Auf einem Retro-Fahrrad rund um Bulgarien

Samstag, 11 Juli 2026, 10:16

Martin Gergow

Martin Gergow

FOTO mgergov.com

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Die Bulgarien-Rundfahrt auf dem für Bulgarien legendären Retro-Fahrrad „Balkan“ geht für Martin Gergow, einem der aktivsten bulgarischen Ultra-Radfahrer, weiter.

Nachdem der Bulgare Ende 2025 auf zwei Rädern die rund 5.000 Kilometer lange Strecke von Sofia nach Dubai zurückgelegt und dabei innerhalb von 45 Tagen Griechenland, die Türkei, den Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate durchquert hatte, zieht er nun mit einer Rundfahrt durch die Heimat die Aufmerksamkeit seiner Follower und der Liebhaber des Extremsports auf sich.

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Die Radtour begann am 25. Juni in Sofia und umfasst eine Strecke von 2.430 Kilometern. Die Route wurde so gewählt, dass sie möglichst nahe an den Grenzen Bulgariens verläuft. Martin Gergow legt täglich 70 bis 100 Kilometer zurück. Die Ankunft in Sofia ist für den 5. August geplant.

Ich fahre hauptsächlich auf Asphaltstraßen, um mein kleines ,Balkan‘-Fahrrad zu schonen. Es ist ungefähr genauso alt wie ich (die Produktion der bulgarischen ,Balkan‘-Fahrräder begann 1957 in Lowetsch – Anm. d. Red.). Deshalb fahre ich auf Nebenstraßen mit Asphaltbelag und halte mich möglichst nahe an den Grenzen Bulgariens. Im Moment fahre ich entlang der Donau. Nach meinem Halt in Russe am 8. Juli geht es weiter über Silistra nach Durankulak und anschließend die Schwarzmeerküste hinunter. Danach folgen das Strandscha-Gebirge, die Rhodopen und schließlich von Petritsch aus das Ziel – die Hauptstadt Sofia.“

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Martin Gergow wurde 1979 geboren. Er ist vierfacher bulgarischer Meister im Kraftdreikampf (Powerlifting), nationaler Rekordhalter, Vierter der Welt im Kreuzheben, Fitnesstrainer und Vlogger. Er ist überzeugt, dass eine gute körperliche Verfassung den Menschen auch psychisch widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen der heutigen Zeit macht.

Der Mensch muss lernen, seine Komfortzone zu verlassen. Nur dann bleibt er wirklich ein Mensch und wird nicht zu einem Roboter der heutigen Zeit. Wenn du deine Komfortzone verlässt, beginnt deine Psyche auf einem anderen Niveau zu arbeiten. Du wirst selbstbewusster, weil du mit den unterschiedlichsten Hindernissen konfrontiert wirst und sie überwindest“, ist Martin Gergow überzeugt.

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Seine größte Herausforderung ist zugleich seine größte Inspiration – sein kleines „Balkan“-Fahrrad, an das er sich aus seiner Kindheit in den achtziger Jahren im Dorf Swiratschi nahe der Stadt Iwajlowgrad erinnert. Das Retro-Fahrrad ist vollständig im Originalzustand aus jener Zeit erhalten. Es besitzt 18-Zoll-Felgen, was Sprints und hohe Geschwindigkeiten besonders schwierig macht. Deshalb betont Martin Gergow im Interview mit Christina Dimitrowa von BNR-Schumen, dass die Sicherheit während der Rundfahrt an erster Stelle steht und die Freude an den Kindheitserinnerungen sowie an der Schönheit Bulgariens unvergleichlich ist.

Ich wollte noch einmal dieses Gefühl erleben, als ich auf dem Land, im Dorf Swiratschi, gelebt habe, mit meinem Fahrrad gefahren bin und absolute Freiheit gespürt habe. Gleichzeitig möchte ich den Menschen die einzigartige Natur Bulgariens aus der Perspektive eines kleinen Fahrrads zeigen. Ich möchte der jungen Generation die Vergangenheit in Erinnerung rufen. Und ich möchte auch unsere Politiker daran erinnern, dass sie die Wurzeln Bulgariens nicht vergessen dürfen – das sind unsere kleinen Dörfer, die früher voller Leben waren.“

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Die gesamte Reise von Martin Gergow kann live auf seinem YouTube-Kanal verfolgt sowie über die Plattform Komoot begleitet werden. Der Bulgare berichtet, dass er viele Follower aus der arabischen Welt hat. Er plant, in ein oder zwei Jahren einige seiner Kollegen aus dieser Region einzuladen, um die Bulgarien-Rundfahrt gemeinsam zu wiederholen – dann allerdings auf modernen Fahrrädern.


Übersetzung: Rossiza Radulowa