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Joan Kolew
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Ausstellung präsentiert die Glagoliza als Symbol der Erinnerung
Donnerstag 10 September 2026 11:15
Donnerstag, 10 September 2026, 11:15
FOTO Ani Petrowa
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Der Bulgarische Nationale Rundfunk ist Gastgeber einer Ausstellung, die der Glagoliza gewidmet ist. Wie bekannt, ist die Glagoliza die erste in Europa entstandene Schrift, die von einem namentlich bekannten Schöpfer – Konstantin-Kyrill Philosoph – entwickelt wurde. Auch der Titel der Ausstellung – „Mit der Glagoliza um die Welt“ – bringt ihre zentrale Botschaft treffend zum Ausdruck: Sie soll Bulgaren auf der ganzen Welt verbinden und sie an ihre Wurzeln und ihre Vergangenheit in der Heimat erinnern – unabhängig davon, wo sie leben und aus welchen Gründen sie Bulgarien verlassen haben.
FOTO Joan Kolew
Kuratorin der Ausstellung ist unsere Landsfrau Mira Swilenowa, die seit fast 20 Jahren in Kanada lebt. Sprache und Schrift waren schon immer Teil ihres Berufslebens, da sie im Bereich Marketing und Kommunikation tätig ist. Daher überrascht es nicht, dass sie sich auch in ihren kreativen Arbeiten mit diesem Thema beschäftigt.
Mira Swilenowa
FOTO Dessislawa Semkowska
In einem exklusiven Interview mit Radio Bulgarien erklärte Mira Swilenowa, was sie dazu bewogen hat, die Glagoliza zum Mittelpunkt einer Ausstellung zu machen:
FOTO Ani Petrowa
„Ich beschäftige mich als Künstlerin seit drei Jahren mit der Glagoliza. Diese Zeit hat mir ermöglicht, eine gewisse Gemeinsamkeit in der Reaktion der Menschen zu beobachten – unabhängig davon, ob ich meine Arbeiten bei uns oder im Ausland ausstelle. Diese Ausstellung ist Teil eines wissenschaftlichen Projekts von mir, dessen Ziel es ist, eine interaktive Glagoliza-Fibel zu entwickeln, die bis Mitte 2027 fertiggestellt sein soll. Gleichzeitig erforsche ich die Glagoliza als Brücke für den Aufbau internationaler Beziehungen und als Instrument der Medienkompetenz. Heute entwickeln sich Medien und Technologien sehr schnell weiter. Sie tragen Kultur und Identität weiter. Wenn dies mithilfe der Glagoliza geschieht, könnte uns das dazu anregen, intensiver darüber nachzudenken, wie Kultur und Identität durch moderne Technologien vermittelt werden.“
FOTO Ani Petrowa
In seiner Ansprache erinnerte BNR-Generaldirektor Milen Mitew an die Worte des weltberühmten Künstlers Leonardo da Vinci, wonach „Geist und Herz die Hand führen müssen, sonst gibt es keine Kreativität“. Anlass dafür war die Feststellung, dass zeitgenössische Kunst, die dem Publikum präsentiert wird, häufig schwer verständlich ist und unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Die aktuelle Ausstellung bildet jedoch eine Ausnahme, denn sie vermittelt das Gefühl kultureller Erinnerung und steht als Symbol für die untrennbare Verbindung zwischen den Bulgaren in der Heimat und auf der ganzen Welt.
Dr. Joanna Dragnewa – Vertreterin der Exekutivagentur für Bulgaren im Ausland
FOTO Dessislawa Semkowska
„Besonders freut mich, dass die Glagoliza im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Sie ist die erste Schrift, die eigens für das Schreiben und Verständnis der slawischen Sprachen geschaffen wurde, und entstand im fernen 9. Jahrhundert. Sie ist jedoch viel mehr als nur eine Schrift – sie steht für das Streben nach einer unabhängigen kulturellen Identität und für eine in Symbolen kodierte Philosophie. Sie ist unsere Verbindung zu unseren bulgarischen Wurzeln. Vielleicht ist es daher logisch, dass wir heute ein zunehmendes Interesse an der Glagoliza beobachten. Es gibt verschiedene Kalligrafiekurse, und immer mehr junge Menschen lernen, ihren Namen in Glagoliza zu schreiben. Das zeigt, dass diese erste bulgarische Schrift auch heute ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität als Bulgaren ist.“
FOTO Dessislawa Semkowska
Die Ausstellung ist bis zum 25. September im Marmorsaal vor Studio 1 des Bulgarischen Nationalen Rundfunks zu sehen.
Milen Mitew, Generaldirektor des Bulgarischen Nationalen Rundfunks
FOTO Dessislawa Semkowska
Die Ausstellung wird mit Unterstützung der Exekutivagentur für Bulgaren im Ausland realisiert.
FOTO Dessislawa Semkowska
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov