Junona Buljaschki: Sonntagsschulen verbinden Bulgaren weltweit

Montag, 21 September 2026, 15:17

Junona Buljaschki: Sonntagsschulen verbinden Bulgaren weltweit

FOTO Joan Kolew

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Zum zweiten Mal in Folge hat die Jury des Essaywettbewerbs für Schülerinnen, Schüler und Studierende aus den bulgarischen Gemeinschaften im Ausland junge Menschen außerhalb Bulgariens ausgezeichnet. Die Initiative wird vom Bulgarischen Nationalen Rundfunk unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Bulgarien veranstaltet und ist Teil der Bemühungen des Senders, eine stärkere Verbindung zu unseren Landsleuten in aller Welt aufzubauen.

Zu den diesjährigen Preisträgern gehört die 18-jährige Junona Buljaschki. Trotz ihrer Aufregung darüber, zum ersten Mal vor einem Medium zu sprechen, teilte sie Gedanken, die jeden jungen Menschen bewegen, der an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt steht. Junona wurde in Bulgarien geboren und zog im Alter von gerade einmal zwei Jahren nach Großbritannien. Jeden Sommer verbringt sie jedoch Zeit in der Heimat – und offenbar reicht das aus, um den Wunsch zu entwickeln, ihre Ausbildung in Bulgarien fortzusetzen:

Junona Buljaschki nahm ihre Auszeichnung von Präsidentin Ilijana Jotowa entgegen

Junona Buljaschki nahm ihre Auszeichnung von Präsidentin Ilijana Jotowa entgegen

FOTO Ani Petrowa, BNR

„Einige meiner Mitschülerinnen und Mitschüler planen, nach Bulgarien zu kommen und ihre Ausbildung dort fortzusetzen. Ich denke auch darüber nach, nach Bulgarien zurückzukehren, weil ich hier nicht in einem Alter gelebt habe, in dem ich mich bewusst an vieles erinnern kann, und deshalb nicht viel weiß. Es scheint jedoch, dass mir etwas fehlt, gerade weil ich nicht lange genug hier gelebt habe. Ich möchte herkommen und ein paar Jahre hier leben – nicht mein ganzes Leben –, aber sehen, wie es hier in meinem eigenen Land ist. Wahrscheinlich werde ich etwas studieren, das mit Musik oder Kunst zu tun hat, weil ich dank meines Vaters, der mein Lehrer ist, seit meiner frühen Kindheit Klavier spiele und auch mein Bruder Musiker ist“, sagte Junona Buljaschki.

Ihre Familie entschied sich im Jahr 2011, nach Großbritannien auszuwandern, als Junonas ältere Schwester den Wunsch äußerte, dort zu studieren. Sie ließen sich in Oxford nieder, wo Junona Jahre später Schülerin der bulgarischen Sonntagsschule „Slowo“ in der Stadt wurde. Nach der 8. Klasse wechselte sie zur bulgarischen Sonntagsschule „Iwan Stantschow“ bei unserer Botschaft in London. Ihre Mutter Tatjana betonte, dass sie an beiden Schulen auf hervorragende Lehrkräfte getroffen sind, denen sie viel zu verdanken haben. Junona erzählte, dass ihr zwei ihrer Lehrerinnen – Anna Jordanowa-Piron an der Schule „Slowo“ und Sdrawka Momtschewa an der Schule „Iwan Stantschow“ – einige der wertvollsten Geschenke gemacht haben:

Sdrawka Momtschewa und ihre Schülerinnen und Schüler der Oberstufe

Sdrawka Momtschewa und ihre Schülerinnen und Schüler der Oberstufe

FOTO schoolbgembassy.co.uk

„Frau Anna Piron ist ein wunderbarer Mensch. An ihrer Art zu unterrichten und an ihrem Verständnis merkt man, dass sie ihre Arbeit liebt und uns mit Freude unterrichtet. Das kommt von innen, und ich mochte sie schon, als ich sehr klein war. Seit zwei Jahren habe ich auch die Lehrerin von ‚Iwan Stantschow‘. Sie vermitteln mir Bulgarien durch ihre Augen als Lehrerinnen. Aber was meiner Meinung nach wichtig ist: Mit ihnen fühle ich mich weit über die formale Beziehung zwischen Lehrerin und Schülerin verbunden. Ich empfinde sie als Familie und kann mich mit ihnen frei unterhalten. Für sie ist Bulgarien nicht einfach nur ein Land, sondern ein Zuhause“, erzählte Junona Buljaschki.

Ihnen verdankt das junge Mädchen auch ihr Interesse am Schreiben, das sich in dem Essay zeigt, in dem sie nach einer Antwort auf eine äußerst aktuelle Frage sucht: Was ist das Anliegen, das die Bulgaren weltweit verbinden könnte?

Junona Buljaschki: Sonntagsschulen verbinden Bulgaren weltweit

FOTO schoolbgembassy.co.uk

„Meiner Meinung nach sind die Sonntagsschulen ein sehr guter Anfang. Als Schülerin an einer bulgarischen Schule im Ausland fühle ich mich mit der Kultur und der Geschichte vertraut und habe außerdem viele Bulgaren kennengelernt. Deshalb denke ich, dass gerade die Schulen diejenigen Orte sind, die uns miteinander verbinden“, ist Junona Buljaschki überzeugt.

Am Vorabend des Tages der bulgarischen Unabhängigkeit am 22. September fragten wir unsere beiden Gesprächspartnerinnen, was es für sie heute bedeutet, unabhängig zu sein. Für Junona bedeutet es, frei zu sein, ohne irgendwelche Einschränkungen, die ihren Drang bremsen, immer weiser zu werden und ihren Interessen zu folgen. Der Altersunterschied und die gesammelten Erfahrungen führen dazu, dass ihre Mutter Tatjana die Frage anders betrachtet:

„Weitere Horizonte und die Freiheit, sagen zu können, was man denkt, sind wichtig. Allein die Tatsache, dass wir heute all das sein können, was wir sind, verdanken wir vielen Menschen, die dafür ihr Leben gegeben haben – unabhängig davon, wo jemand lebt –, damit jeder Einzelne zum Wohlstand und zur Entwicklung des Landes beitragen kann. Heute können unsere Kinder überall lernen und sich weiterentwickeln und in den vergangenen Jahren zunehmend in die Heimat zurückkehren. Ich denke, dass dies eine sehr gute Entwicklung ist, die sich ergeben hat und zu einer großartigen Zukunft für Bulgarien führen wird“, sagte abschließend Tatjana Buljaschki.


Übersetzung: Rossiza Radulowa