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Vertreter bulgarischer Schulen im Ausland treffen sich in Sofia

Auf der Generalversammlung der Organisation am 21. Juli sollen 40 neue Mitglieder aufgenommen werden

Dienstag, 21 Juli 2026, 14:58

Vertreter bulgarischer Schulen im Ausland treffen sich in Sofia

FOTO Facebook/ABUCH

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Stellen Sie sich einen Samstagmorgen vor, an dem Sie sich nicht ausruhen, sondern eine dreistündige Fahrt auf sich nehmen, damit Ihr Kind in einem Klassenzimmer Bulgarisch hört, auf Bulgarisch lesen und schreiben lernt und zugleich die bulgarische Kultur, Geschichte und Traditionen kennenlernen kann. Für Tausende Bulgaren im Ausland ist dieser Einsatz eine bewusste Entscheidung mit Blick auf die Zukunft ihrer Kinder. Und die Zahl der Schulen wächst stetig: Auf der Liste des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft stehen 277 Schulen. Viele von ihnen verfügen jedoch über eine oder mehrere Außenstellen, sodass ihre Gesamtzahl inzwischen nahezu 400 erreicht.

Vom 21. bis 23. Juli 2026 wird die Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“ zum Treffpunkt dieser Bemühungen und der staatlichen Bildungspolitik im Rahmen der 19. Jahrestagung der Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland (ABUCH).

FOTO Facebook/ABUCH

Sorniza Gogan, Vorsitzende der ABUCH, hob die Bedeutung des institutionellen Dialogs für die Organisation hervor, die inzwischen 240 Mitglieder zählt. Auf der Generalversammlung am 21. Juli sollen weitere 40 Mitglieder aufgenommen werden.

Sorniza Gogan mit Kindern von der Bulgarischen Sonntagsschule in Dublin, Irland

FOTO Facebook/suzie.gogan

Was die diesjährige Konferenz besonders macht, ist das Bestreben nach einem intensiveren institutionellen Dialog. Zum ersten Mal organisieren wir einen Runden Tisch mit Vertretern staatlicher Institutionen, der den langfristigen Strategien für die bulgarische Bildung im Ausland gewidmet ist. Das Programm und die Themen basieren auf einer Umfrage unter den Mitgliedern der ABUCH, die bereits beim Amtsantritt des derzeitigen Vorstands durchgeführt wurde. Für uns war es wichtig, dass diese Konferenz die tatsächlichen Bedürfnisse der Schulen widerspiegelt“, berichtet Frau Gogan gegenüber Radio Bulgarien.

Sie selbst leitet die Bulgarische Sonntagsschule „Rajna Knjaginja“ in Dublin, Irland, und ist seit einem Jahr Vorstandsvorsitzende der ABUCH.

Unsere Assoziation existiert in erster Linie für ihre Mitglieder. Wir werden die wichtigen Themen auf die Tagesordnung setzen und hoffen, einen Raum zu schaffen, in dem die Institutionen und die bulgarischen Schulen im Ausland gemeinsam diskutieren und mögliche Lösungen entwickeln“, betonte Sorniza Gogan.

Bulgarische Kinder aus New York

FOTO Facebook/bulgarianschoolnyc

Die Fachpanels des Forums befassen sich sowohl mit den strategischen Zielen als auch mit der Qualität des Unterrichts.

Die erste Gruppe von Themen am Runden Tisch betrifft die strategische Staatspolitik und die Notwendigkeit einer langfristigen Vision für die Entwicklung der bulgarischen Schulen im Ausland, eines nachhaltigen Finanzierungsmodells und dementsprechend einer Partnerschaft zwischen unserer Bildungsgemeinschaft und den staatlichen Institutionen. Die zweite Themengruppe befasst sich mit der Stellung der bulgarischen Schulen im internationalen Bildungsumfeld. Das ist seit Langem ein zentrales Anliegen der ABUCH – die Anerkennung des Bulgarischunterrichts in den Bildungssystemen der verschiedenen Länder. In diesem zweiten Panel werden wir außerdem die Möglichkeiten eines gleichberechtigteren Zugangs unserer Schülerinnen und Schüler zur Hochschulbildung in Bulgarien erörtern. Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Qualität des Unterrichts an unseren Schulen und der Einführung der neuen Lehrpläne für Bulgarisch als Fremdsprache“, erläuterte Sorniza Gogan.

Im Klassenzummer

FOTO Facebook/ABUCH

Die wachsende Zahl der Sonntagsschulen ist sowohl auf das steigende Interesse der Familien als auch auf praktische Erfordernisse zurückzuführen, erklärt Sorniza Gogan weiter.

In den letzten Jahren ist das Interesse an den bulgarischen Schulen im Ausland deutlich gestiegen. Immer mehr Eltern erkennen, dass die Beherrschung der Muttersprache durch ihre Kinder nicht nur eine Frage der Tradition ist, sondern eine Voraussetzung für deren erfolgreiche sprachliche, kognitive und persönliche Entwicklung. Unsere bulgarische Sprache wird zu einer Brücke zwischen der Generation, die außerhalb Bulgariens aufwächst, und jener, die in Bulgarien lebt. Im Ausland ist es für Eltern manchmal sehr schwierig, ein Bildungszentrum oder eine Schule zu erreichen, in der Bulgarisch unterrichtet wird. Es kommt vor, dass sie zwei bis drei Stunden unterwegs sind. Auch das ist ein Grund dafür, dass immer mehr bulgarische Schulen im Ausland eröffnet werden“, sagte Sorniza Gogan.

FOTO Facebook/ABUCH

Die Lehrkräfte setzen auf moderne Unterrichtsmaterialien, um die Motivation im Unterricht aufrechtzuerhalten. Die verschiedenen Ansätze werden am dritten Tag der Jahreskonferenz der ABUCH vorgestellt, berichtete Wanja KotOrowa, Mitglied des Vorstands. Sie ist aus Budapest angereist, wo sie die Bulgarische Schule leitet.

Wanja Kotowora

FOTO Privatarchiv von Wanja Kotowora

Eines der Hauptziele der Konferenz ist es, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur mit neuen Ideen, sondern auch mit konkreten Instrumenten nach Hause gehen, die sie in ihrer täglichen Arbeit einsetzen können. Zu den Schwerpunkten gehört daher die Vorstellung des integrierten Systems ‚Retscheniza‘ für den Unterricht von Bulgarisch als Fremdsprache, das vom Lehrstuhl für Bulgarisch als Fremdsprache an der Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“ entwickelt wurde. Vorgestellt werden außerdem ein Programm zur Steigerung der Motivation für das Erlernen der bulgarischen Sprache sowie der Geschichte, Geografie und Kultur Bulgariens. Ebenso werden die Möglichkeiten der Ausstellung ‚Fantastische Köpfe‘ präsentiert, die herausragenden bulgarischen Schülerinnen und Schülern im Bereich der Naturwissenschaften gewidmet ist und künftig in bulgarischen Schulen weltweit gezeigt werden soll. Darüber hinaus werden erfolgreiche Methoden und Modelle für die Arbeit mit europäischen Programmen und Projekten sowie für den Aufbau internationaler Partnerschaften präsentiert“, erklärte Wanja Kotorowa.

Neli Hadschijska und Kinder von der Bulgarischen Sonntagsschule "Gergana" in New York

FOTO Facebook/Neli Hadschijska

Auch die Besonderheiten der bulgarischen Schulen außerhalb der Europäischen Union sind Teil der Diskussion. Neli Hadschijska von der Schule „Gergana“ in New York und Mitglied des ABUCH-Vorstands lenkte den Blick auf die Finanzierung

Gott sei Dank erhalten wir Unterstützung vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft. Sie entspricht den Möglichkeiten des bulgarischen Staates und macht lediglich etwa 20 Prozent des Budgets jeder Schule aus. Alles andere müssen wir auf unterschiedliche Weise aufbringen. In meinem Fall sind das Sponsoren, denen der Erhalt des bulgarischen Nationalbewusstseins am Herzen liegt. Auch das sind Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind – und sie sind keineswegs gering“, erklärte Neli Hadschijska.

FOTO Facebook/ABUCH

Die Konferenz der Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland, die in der Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“ stattfindet, wird am 22. Juli von Präsidentin Ilijana Jotowa offiziell eröffnet.




Bildungsminister Georgi Waltschew

FOTO BTA

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Bulgarische Schulen im Ausland – Raum für Identität, Kultur und Zugehörigkeit“ und findet unter der Schirmherrschaft des Ministers für Bildung und Wissenschaft, Georgi Waltschew, statt. Sie unterstreicht die Rolle der Schulen als professionelle Gemeinschaft, die nicht nur Bildung vermittelt, sondern den Menschen in einer globalisierten Welt auch ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt.


Übersetzung: Rossiza Radulowa