Autor
Zwetana Tontschewa
Artikel
Der Bariton Konstantin Rittel-Kobylianski hat sich in Bulgarien verliebt
Der Nachfahre der bekannten ukrainischen Künstlerfamilien Rittel und Kobylianski: „Die Bulgaren sind ein bemerkenswertes Volk, dem man wünscht, dass es fortbesteht… Es lebe mein bereits geliebtes Bulgarien!“
Sonntag 27 September 2026 13:11
Sonntag, 27 September 2026, 13:11
Konstantin Rittel-Kobylianski
FOTO Facebook/Konstantin Rittel-Kobylianski
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Konstantin
Rittel-Kobylianski ist ein ukrainischer und deutscher Opernsänger,
der 1975 in einer Schauspielerfamilie in der ukrainischen Hauptstadt
Kiew geboren wurde. Sein Urgroßvater mütterlicherseits war der
Bruder der bekannten ukrainischen Schriftstellerin Olha Kobylianska
(1863–1942). Seine erste Ausbildung erhielt Konstantin
Rittel-Kobylianski an der Nationalen
pädagogischen Universität Kiew und schloss 1998 sein Studium im
Operngesang an der Musikakademie in Odessa ab. Von 2000 bis 2003
studierte er an der Hochschule für Musik Freiburg, nahm an
Meisterkursen teil, unter anderem bei einem der größten Opernsänger
des 20. Jahrhunderts – Dietrich Fischer-Dieskau.
Er wurde mit dem renommierten Internationalen Musiktheaterpreis in Deutschland sowie mit dem Preis Pro Europe – European Foundation for Culture Awards ausgezeichnet, der von der Europäischen Kulturstiftung beim Europäischen Parlament in Straßburg verliehen wird. Er gastierte in Paris, Straßburg, Amsterdam, Rotterdam, Marseille, Moskau, Sankt Petersburg, Kiew, Odessa, Chicago, Santa Barbara, San Francisco, Jerusalem, Tel Aviv, Berlin ...
Sein Repertoire umfasst Dutzende emblematischer Baritonpartien.
Am 28. August 2026 debütierte Konstantin Rittel-Kobylianski in Bulgarien im Rahmen des alljährlichen Sommerfestivals „Opera Open“ im Antiken Theater in Plowdiw als Escamillo aus Bizets „Carmen“ – eine Rolle, für die er mit dem deutschen Internationalen Musiktheaterpreis ausgezeichnet wurde. Er hat Escamillo viele Male an verschiedenen Theatern gesungen; es ist eine seiner Lieblingsrollen. Die Einladung aus Plowdiw nahm er gerne an, weil:
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„Erstens ist dies die Heimatstadt großer Musiker. Zuerst einmal von Boris Christow, dem größten Bass. Ich hatte Glück, die erste Probe fand in einer Art Musikpalast statt, der nach ihm benannt ist. Und dort, vor dem Gebäude, steht ein Denkmal – wie eine Maske, die ihm im wirklichen Leben sehr ähnlich sieht. Ich hatte das Glück, ihn einmal zu sehen, als ich noch sehr klein war. Meine Mutter kannte ihn.
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"Und das ist nicht meine Aussage, sondern ihre. Einmal sagte sie: ‚Mein Gott, wie richtig die Zeit doch ist! Wie sie zwei große Genies – Schaljapin und Christow – nicht zur gleichen Zeit auf die Welt kommen ließ, sonst hätte das Publikum keine Wahl treffen können. Es hätte zwei Götter am Opernhimmel gegeben‘", erzählte Konstantin Rittel-Kobylianski.
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„Wissen Sie, der einzige Ort, an dem ich nicht gesungen habe, ist der Nordpol, bei den Bären, aber das Publikum in Plowdiw ist etwas Besonderes. Mein Gott, wie viele junge Menschen waren da! Ich werde Ihnen aus eigener Erfahrung sagen – ich komme aus Kiew, bin dort aufgewachsen, und diese Kopfsteinpflasterstraßen, die leider in Kiew alle durch gewöhnlichen Asphalt ersetzt worden sind, haben Sie in Ihrer wunderbar schönen Stadt erhalten, Sie haben diesen Geist der Zeit bewahrt – das ist mir sehr teuer. In Plowdiw fühlte ich mich, als wäre ich im alten Kiew, in Podol, in Petschersk – das sind sehr alte Stadtteile, die noch immer erhalten sind. Aber Plowdiw hat dies auf m Weise majestätische Art bewahrt. All das ist dank Ihrer Herzen möglich. Die Menschen in dieser Stadt sind unglaublich. Das Wichtigste ist die wunderbare Atmosphäre, die Inspiration“, schwärmte Konstantin Rittel-Kobylianski.
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Was würden Sie sich wünschen, dass alle Menschen auf der Welt über Bulgarien wissen, fragten wir ihn.
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„Ich möchte mit der ganzen Welt teilen, dass es ein wunderbares, herrliches Land gibt. Wenn ich der Welt etwas sagen wollte, würde ich sagen: Das ist ein bemerkenswertes Volk, dem man wünscht, dass es fortbesteht. Ich möchte Ihnen nichts weiter wünschen. Seien Sie glücklich und bleiben Sie weiterhin so wunderbar und herzlich. Es lebe mein bereits geliebtes Bulgarien!“
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Übersetzung: Rossiza Radulowa