „Goldener Orpheus“ umbenannt und wurde legendär.
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Die charismatische Jordnka Christowa sang „Die Delfine“ ausdrucksstark und bewegend, was für sie zum Markenzeichen wurde. Sie konnte alles aufbieten, was sie im Studio für Unterhaltungskünstler unter der Anleitung des Regisseurs Willi Zankow gelernt hatte. Jahre später erzählte die Sängerin in einem Interview für Jazz FM Radio, dass Willi Zankow sie in Regie und Schauspielkunst unterrichtet und ihr gesagt hatte, dass jedes Lied eine drei- bis vierminütige Etüde sei, in der man mit dem Text die Zuhörer mitreißen und überzeugen müsse. „Ich habe ihm geglaubt und achte deshalb mehr auf den Text, versetze mich in die Stimmung hinein und möchte eine Atmosphäre schaffen, die nach meiner Auffassung zum Text und dem Thema passt“, sagt die Prima des bulgarischen Schlagers.
Willi Zankow
FOTO homoludens.bg
Jordanka Christowa hat in über 40 Ländern weltweit Erfolge gefeiert: von Russland und Tschechien bis nach Deutschland und Frankreich, von Spanien und Griechenland bis nach Algerien und Syrien, von Kanada bis nach Nicaragua. Sie gilt als die beliebteste Bulgarin in Kuba. Heute erinnert sich der Star gerne an die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
FOTO BTA
Dimitar Waltschew dirigierte das Orchester am Theater für Satire und schlug mir vor, dieses Lied zu singen. Er war ein erstaunlicher Musiker! Sehr intelligent, sehr emotional, und er sang seine Lieder so, wie ich es nicht einmal konnte – mit stimmlicher Ausdruckskraft, Nuancen und Modulation. Mito, wie wir ihn damals nannten, war außerordentlich gut, ich habe ihn immer geliebt! Detcho Taraleschkow hat ein sehr zurückhaltendes Arrangement geschaffen, nicht wie die meisten Festivalarrangements – mit einem großen Orchester. Er hat einen intimen Klang erzielt, so dass jeder sich dieses Bild vorstellen kann, als sei man dort, bei den Delfinen…“
Dimitar Waltschew
FOTO Theater für Satire "Aleko Konstantinow"
Der unbestrittene Hit „Die Delfine“ zählt auch heute noch zu den herausragendsten Werken der bulgarischen Popmusik und ist ein Beweis für das außergewöhnliche Talent des Komponisten Dimitar Waltshew. Als überzeugter Verfechter einer nationalen Prägung im bulgarischen musikalischen Schaffen schrieb er in seinen Memoiren „Der andere Klang“: „In jenen Jahren machten wir uns als eine Generation von Autoren daran, das bulgarische Unterhaltungslied zu personalisieren, ihm eine nationale Note und unsere Seele einzuhauchen, damit es so wieder erkennbar ist wie die Unterhaltungslieder vieler anderer Völker… Ich bin dafür, dass das Geschaffene, auch wenn es nur zur Unterhaltung dient, seine eigene Atmosphäre und nationale Färbung hat, seine eigene ‚personnalité‘… Es stimmt zwar, dass ein kleines Land in der Weltkultur keinen Durchbruch erzielen kann, aber müssen wir zur Wahrung unserer eigenen Würde die kleinen Kristalle unseres geistigen Potenzials vergessen, die unter dem Mangel an Tradition und Erinnerung begraben sind?“, vermerkt Dimitar Waltshew in seinen Memoiren.
„Die Delfine“ – Debüt und erster Platz für Jordanka Christowa und Dimitar Waltschew beim „Goldenen Orpheus“ 1966. Ein großartiges Beispiel für die bulgarische Musikkultur!
Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa