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Dirigent Swetoslaw Borissow über Energie, Leidenschaft und die Liebe zur Musik

Dienstag, 4 August 2026, 15:03

Dirigent Swetoslaw Borissow über Energie, Leidenschaft und die Liebe zur Musik

FOTO svetoslav-borisov.com

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Seit zwei Jahrzehnten blickt der bulgarische Dirigent Swetoslaw Borissow auf eine erfolgreiche Karriere zurück, die sich vor allem in Deutschland und Österreich entfaltet. Zu seinen größten Erfolgen zählt die Nominierung als „Dirigent des Jahres“ durch das renommierte Fachmagazin Opernwelt im Jahr 2023 für seine Interpretation von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos am Theater Magdeburg. Der Bulgare gilt als herausragender Operndirigent mit einem beeindruckenden Repertoire, das Werke von Mozart, Donizetti, Rossini, Verdi, Puccini, Gounod, Humperdinck, Wagner, Richard Strauss und Prokofjew umfasst. Gastdirigate führten ihn nach Österreich, Deutschland, in die Schweiz, nach Luxemburg, Belgien, Tschechien, Rumänien, Litauen, in die Ukraine, nach Griechenland, in die Türkei, nach Israel und nach China. Darüber hinaus ist er regelmäßiger Gast renommierter internationaler Festivals sowie bedeutender Opernhäuser und Sinfonieorchester auf mehreren Kontinenten. 

Seine musikalische Laufbahn begann am Klavier. Er absolvierte die Nationale Kunstschule „Dobri Christow“ in Warna mit dem Hauptfach Trompete und studierte anschließend an der Kunstuniversität Graz (KUG). 2007 gründete er das Kammerorchester Con fuoco, von 2009 bis 2013 war er ständiger Dirigent des Schönbrunner Kammerorchesters in Wien. 

Dirigent Swetoslaw Borissow über Energie, Leidenschaft und die Liebe zur Musik

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2013 gewann Swetoslaw Borissow sowohl den Wettbewerb um die Stelle des Chefdirigenten der Staatsoper Warna als auch den des Dirigenten der Bochumer Symphoniker. Bis heute arbeitet er mit beiden Institutionen eng zusammen und ist ständiger Gastdirigent der Oper in Bulgariens Meereshauptstadt. Zu seinen jüngsten Erfolgen in Warna zählt die 2025 gemeinsam mit der Regisseurin Wera Nemirowa realisierte Inszenierung von Gounods Faust. Am 7. Juli 2026 präsentierte die Oper Warna im Rahmen des Festivals „Oper im Sommertheater“ die Premiere der „Wagner Gala“ – eine Aufführung mit Szenen aus Die Walküre, inszeniert von Nemirowa und dirigiert von Borissow. Dazu sagte er: 

„Das war ein historischer Moment für Warna. Die Begeisterung hält bis heute an, weil alles wunderbar gelungen ist. Es ist ein großes Glücksgefühl, wenn man spürt, dass Orchester, Solisten und Publikum dasselbe Erlebnis geteilt haben. Ich bin noch immer voller Energie nach dieser Aufführung und der intensiven Vorbereitung darauf. Am Anfang gab es einige Fragezeichen und sogar ein gewisses Misstrauen: Wird das funktionieren? Am Ende aber – und das ist keine Übertreibung – waren die Menschen wirklich glücklich.“

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„Die Oper Warna hat mir als jungem Dirigenten eine Chance gegeben. Zunächst wurde ich für ein Konzert eingeladen, später für eine Opernproduktion. So begann unsere Zusammenarbeit und wurde immer intensiver. Obwohl ich den größten Teil meiner Zeit in Deutschland verbringe, komme ich mit großer Freude nach Warna zurück. Hier haben die Künstler die Freiheit, Ideen zu verwirklichen. Gemeinsam mit Wera versuchen wir, eine andere Ästhetik, eine andere Sichtweise und neue Perspektiven für Publikum und Musiker nach Warna zu bringen. Ich bin überzeugt, dass das alle bereichert.“

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Wie fühlt er sich heute als Dirigent mit österreichischer Ausbildung, der vor allem in Deutschland arbeitet? 

Bei uns ist alles wunderbar vielfältig!“, sagte er begeistert. Deutschland verfüge über das dichteste und einzigartigste Netz an Theaterinstitutionen weltweit und sei damit faktisch führend bei der Zahl der Opernhäuser und Theater im Verhältnis zu seiner Größe und kulturellen Infrastruktur. 

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FOTO operavarna.com

„Deutschland ist das Mekka unserer Kunst. Menschen aus aller Welt kommen dorthin, um sich künstlerisch zu entfalten. Wir bereichern uns gegenseitig. Künstler aus vielen Ländern arbeiten zusammen, tauschen Erfahrungen aus, begegnen sich auf der Bühne und gastieren an unterschiedlichen Häusern. Auch wenn ich an einem Theater engagiert bin, arbeite ich nicht ausschließlich dort – der Austausch ist außerordentlich intensiv. Meine Ausbildung habe ich in Österreich erhalten, doch die Erfahrungen, die man durch die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten sammelt, überwinden letztlich alle Grenzen, die wir uns selbst setzen.“

Dirigent Swetoslaw Borissow über Energie, Leidenschaft und die Liebe zur Musik

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Borissow erzählte, dass er sich besonders freue, in fast jedem Orchester, bei dem er gastiert, Bulgarinnen und Bulgaren zu treffen. 

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„Das vermittelt ein sehr schönes Gefühl – fast so etwas wie Rückhalt, besonders wenn man zum ersten Mal an einem neuen Haus arbeitet. Auch sie freuen sich, und daraus entstehen oft wunderbare Gespräche, Freundschaften und enge Beziehungen. Natürlich schwingt immer ein wenig Nostalgie mit. Aber alle, die ich kennengelernt habe, mussten einen langen und schwierigen Weg gehen, um sich zu behaupten und Teil eines deutschen oder westeuropäischen Orchesters zu werden. Heute sind wir so gut integriert, dass wir uns dort zu Hause fühlen, wissen, warum wir dort sind, und auf höchstem Niveau arbeiten können. Gleichzeitig bereichern uns die Kontakte zu Musikern aus aller Welt ständig aufs Neue.“

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Den Hörerinnen und Hörern von Radio Bulgarien in aller Welt wünscht Swetoslaw Borissow vor allem Gesundheit. 

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„Und was Bulgarien und seine Kunst betrifft: Allen, die unser Land noch nicht besucht haben, kann ich nur empfehlen zu kommen. Ich verspreche, sie werden positiv überrascht sein von dem, was sie hier erleben. Denn die Energie, die Leidenschaft und die Liebe, mit der sich die Menschen in Bulgarien der Kunst widmen und ihr trotz aller Schwierigkeiten treu geblieben sind, sind außergewöhnlich. Sie haben sich bewusst für diesen Weg entschieden und geben alles, um ihrem Publikum unvergessliche Momente zu schenken.“

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov