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Zwetana Tontschewa
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Vera Nemirowa: „Ich möchte Bulgarien auf den Sockel stellen, den es verdient“
Mittwoch 29 Juli 2026 15:10
Mittwoch, 29 Juli 2026, 15:10
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„Unser Land ist klein, aber reich an Kultur. Unser Selbstbewusstsein muss wachsen – als Nation, als Künstler, als Volk und als Wertegemeinschaft“, ist die Regisseurin überzeugt, die als eine der herausragendsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen europäischen Musiktheaters gilt.
In den vergangenen 25 Jahren ist der Name der Bulgarin Vera Nemirowa zu einem Synonym für höchste Professionalität auf den Opernbühnen Europas geworden. Sie wurde in Sofia geboren und stammt aus einer Künstlerfamilie: Ihre Mutter ist die Opernsängerin und Gesangspädagogin Sonja Nemirowa, ihr Vater der Opernregisseur Ewgeni Nemirow und ihr Großvater der bekannte Schriftsteller Dobri Nemirow.
„Gräfin Mariza“ (Warna)
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Ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters verließen Vera und ihre Mutter 1982 Bulgarien und ließen sich in Rostock nieder. 1996 schloss Nemirowa ihr Studium der Opernregie an der renommierten Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin ab. Seit 1998 arbeitet sie als Regisseurin in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Lettland, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei. Sie inszenierte unter anderem an der Wiener Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und bei den Salzburger Festspielen. Mehrfach wurde sie vom renommierten Fachmagazin Opernwelt für die „Inszenierung des Jahres“ nominiert; 2021 stand sie zudem auf der Vorschlagsliste für die Auszeichnung als „Regisseurin des Jahres“.
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2008 inszenierte Vera Nemirowa erstmals in Bulgarien – Puccinis La fanciulla del West (Das Mädchen aus dem Goldenen Westen) an der Sofioter Oper. Es folgten Einladungen von nahezu allen bulgarischen Opernhäusern. In den vergangenen Jahren arbeitete sie vor allem in Warna, wo am 7. Juli 2026 die „Wagner Gala“ mit Auszügen aus Die Walküre aufgeführt wurde – mit einem hochkarätigen Ensemble europäischer Solisten unter der Leitung von Swetoslaw Borissow.
Vera Nemirowa bezeichnet sich selbst eindeutig als Bulgarin. Da sie jedoch seit ihrem zehnten Lebensjahr in Deutschland lebt und dort ihr Handwerk erlernt hat, sagt sie über sich: „Ich bin Bulgarin, aber eine deutsche Regisseurin.“
Seit einigen Jahren ist Nemirowa Erste Gastregisseurin der Oper von Warna.
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„Sie ist zu meinem zweiten künstlerischen Zuhause geworden. Ich stehe bereits mit einem Bein hier. Ich komme sehr gern, ich liebe das Ensemble und entwickle für sie immer wieder ungewöhnliche Projekte. Inzwischen bin ich die fünfte Spielzeit hier, und das merkt man. Auch das Publikum fragt nach weiteren und noch spannenderen Produktionen“, sagte Nemirowa.
Über bulgarische Musiker und ihren Platz auf der internationalen Bühne sagte sie:
„Wir sind zwar noch immer eine Minderheit, doch jene Juwelen und Perlen aus diesem kleinen, aber wunderbaren Land mit seinem enormen Potenzial werden hoch geschätzt. Unsere Musiker, die Bulgarien im Ausland vertreten, entfalten ihr Talent in den großen Orchestern der Welt. Namen wie Krassimira Stojanowa, Wesselina Kazarowa oder Nadja Krastewa stehen für höchste Qualität. Aber auch in den Ensembles kleinerer Städte gibt es viele Bulgaren, die das Kernrepertoire tragen. Eine von ihnen war meine Mutter Sonja Nemirowa, deren Name viele Jahre auf den Spielplänen des Rostocker Theaters stand.“
Вера Немирова с Пласидо Доминго / Вера Немирова: "Бих искала да сложа България на пиедестала, който е заслужила"
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Für Vera Nemirowa ist Bulgarien „eine sehr starke Emotion“
„Gerade wenn man weit weg lebt, erkennt man, was einem fehlt und wie stark die Verbindung zu diesem paradiesischen, schönen, zugleich aber auch gezeichneten und armen Land ist. Doch Bulgarien ist reich an Kultur, und unser Selbstbewusstsein muss wachsen – als Nation, als Künstler, als Volk und als Wertegemeinschaft. Genau das wünsche ich mir: Bulgarien auf den Sockel zu stellen, den es verdient. Ich habe viele Menschen hierhergebracht, und alle waren tief beeindruckt. Sie entdecken eine neue Kultur und sind jedes Mal erstaunt, welch ungeheurer Reichtum sich hinter dem Namen Bulgarien verbirgt. Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen kommen und wir unsere Horizonte für sie öffnen. Schon heute gibt es einen regen Austausch in beide Richtungen, und ich hoffe sehr, dass sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzt.“
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov