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Elena Karkalanowa
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Warum die bulgarische Schule in Dortmund „die Ärzteschule“ genannt wird
Dimitrinka Niklina: Wenn auch nur ein Kind Bulgarisch lernt, hat es sich gelohnt!
Montag 27 Juli 2026 08:40
Montag, 27 Juli 2026, 08:40
FOTO bgschuledortmund.de
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Nach Angaben der deutschen Einwanderungsbehörden leben fast 422.000 bulgarische Staatsbürger in Deutschland – bulgarischstämmige Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit sind in dieser Zahl nicht enthalten. Fast ein Viertel von ihnen hat sich in Nordrhein-Westfalen niedergelassen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, zu dem auch Dortmund gehört. Genau dort besteht seit acht Jahren die Bulgarische Sonntagsschule „Hll. Kyrill und Method“, die von einer Gruppe Landsleute gegründet wurde, die nicht akzeptieren wollten, dass Bulgarisch nur die Sprache der Gespräche zu Hause bleibt.
Geleitet wird die Schule von Dimitrinka Niklina. Sie ist Bauingenieurin und hat zudem Europäisches Recht studiert. Unter der Woche arbeitet sie in ihrem Beruf, an den Wochenenden widmet sie ihre Zeit der Schule und dem Verein, der sie betreibt. Im vergangenen Schuljahr wurden 62 Kinder unterrichtet. Für Familien, die weiter entfernt wohnen, gibt es außerdem Online-Unterricht.
Dimitrinka Niklina
FOTO Elena Karkalanowa
„Wie gewinnen wir neue Schüler? Indem wir das tun, was wir selbst für sinnvoll und wertvoll halten. Wenn man etwas mit Herz, Seele und Begeisterung macht, finden die Menschen von selbst zu einem. Nichts geschieht um jeden Preis oder nur, weil man es eben tun muss. Wir tun es, weil wir davon überzeugt sind und weil es für uns Sinn ergibt. Eltern und Kollegen sage ich immer, was uns antreibt: Selbst wenn nur ein einziges Kind Bulgarisch lernt, haben wir unsere Mission erfüllt“, sagte Niklina.
Dimitrinka Niklina am Nationalfeiertag in der Bulgarischen Sonntagsschule in Dortmund
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„Wie gewinnen wir neue Schüler? Indem wir das tun, was wir selbst für sinnvoll und wertvoll halten. Wenn man etwas mit Herz, Seele und Begeisterung macht, finden die Menschen von selbst zu einem. Nichts geschieht um jeden Preis oder nur, weil man es eben tun muss. Wir tun es, weil wir davon überzeugt sind und weil es für uns Sinn ergibt. Eltern und Kollegen sage ich immer, was uns antreibt: Selbst wenn nur ein einziges Kind Bulgarisch lernt, haben wir unsere Mission erfüllt“, sagte Niklina.
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Die bulgarische Gemeinschaft in Dortmund lässt sich kaum mit einem einzigen Wort beschreiben. Menschen unterschiedlichster Berufe, Bildungswege und Lebensgeschichten gehören dazu. Gerade diese Vielfalt macht sie nach Ansicht von Dimitrinka Niklina so besonders.
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„Die bulgarische Gemeinschaft in Dortmund ist sehr vielfältig. Viele Menschen sind in gewissem Maße vom Sozialsystem abhängig, weil ihre Arbeit ihnen kein eigenständiges Auskommen ermöglicht. Gleichzeitig gibt es aber auch eine große Ärzteschaft. Wir scherzen untereinander und nennen unsere Schule die ‚Ärzteschule‘, denn 14 Familien bei uns sind Ärzte. Und ja – ein großer Teil unserer Gemeinschaft besteht aus Bulgaren, deren Muttersprache nicht Bulgarisch ist. Ich bewundere diese Menschen sehr, denn obwohl Bulgarisch nicht ihre Muttersprache ist, möchten sie eine bulgarische Schule besuchen und ihren Kindern die Sprache vermitteln. Das halte ich für etwas außerordentlich Wertvolles“.
Dimitrinka Niklina mit Kollegen in der Schule
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Dimitrinka Niklina selbst lebt seit fast zehn Jahren in Deutschland. Ihrer Meinung nach hängt der berufliche Erfolg dort nicht nur von Abschlüssen ab, sondern ebenso von der Einstellung zur Arbeit und zum Gemeinwohl.
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„Deutschland bietet den Menschen die Möglichkeit zu arbeiten. Es kann viele Gründe geben auszuwandern, aber für gut ausgebildete Fachkräfte eröffnet Deutschland hervorragende Perspektiven. Man kann sofort das tun, worin man gut ist. Professionalität ist wichtig, aber nicht alles. Deutschland schätzt kreatives Denken und Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren. Ehrenamtliches Engagement genießt dort hohes Ansehen. Wenn ein Arbeitgeber einen Bewerber fragt, ob er sich gesellschaftlich engagiert, dann wird das sehr positiv bewertet. Bürgerschaftliches Engagement hat in Deutschland einen ausgesprochen hohen Stellenwert“.
Das Ende des Schuljahres
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Genau in diese Richtung möchte unsere Landsfrau auch Bulgarien entwickelt sehen. Sie ist überzeugt, dass wir als Bulgaren Schritt für Schritt den Weg zu einem gut organisierten und erfolgreichen Staat gehen müssen.
„Fleiß wird immer belohnt – nicht durch Chaos, sondern durch Beständigkeit“, sagte Frau Niklina und ergänzte:
„Jeder hat seine eigene Vorstellung davon, wie die Zukunft seines Landes, seines Volkes und seiner Familie aussehen soll. Aber wir können nur besser werden, wenn wir gemeinsam entschlossen an die Arbeit gehen.“
Für Dimitrinka Niklina ist die Arbeit an der Sonntagsschule kein zweiter Beruf, sondern eine bewusste Entscheidung, mit Bulgarien verbunden zu bleiben. Als sie gefragt wird, was ihre Heimat für sie bedeutet, braucht sie keine langen Erklärungen.
„Alles, was mich in diesem Leben trägt“, sagte sie.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov