Nationales Ethnografisches Museum stolz auf seine 120-jährige Geschichte

Das Museum schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und gewährt anlässlich seines Jubiläums freien Eintritt

Samstag, 19 September 2026, 13:13

"Berliner Kongress", Anton von Werner

"Berliner Kongress", Anton von Werner

FOTO Nationales Ethnografisches Museum - BAW

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Anlässlich seines 120-jährigen Jubiläums bietet das Nationale Ethnografische Museum (NEM) der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften eine echte Reise durch Zeit und Raum an. Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto „120 Jahre – 120 Minuten im NEM“ Den Besuchern eröffnen sich Möglichkeiten, die Traditionen, Bräuche und das Alltagsleben der Bulgaren aus verschiedenen Epochen und Regionen kennenzulernen. Für alle Besucher ist der Eintritt im Museum in der Knjas-Alexander-Straße 1 samstags und sonntags von 10:00 bis 12:00 Uhr frei.

Nationales Ethnografisches Museum stolz auf seine 120-jährige Geschichte

FOTO BGNES

Wechselhaft war die 120-jährige Geschichte des Museums. Sein Gebäude gehörte zu den am stärksten beschädigten während der Bombardierungen von Sofia im 2. Weltkrieg. Der größte Teil der Sammlung wurde zerstört und überflutet. Dennoch konnte ein Teil gerettet werden. Im Jahr 1953 bezog das Museum sein heutiges Domizil – den ehemaligen Fürstenpalast.

„Seit 70 Jahren sind wir hier im ehemaligen Fürstenpalast“, sagt die derzeitige Direktorin des Instituts für Ethnologie und Volkskunde mit Ethnografischem Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Doz. Dr. Mila Maewa, in einem speziellen Interview für Radio Bulgarien.

Dr. Mila Maewa

Dr. Mila Maewa

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Neben einem Rundgang und der Besichtigung der vielfältigen Sammlungen lädt das Museum Freunde und Liebhaber zu einer Reihe von Sonderveranstaltungen, Ausstellungen und Initiativen ein, die dem reichen kulturhistorischen Erbe Bulgariens gewidmet sind. Zu den Höhepunkten des Programms zählen die Sonderausstellung „Umzug aufs Land“ sowie die Ausstellung „Der Sternenhimmel – Mythologie und Wissenschaft“, die einzigartig ist und zum ersten Mal in Bulgarien gezeigt wird. Dazu ist bereits ein zweisprachiger Bildband erhältlich.

Ausstellung „Der Sternenhimmel – Mythologie und Wissenschaft“

Ausstellung „Der Sternenhimmel – Mythologie und Wissenschaft“

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Die Ausstellung „Der Sternenhimmel – Mythologie und Wissenschaft“ präsentiert die Forschungsergebnisse von Ethnografen, Ethnologen und Volkskundlern zu den Vorstellungen vom Kosmos und dessen Einbettung in der Folklore.

Die Ausstellung über die Rückkehr von der Stadt aufs Land zeigt hingegen nicht nur die Alltagskultur und das tägliche Leben, sondern auch den Wandel in den Ansichten und im Lebensstil der Menschen. Sie befasst sich mit einem universellen Problem: der Entscheidung von Menschen, die beschließen, aus der Stadt wegzuziehen und in kleinen Ortschaften zu leben, sowie damit, wie der Ort die Menschen und ihre Gewohnheiten verändert.


Fotoausstellung "Rückkehr von der Stadt aufs Land"

Fotoausstellung "Rückkehr von der Stadt aufs Land"

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Genau das ist auch die Idee hinter den Feierlichkeiten zum 120-jährigen Jubiläum des Nationalen Ethnografischen Museums. Das gesamte kulturelle Erbe soll der breiten Öffentlichkeit auf verständliche, interessante und interaktive Weise präsentiert werden. „Wenn wir über Kultur und ethnografische Museen sprechen, denken wir dabei oft in erster Linie an Schmuck, Keramik und Architektur, doch eigentlich ist Ethnografie viel mehr. Sie hat mit dem Menschen, mit Gemeinschaften und mit der Kultur zu tun. Gerade die Kultur ist es, die diese Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart unseres Volkes herstellt“, betont Dr. Mila Maewa.

Nationales Ethnografisches Museum stolz auf seine 120-jährige Geschichte

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Eines der ältesten Museen in Bulgarien widmet sich seit seiner Gründung der traditionellen Kultur der Bulgaren bzw. der in Bulgarien lebenden Gemeinschaften. „Es ist interessant zu beobachten, wie das Museum im Laufe der Jahre seinen Schwerpunkt verändert hat. Dank der langjährigen Arbeit verschiedener Forscher, Künstler und Museumsmitarbeiter haben wir die umfangreichste Sammlung in Bulgarien zusammengetragen“, sagt Mila Maewa stolz.

Nationales Ethnografisches Museum stolz auf seine 120-jährige Geschichte

FOTO Nationales Ethnografisches Museum - BAW

„Wir planen, unser Jubiläumsprogramm in den kommenden Monaten erheblich zu erweitern und fast jeden Tag eine Veranstaltung anzubieten, die dem Jubiläum gewidmet ist. Wir möchten ein vielfältiges Publikum ansprechen – sowohl Kinder und Schüler als auch junge Menschen, Studenten und Menschen, die unser Museum bisher noch nicht besucht haben. Unser Ziel ist es, das Museum bekannter und sichtbarer machen. Die Arbeit mit dem Publikum zeigt, dass das Nationale Ethnografische Museum, obwohl es sich im Zentrum von Sofia befindet, für einen Teil der Einwohner und für Touristen weitestgehend unbekannt ist. Wir wollen daher nicht nur unsere reiche Sammlung präsentieren und verschiedene Veranstaltungen organisieren, sondern noch einen Schritt weiter gehen und die Ausstellungsräume als Ort der Kommunikation und der Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe öffnen und etablieren. Das ist eine sehr ehrgeizige Aufgabe“, sagte die Direktorin des Nationalen Ethnografischen Museums abschließend.



Nationales Ethnografisches Museum stolz auf seine 120-jährige Geschichte

FOTO BTA

Übersetzung: Georgetta Janewa