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Die Lektion der Dankbarkeit von Teodora Iwanowa aus Mailand
Sonntag 13 September 2026 16:45
Sonntag, 13 September 2026, 16:45
Teodora und ihr Freund Michail Michajlow
FOTO Alexandra Karamichalewa
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Teodora Iwanowa ist eine bulgarische Studentin in Mailand, die das Team des Podcasts „Brücke des Glaubens“ von Radio Bulgarien in der bulgarisch-orthodoxen Kirche in der Stadt des heiligen Ambrosius von Mailand traf. Vor zwei Jahren kam sie nach Italien, um ihr Studium fortzusetzen.
„Ich habe den Masterstudiengang Recht und nachhaltige Entwicklung absolviert. Da die Universität Mailand das Programm auf Englisch anbot, entschied ich mich, hierherzukommen“, erzählt sie. Anschließend berichtet sie, wie sie die bulgarische Kirche in der Via Sant'Antonio 5 im Stadtzentrum entdeckte und was ihr der Glaube sowie die bulgarisch-orthodoxe Gemeinschaft fern von ihrer Familie und ihrer Heimat bedeuten.
Teodora gehört zu den vielen Bulgaren, die zwar getauft wurden, in ihrer Heimat jedoch kein aktives kirchliches Leben führten. Erst nach ihrer Auswanderung wurde ihr ihre orthodoxe Identität bewusst. Weit entfernt von ihrer Heimat fand sie im Haus Gottes ein neues Gefühl der Zugehörigkeit.
FOTO Alexandra Karamichalewa
„Vor etwa zwei Jahren begann ich, mich intensiver mit Religion und Glauben zu beschäftigen und eine persönliche Beziehung zu Gott aufzubauen. Ich wünschte mir, dass diese Beziehung auch von einer kirchlichen Gemeinschaft getragen wird und ich regelmäßig Gottesdienste besuche. Zu meinem Glück entdeckte ich bei einer Internetsuche, dass es in Italien eine bulgarisch-orthodoxe Kirche gibt – und zwar in Mailand, meiner Stadt. Ich kam sofort zu einer Sonntagsliturgie und war tief beeindruckt, wie freundlich und herzlich die Menschen hier sind.“
FOTO Alexandra Karamichalewa
In Bulgarien habe sie zuvor nie eine Liturgie besucht. Heute gebe ihr der Gottesdienst ein Gefühl von Glück und innerem Frieden.
Welche Erkenntnis aus dem Gottesdienst und aus dem orthodoxen Glauben hat ihren Alltag verändert?
„Das Wichtigste, was ich in meinen Alltag mitnehme, ist Dankbarkeit. Nach jeder Liturgie lesen wir christliche Literatur, aus der ich immer mehr lerne, dass der Mensch für alles dankbar sein sollte – selbst für die kleinsten Dinge: für ein Dach über dem Kopf, für das Essen auf dem Tisch, für Wasser – einfach für alles. Diese Dankbarkeit macht einen viel ruhiger und glücklicher. Natürlich bete ich auch für Frieden in der Welt sowie für Gesundheit – für mich und meine Familie. Das ist etwas, das ich jedes Mal mit nach Hause nehme“, so Iwanowa.
Für die junge Frau endet das Christsein nicht mit dem „Amen“ am Schluss des Gottesdienstes. Das eigentliche Leben im Glauben beginne erst danach – wenn es darum gehe, den Geist der Dankbarkeit, des Friedens und der Liebe im Straßenverkehr, an der Supermarktkasse oder in schwierigen Lebenssituationen zu bewahren.
FOTO Alexandra Karamichalewa
Auf die Frage, ob das Gebet für ihre Angehörigen ihr helfe, die räumliche Distanz zu überwinden, antwortete sie:
„Wenn man in eine solche Kirche kommt, fühlt man sich niemals allein. Man knüpft Beziehungen zu den Menschen hier, zu Gott, zum Priester, zur ganzen christlichen Gemeinschaft und natürlich auch zu den Heiligen. Wenn ich für meine Familie bete, habe ich trotz der Entfernung das Gefühl, etwas Gutes für sie zu tun. Dass sie in meinen Gebeten sind, bedeutet, dass ich ihnen helfe. Und als Auswanderin ist es etwas Besonderes, eine Kirchengemeinde zu haben, in der man wenigstens Bulgarisch sprechen kann – etwas, das im Ausland keineswegs selbstverständlich ist. Das gibt einem das Gefühl, zu Hause zu sein“, sagte Iwanowa.
Teodora mit Mitgliedern der Kirchengemeinde
FOTO Alexandra Karamichalewa
In der bulgarisch-orthodoxen Kirche im Herzen der Lombardei entdeckte Teodora, dass das Gebet der direkteste Weg nach Hause ist und den Menschen mit Gott verbindet. Dort erkannte sie auch, dass alles im Leben ein Geschenk Gottes ist und dass die Fähigkeit, für alles dankbar zu sein – für das, was wir haben und was wir sind –, der wertvollste Schatz ist, den sie auf ihrem weiteren Lebensweg mit sich tragen wird.
FOTO Alexandra Karamichalewa
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov