Autor
Zwetana Tontschewa
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Der Jazzmusiker Martin Denew über Schönheit und „leuchtende“ Menschen
Freitag 28 August 2026 15:02
Freitag, 28 August 2026, 15:02
Martin Denew
FOTO martindenev.com
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Das vielfältige Publikum von Radio Bulgarien kennt den talentierten bulgarischen Pianisten und Komponisten Martin Denew aus dem ansprechenden Projekt „Code 359: Musikalische Postkarten“, das der Schönheit der bulgarischen Natur gewidmet ist. Kürzlich kehrte Denew, der neben seiner Tätigkeit als Musiker auch ein leidenschaftlicher Reisender ist und an verschiedenen Orten der Welt gelebt hat, aus China zurück. Die Reise hat ihm Energie gegeben, die er in die zweite Ausgabe des Festivals „Hissarja Jazz“ einbringen möchte. Es findet am 28. und 29. August auf der Bühne des Sommertheaters in Hissarja statt – einem bei vielen Bulgaren und Ausländern beliebten Kurort, der für seine heilenden Mineralquellen, die wunderschöne Natur und sein reiches kulturhistorisches Erbe bekannt ist.
FOTO hisarya.bg
Vor einiger Zeit stellte Martin Denew in einem Exklusivinterview für Radio Bulgarien ausführlich seine „Musikalischen Postkarten“ vor und teilte anschließend auch persönlichere Informationen. Auf väterlicher Seite stammt er aus einer Musikerfamilie, sein Onkel ist der bekannte bulgarische Komponist und Dirigent Ljubomir Denew. Seine Großmutter mütterlicherseits war Volkssängerin und hegte eine große Leidenschaft für die bulgarische Folklore, Traditionen und Bräuche. Sie gründete in Ljubimez ein ethnografisches Museum. Ljubimez ist eine kleine Stadt im Südosten Bulgariens nahe den Grenzen zu Griechenland und der Türkei und verfügt über eine wichtige verkehrsgeografische Lage.
Obwohl die Liebe zur Folklore „irgendwo in ihm“ geblieben ist, hat die bulgarische Volksmusik heute keinen direkten Einfluss auf seinen kompositorischen Stil – mit Ausnahme der Folkloreelemente, die vor einigen Jahren im Projekt „Martin Denev ETHNO VENTURE“ entstanden sind.
Martin Denew erhielt seine klassische Ausbildung an der Musikschule in Plowdiw. Die wichtigste Mentorin seiner Kindheit und Jugend war seine Klavierlehrerin Sonja Kessedschijan, die er als „unglaublichen Menschen“ bezeichnet.
FOTO martindenev.com
Nach seiner Ausbildung bei Frau Kessedschijan wurde Martin Denew an der Musikakademie in Sofia aufgenommen:
„Es waren unruhige Zeiten – Anfang der 90er Jahre. Es war keine besonders gute Zeit für die Kunst. Ich wollte im Ausland studieren, aber damals hatte ich nicht die finanziellen Mittel, um mir das leisten zu können. Ich bewarb mich in Rotterdam in den Niederlanden – an der Codarts University for the Arts, einer wirklich sehr renommierten Institution, die meinen Horizont erweitert hat, weil es dort viele verschiedene Abteilungen gibt. Man kann Tango, indische oder arabische Musik, Pop, Jazz, Klassik, Filmmusik studieren. Studenten werden aus der ganzen Welt aufgenommen. Ich glaube, zu meiner Zeit waren dort mehr als 70 Nationalitäten vertreten“, erinnerte sich Martin Denew.
FOTO martindenev.com
Es folgte ein Jahr am berühmten Berklee College of Music in Boston. Zuvor unterbrach Martin Denew jedoch sein Studium für ein Jahr und lebte in der Karibik. Nach seinem Aufenthalt in den USA reiste er nach Santiago de Cuba, um sich auf lateinamerikanisches Klavierspiel zu spezialisieren. Er schloss sein Studium in den Niederlanden ab, wo er anschließend 15 Jahre blieb. Danach verbrachte er etwa ein Jahrzehnt in Indonesien auf der Insel Bali. In fast jedem Interview erzählt Denew von dem unglaublichen Gefühl, auf dieser Insel zu leben, wo man jeden Tag hinausgeht und den Ozean sieht:
„Ja, der Ozean und dieses Gefühl der Unendlichkeit fehlen mir … Wenn man sich die Weltkarte und West-Bali ansieht – dort, wo der Indische Ozean liegt, gibt es auf der anderen Seite nichts mehr, kein Land. Australien liegt etwas weiter südöstlich … Dort endet das Land.“
FOTO Facebook/Martin Denev
Der Musiker ist der Ansicht, dass sich sein intensives Interesse an Mystik, Esoterik, Religionen und Legenden gerade auf Bali entwickelt hat: „Denn es ist wirklich ein sehr spiritueller Ort. Die Menschen sind sehr spirituell, das gehört zu ihrer Kultur, sie sind sehr gläubig, sehr religiös.“
Vor einiger Zeit sagte er: „Der Kampf für die Schönheit ist nicht verloren.“ Führt er heute noch Kämpfe – für die Schönheit oder für etwas anderes?
Джазменът Мартин Денев за красотата и "светещите" хора
FOTO martindenev.com
„Das ist ein Ausschnitt aus einem Interview, in dem ich über die Schönheit spreche, wobei es nicht nur um Landschaften und Natur oder um Kunst geht. Wir sprechen über Schönheit in der Art, wie wir miteinander kommunizieren, wie wir andere Menschen, die Welt und unsere Umgebung wahrnehmen – darum geht es. Sie steckt in jeder unserer Gesten und Bewegungen, in jedem einzelnen Moment eines jeden Tages. Von diesem Streben spreche ich eher. Oft müssen wir die Schönheit schützen und für sie kämpfen. Dieser Kampf ist keineswegs verloren, aber wir müssen auf der Hut bleiben.“
Wir sprаchen auch über den Dokumentarfilm, der einem von Denews Projekten – „Synth Sense“ – gewidmet ist.
Im Film spricht Martin von „leuchtenden Menschen“. „Die Leuchtenden – wir bemerken sie, wir wissen, wer sie sind, wir sehen sie. Es ist gut, wenn wir sie wertschätzen können. Manche leuchten nur gelegentlich auf, andere strahlen ununterbrochen“, sagtе er lachend und merktе an, dass er solchen Menschen oft unter seinen Kollegen, den Musikern, begegnet. Sich selbst bezeichnet er als jemanden, der „gelegentlich aufleuchtet“: „Ich würde gern ständig leuchten, aber das wäre dann die nächste Stufe,“ sagte er.
Джазменът Мартин Денев за красотата и "светещите" хора
FOTO martindenev.com
Zum Abschluss richtete Martin Denew einige Worte an alle, die Bulgarien mögen und sich für das Land interessieren:
„Natürlich wünsche ich allen Gesundheit – an erster Stelle! Und zweitens würde ich sagen: Sie sollten der Schönheit im Alltag mehr Aufmerksamkeit schenken. Sie sollten sich auf diesen Aspekt und diese Richtung konzentrieren. Denn für mich ist Schönheit überall und jederzeit vorhanden, man muss sich nur entscheiden, ihr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn wir wissen: Worauf wir uns konzentrieren, das wird immer größer.“
Übersetzung: Rossiza Radulowa