Autor
Gergana Mantschewa
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Die Erinnerung an „Guslartsche“ bringt Tänzer aus dem Ausland zurück
Diana Stoewa bringt bulgarische Kinder aus Wien in ihre Heimat Gorna Orjachowiza, um am 12. September an einem besonderen Konzert teilzunehmen
FOTO Gemeinde Gorna Orjachowiza
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Gorna Orjachowiza und die erneuerte Bühne des Sommertheaters der Stadt bereiten sich auf ein großes Folklore-Spektakel vor. Auf einer Bühne soll das reiche Erbe des Kinder- und Jugendfolkloreensembles „Guslartsche“ zusammenkommen. Dazu gehören Dutzende Tänzerinnen und Tänzer, Sängerinnen und Sänger sowie Musiker an traditionellen Instrumenten, die im Laufe der Jahre mit dem Ensemble aus Gorna Orjachowiza verbunden waren. Obwohl das Ensemble seit Jahrzehnten nicht mehr besteht, bietet sein 60. Gründungsjubiläum den Anlass für das große Konzert am 12. September.
Gründer des Kinder- und Jugendfolkloreensembles „Guslartsche“ war Petar Schissow. 1966 gründete er einen Chor und ein Orchester, einige Jahre später kam eine Tanzgruppe hinzu. So entstand ein Ensemble aus Sängerinnen, Orchester und Tänzern, das im Laufe der Jahre zahlreiche Preise gewann, zu einem repräsentativen Kinder- und Jugendfolkloreensemble Bulgariens wurde und sich zu einem der stärksten Ensembles seiner Zeit entwickelte, erzählt uns eines der ehemaligen „Guslartsche“-Mitglieder, Diana Stoewa, die heute in Wien lebt und dort Kinderfolkloregruppen leitet.
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
Als eines der ersten Kinder- und Jugendfolkloreensembles Bulgariens hatte „Guslartsche“ auch die Aufgabe, Nachwuchs für das große Folkloreensemble „Zar Kalojan“ auszubilden, das bereits 1956 in Gorna Orjachowiza gegründet worden war – nach dem Vorbild des fünf Jahre zuvor gegründeten Nationalen Folkloreensembles „Filip Kutew“. Leider brach diese Tradition der Ensembles in Gorna Orjachowiza Anfang des 21. Jahrhunderts ab.
Das Ensemble „Guslartsche“ hinterließ jedoch bleibende Spuren im Leben der Kinder, die damals ihre ersten Schritte im Folkloretanz machten. Heute haben etwa ein Dutzend von ihnen eigene Amateurensembles gegründet. Das Wissen, das sie einst von den professionellen Choreografen des „Guslartsche“ erworben haben, wird so weitergegeben. Auch wenn viele Mitglieder des vor 60 Jahren gegründeten Ensembles heute im Ausland leben, ist die Erinnerung daran lebendig geblieben und die Verbundenheit mit „Guslartsche“ nach wie vor stark, berichtet Diana Stoewa gegenüber Radio Bulgarien.
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
„Ich habe schon als kleines Mädchen mit sechs Jahren bei dem Choreografen Nikolaj Sabew mit dem Tanzen angefangen. Einige Jahre später wechselte ich in den Chor und hatte das Glück, unter der Leitung des Gründers des Ensembles ‚Guslartsche‘, Petar Schissow, zu singen. Ohne Zweifel ist er tief in meinem Herzen geblieben, wie bei allen, die bei ‚Guslartsche‘ waren. Trotz der Auflösung des Ensembles treffen sich die ehemaligen Mitglieder weiterhin und haben ihre eigene Gruppe. Obwohl das Ensemble nicht mehr existiert, haben wir vor zehn Jahren sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert – damals kamen viele ehemalige ‚Guslartsche‘-Mitglieder zusammen. Die Idee, uns für ein gemeinsames Konzert in Gorna Orjachowiza wieder zu vereinen, entstand spontan. Einige von uns leiten Kinderensembles in Bulgarien und im Ausland – wir haben einen Kollegen mit einer Tanzgruppe in Gorna Orjachowiza, eine Kollegin in der nahe gelegenen Stadt Ljaskowez, aber auch ehemalige ‚Guslartsche‘-Mitglieder in New York und Deutschland, und ich in Österreich. So kam mir die Idee, alle Kinderfolkloregruppen wieder auf einer gemeinsamen Bühne zum Jubiläum von ‚Guslartsche‘ zu versammeln.“
FOTO Gemeinde Gorna Orjachowiza
Im Mittelpunkt des Konzerts steht die Nostalgie, die all jene Künstler wieder zusammenbringen wird, die vor Jahrzehnten getanzt, musiziert oder gesungen haben. Nun werden sie erneut als gemeinsames Ensemble mit Tänzerinnen und Tänzern aus Bulgarien und dem Ausland auf der Bühne stehen und Erinnerungen an „Guslartsche“ teilen – ein Ensemble, das einst junge Menschen für die bulgarische Folklore begeisterte. Das erste Konzert dieser Art fand im Juni 2025 statt. „Viele Tänzer und Musiker kamen zusammen, und wir haben unsere starke Verbundenheit mit dem Ensemble, aber dadurch auch unsere große Liebe zu Bulgarien gezeigt“, erinnerte sich Diana Stoewa:
Gemeinsame Jugendtanzgruppe des Vereins „Bulgarische Rhythmen“ Wien, der bulgarischen Schule „Prof. Iwan Schischmanow“ in Wien und aus Gorna Orjachowiza
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
„Die Kinder, die aus Wien gekommen waren, zeigten beeindruckende Darbietungen, die Bulgarien gewidmet waren. Dasselbe sehe ich auch bei den Kollegen aus anderen Ländern, und auch in ihren Auftritten ist dieser Wunsch deutlich zu erkennen. Die meisten Menschen aus dem Ensemble haben diese Verbindung inzwischen abgebrochen und andere Berufe ergriffen. Aber im vergangenen Jahr kamen sie zusammen, probten intensiv, traten auf und brachten das Publikum im Sommertheater von Gorna Orjachowiza zum Aufstehen. Seitdem treffen sie sich weiterhin mit großem Enthusiasmus und viel Engagement. Deshalb wird der Schwerpunkt des diesjährigen Konzerts auf der Geschichte und dem Schicksal des Ensembles ‚Guslartsche‘ liegen. Wir laden alle ein, die die bulgarische Folklore lieben, die das Ensemble lieben und Erinnerungen an ‚Guslartsche‘ haben. Das Konzert findet am 12. September um 19.30 Uhr im Sommertheater statt“, lädt Diana Stoewa ein. Sie dankt zugleich der Gemeinde Gorna Orjachowiza für ihre Unterstützung und dafür, dass die Konzerte auf der schönen Bühne des renovierten Sommertheaters stattfinden können.
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
Diana Stoewa selbst wird die Konzertgruppe der von ihr geleiteten Tanzgruppe aus Wien mitbringen. Sie wird Tänze aus der nordbulgarischen Folkloreregion präsentieren. Viele der Tänzerinnen und Tänzer besuchen die bulgarische Sonntagsschule „Prof. Iwan Schischmanow“ in Wien. Für sie wird dies nicht die erste Reise nach Bulgarien sein.
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
Die Begeisterung, die Diana Stoewa in den Augen der bulgarischen Kinder in Wien sieht, hat sie dazu bewegt, das Konzert in ihrer Heimatstadt Gorna Orjachowiza zu organisieren und Bulgaren im Ausland dazu zu ermutigen, ihre Folklore zu bewahren und kennenzulernen. Auch wenn es im Ausland sehr schwierig sei, Zeit für solche Aktivitäten neben dem Alltag zu finden, lohne sich die Mühe, sagt Diana. Durch Reisen und die Beschäftigung mit folkloristischen Rhythmen werden die Liebe zu Bulgarien und die Verbundenheit mit dem Land weitergegeben. Für viele talentierte Bulgaren, die fern ihrer Heimat leben, gibt dies ihrem Leben einen besonderen Sinn – denn sie vergessen nie die Schritte, Rhythmen und Botschaften, die die bulgarische Folklore so reich machen.
FOTO Privatarchiv on Diana Stoewa
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov