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125 Jahre Iwan Tabakow – der vergessene Klassiker der bulgarischen Malerei

„Der Künstler versteht es meisterhaft, Licht darzustellen, wodurch die Figuren lebendiger wirken“, sagte Christo Boschkow, Kurator der Kunstgalerie in Wraza

Freitag, 18 September 2026, 15:05

Iwan Tabakow (Selbstporträt)

Iwan Tabakow (Selbstporträt)

FOTO artzona.bg

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Am 18. September 1901 wurde in Sofia Iwan Tabakow geboren – einer der großen bulgarischen Künstler, dessen feines Gespür und Fähigkeit, die visuelle Welt mit einer individuellen Handschrift neu zu erschaffen, bereits in seiner frühen Kindheit unter dem Einfluss der klassischen Kunst geprägt wurden. Die Verbindung von künstlerischer Sensibilität und musikalischer Bildung formte seine Wahrnehmung von Farbe, Licht und dem menschlichen Antlitz. 

125 Jahre Iwan Tabakow – der vergessene Klassiker der bulgarischen Malerei

FOTO galleryloran.com

Schon früh zeigte Iwan Tabakow Interesse an der Geige. Seine Schwester Zwetana Tabakowa sollte später zu den bekannten bulgarischen Opernsängerinnen gehören. Trotz des musikalisch geprägten familiären Umfelds entdeckte er allmählich seine eigentliche Berufung in der Malerei. An der Kunstakademie in Sofia studierte er bei den bedeutenden Künstlern Prof. Nikola Danuschew und Prof. Nikola Marinow, anschließend ging er nach Paris. 

Christo Boschkow

Christo Boschkow

FOTO Regionalhistorisches Museum Wraza

„Er blieb bis 1932 in der französischen Hauptstadt, wo er seine Ausbildung vervollkommnete und seine Werke aktiv ausstellte“, erzählte Christo Boschkow, Kurator der Kunstgalerie „Iwan Funew“ in Wraza. „Mit seinen bekannten Frauenporträts aus den Jahren 1930 und 1931 nahm er am Salon d’Automne teil, ein Jahr später zeigte er seine Bilder auch im Salon des Indépendants. Nach seiner Rückkehr nach Bulgarien begann er, Meereslandschaften zu malen, wahrscheinlich beeinflusst durch seine Freundschaft mit den bekannten Marinemalern Alexandar Mutafow und Mario Schekow. 1933 eröffnete er seine erste Einzelausstellung in seiner Heimat, die vor allem Werke aus seiner Pariser Zeit umfasste. Daneben zeigte er auch Porträts und Bilder mit Alltagsszenen aus dem Landleben. Neben zahlreichen Motiven aus seiner Heimat bereiste der Künstler die ganze Welt, und seine Werke fanden großen Anklang. Bei der Biennale von Venedig 1942 nahm er mit einem Porträt des Schriftstellers Georgi Rajtschew teil und weckte damit das Interesse der italienischen Presse. Die Mailänder Kunstakademie ernannte ihn zudem zu ihrem Ehrenmitglied.“

125 Jahre Iwan Tabakow – der vergessene Klassiker der bulgarischen Malerei

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Die Kunstgalerie in Wraza besitzt zwölf Werke von Iwan Tabakow. Dazu gehören „Morgen an der Seine“ mit dem intensiven Licht auf dem Fluss und das von den bulgarischen Marinemalern inspirierte „Boote zur Reparatur“, Darstellungen der Kathedralen „Saint-Séverin“ und „Sainte-Geneviève“, das große Porträt der Opernprimadonna Zwetana Tabakowa sowie „Meine Frau“ und die Landschaft „Herbst“ mit ihrer impressionistischen Herangehensweise. 

Zwetana Tabakowa

Zwetana Tabakowa

FOTO galleryloran.com

„Iwan Tabakow hinterlässt vor allem als Porträt- und Landschaftsmaler eine bleibende Spur, Kunsthistoriker zählen ihn jedoch auch zu den Künstlern, die stark vom Impressionismus beeinflusst wurden“, ergänzte der Kurator. „An der Pariser Académie Julian ermutigten ihn seine Professoren Albert Bénard und Marcel Baschet, sich mit der großen akademischen Tradition des alten Kontinents auseinanderzusetzen. Dort entdeckte er sein Interesse an Porträts, Landschaften und Stillleben neu. Baschet war einer der führenden Porträtmaler seiner Zeit, während Bénard ein überzeugter Anhänger des Impressionismus war. Iwan Tabakow verstand es meisterhaft, Licht darzustellen, wodurch die Figuren lebendiger wirken. In dieser Hinsicht hat er auch etwas von Albert Bénard übernommen. Gerade deshalb ist er eine interessante Persönlichkeit: Er wurde sowohl an renommierten europäischen Akademien als auch an der bulgarischen Kunstakademie ausgebildet, die den Grundstein für seine akademische Ausbildung legte.“

125 Jahre Iwan Tabakow – der vergessene Klassiker der bulgarischen Malerei

FOTO galleryloran.com

Der Lebensweg des Künstlers endete im November 1977. Während seines gesamten Schaffens arbeitete er überwiegend freiberuflich und veranstaltete 30 Einzelausstellungen. Er entwickelte einen eigenen Stil, der sich durch Lebensfreude und farbliche Harmonie sowie einen mutigen Einsatz von Licht und Volumen auszeichnete. 

„Leider blieb er bereits zu Lebzeiten zu Unrecht im Schatten der lauteren Namen seiner Generation, und nach seinem Tod geriet sein Name in Vergessenheit“, betonte der Kunsthistoriker Ljudmil Wesselinow. In den vergangenen Jahren haben einzelne Galerien versucht, einen der Klassiker der bulgarischen Malerei wieder aus der Vergessenheit zu holen. 

„Wassil Lewski gründet ein geheimes Revolutionskomitee“

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Text: Diana Zankowa (Es wurde ein Interview mit Sonja Valeriewa aus dem Radio Widin des Bulgarischen Nationalen Rundfunks verwendet) 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov