Autor
Joan Kolew
Artikel
Das Ljulin-Gebirge – nur einen Schritt und einen Klick von Sofia entfernt
Dienstag 1 September 2026 12:22
Dienstag, 1 September 2026, 12:22
FOTO TD "Manastirska Korija"
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Wissen Sie, wie viele Gebirge es rund um Sofia gibt? Diese Frage wird die meisten Einwohner und Gäste der Hauptstadt vor eine Herausforderung stellen, denn alle sind es gewohnt, Sofia vor allem mit dem Witoscha-Gebirge in Verbindung zu bringen. Tatsächlich ist Sofia eine außerordentlich begünstigte Stadt – in der Sofioter Kesselmulde gelegen, ist sie von fünf Gebirgen umgeben: Witoscha, Plana, Sofijska planina, Ljulin und Losenska planina. Das bietet allen Einwohnern der Hauptstadt Möglichkeiten für vollwertige Erholung und Tourismus an der frischen Luft.
FOTO Facebook /TD "Manastirska Korija"
Das Problem besteht jedoch darin, dass die kleinen Gebirge, die nur einen Katzensprung von der Stadt entfernt liegen, touristisch noch nicht ausreichend erschlossen sind – es gibt keine markierten Routen, keine bequemen Verkehrsanbindungen und Parkplätze, vor allem aber fehlen Informationen über die touristischen Möglichkeiten.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Die neue Initiative „Das Ljulin-Gebirge – Bewahren wir die Vergangenheit, um die Zukunft aufzubauen“ des Touristenvereins „Manastirska korija“ sucht nach Lösungen für diese Fragen. Geplant sind organisierte thematische Wanderevents, die dazu anregen sollen, das Gebirge aktiv zu erkunden. Das Projekt bündelt Routen und interessante Orte im Ljulin-Gebirge, verbindet sie mit neuen touristischen Erlebnissen und bringt sie ins Netz.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Das Potenzial dieses westlich der Hauptstadt gelegenen Gebirges ist wirklich enorm: Mehrere Stadtviertel befinden sich in unmittelbarer Nähe, und es bestehen Möglichkeiten für leichte Wanderungen, die für Familien und Wanderanfänger geeignet sind.
FOTO Facebook /TD "Manastirska Korija"
Das Ljulin-Gebirge ist historisch sehr reich. Hier gibt es Klöster, die Teil der Sofioter Heiligen Berge sind“, erklärte der Vorsitzende des Touristenvereins Iwan Popow in einem Interview für Radio Bulgarien. „Das ist also auch Teil der Idee, den Verkehr zum Witoscha-Gebirge zu verringern. Wir alle wissen, dass bei schönem Wetter oder wenn Schnee liegt und die Kinder Ski, Schlitten und Ähnliches fahren können, alle dorthin strömen. Das Ljulin-Gebirge hat auch frische Luft und schöne Orte für Spaziergänge zu bieten,und wir finden, dass man viel stärker auf diese Möglichkeiten aufmerksam machen sollte. “
FOTO TD "Manastirska Korija"
Das
Projekt zur Bekanntmachung des touristischen Potenzials des
Ljulin-Gebirges wird mit Unterstützung des Programms „Europa“
umgesetzt. Der erste Schritt ist die Vorbereitung einer etwa
dreistündigen Rundwanderung, die mit Schildern mit QR-Codes markiert
werden soll. Sie beginnt am Kloster „Hll. Kyrill und Method“ in
Gorna Banja, das Ende des 13. Jahrhunderts gegründet und während
der osmanischen Herrschaft mehrmals zerstört wurde.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Der Weg ist interessant, verläuft fast vollständig durch den Wald und führt an mehreren Kapellen entlang. Auf dem Rückweg geht es am ehemaligen Flakstützpunkt vorbei – einer Geisterstadt, in der mehr als tausend Soldaten und ihre Familien lebten. Vom Flakstützpunkt aus startet auch eine Fahrradroute für Mountainbiker mit mittlerem Erfahrungsniveau. Ihr letzter Punkt ist die Gegend „Bonsowi Poljani“, die fünf Minuten vom Parkplatz und der Bushaltestelle entfernt liegt. Das Fehlen einer Markierung der Wege ist eines der Hauptprobleme im Ljulin-Gebirge, doch die Rundwanderung wurde gerade deshalb ausgewählt, weil sie gut markiert ist.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Das Projekt „Das Ljulin-Gebirge – Bewahren wir die Vergangenheit, um die Zukunft aufzubauen“ bietet Einwohnern und Gästen Sofias die Möglichkeit, neue Orte, interessante Geschichten, Natursehenswürdigkeiten und kulturelles Erbe zu entdecken.
FOTO TD "Manastirska Korija"
„Im Rahmen des Programms haben wir vier Wanderungen an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen vorgesehen. Die konkreten Termine, die Ende September und im Oktober stattfinden werden, müssen wir noch bekannt geben“, erklärte unser Gesprächspartner. „Eine davon ist stärker der Geschichte und Spiritualität gewidmet, die andere führt zum Flakstützpunkt – mit Geschichte und Fotos. Unsere dritte Wanderung ist eine ‚Öko-Patrouille‘. Wir werden alle Handschuhe und Müllsäcke in unseren Rucksäcken tragen, damit wir den Müll der rücksichtslosen Wanderer einsammeln können. Und so wollen wir ein Beispiel geben und sagen: ‚Leute, denkt beim Wandern in den Bergen nach und sammelt euren Müll ein!‘ Die letzte Wanderung wird ein schnelles Aufsteigen auf den Gipfel Dupeewiza sein. Für die Erstplatzierten sind kleine Preise vorgesehen“, erläuterte Iwan Popow.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Die Gruppen werden aus etwa 35 Personen bestehen, damit allen Aufmerksamkeit geschenkt werden kann.
Das Ljulin-Gebirge bietet zahlreiche Möglichkeiten für angenehme Wanderungen. Es ist eher ein niedriges, weitläufiges Gebirge mit vielen Gipfeln, die herrliche Ausblicke bieten. Das Klima ist mild, ohne abrupte Wetterwechsel.
FOTO TD "Manastirska Korija"
Das Projekt des Touristenvereins zur Förderung des Tourismus in dieser Region nahe der Hauptstadt richtet sich vor allem an junge Menschen. Deshalb wurde eine spezielle App entwickelt, in der man nicht nur detaillierte Informationen finden, sondern auch digitale Abzeichen und Punkte sammeln kann, gegen die man in der Berghütte ein kostenloses Getränk oder ein Stück Kuchen bekommt. Das Hauptziel besteht darin, junge Menschen zu animieren, hinaus in die Natur zu gehen, ihre Kraft und wohltuende Wirkung zu spüren und es trotz der weiterhin in der Hand gehaltenen Smartphones für kurze Zeit zu schaffen, die Bildschirmabhängigkeit zu vergessen, die in ihrem Leben zu einem immer ernsteren Problem wird.
FOTO Facebook /Berghütte "Bonsowi Poljani"
Übersetzung: Rossiza Radulowa
Gestaltet von Rossiza Radulowa