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Eine Bulgarin, die ihr Leben dem Vaterland gewidmet hat
Die junge Frau kämpfte in mehr als einem Befreiungskrieg und wurde die erste diplomierte Hebamme und Rettungsschwimmerin in Bulgarien
Sonntag 27 September 2026 11:05
Sonntag, 27 September 2026, 11:05
FOTO Regionalbibliothek "Pentscho Slawejkow" - Warna
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Christina Hranowa wurde 1852 im Dorf Klissura in der Gemeinde Sofia in der Familie von Hrano Zenkow geboren und war die Jüngste unter zwölf Brüdern und fünf Schwestern. Im Alter von zwölf Jahren erschoss sie den Anführer der türkischen Baschibozuks, der versucht hatte, ihre Mutter zu enthaupten. Daraufhin lud ihr Vater die zahlreiche Familie auf einen Karren und brachte sie nach Sofia. Das Mädchen besuchte das Gymnasium von Jordanka Filaretowa, und als sich ihr die Gelegenheit bot, dem Freiheitsapostel Wassil Lewski zu helfen, zögerte sie nicht.
„Mit 18 Jahren wurde Christina auf Empfehlung von Lewski Kurierin des Revolutionskomitees von Sofia“, erzählt Magdalena Gigowa in ihrer Rubrik „Adressen der Liebe“ im BNR-Programm „Radio Sofia“. „Jede Woche ritt sie auf ihrem Pferd, als Junge verkleidet, von Sofia nach Lowetch und Panagjurischte und überbrachte Briefe an Lewski. Es dauerte nicht lange, bis auch in Hranowo die schreckliche Nachricht eintraf, dass Lewski gefangen genommen und zum Tode verurteilt wurde. Christina verkleidet sich als Schäfer, warf einen Mantel über, nahm den Hirtenstab in die Hand und begab sich in die Nähe des Hinrichtungsortes, um den Apostel ein letztes Mal zu sehen.
FOTO europeana.eu, museumvt.com
Während des Aprilaufstands (1876) nahm Christina Hranowa an den Kämpfen in Batak teil. Ein Jahr später schloss sie sich als Sanitäterin den Reihen der Widerstandskämpfer an und durchlebte das Feuer der Schlachten bei Schipka, Schejnowo und Stara Sagora.
Nachdem die Freiheit errungen war, reiste Christina Hranowa nach Kiew, wo sie mit Hilfe eines Stipendiums für begabte Schüler das Geburtshilfeinstitut der Kaiserlichen Universität „Heiliger Wladimir“ mit Auszeichnung abschloss und die erste diplomierte Hebamme in Bulgarien wurde.
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Dank ihres engagierten Einsatzes wurde in Sofia die erste Entbindungsstation eröffnet. Sie übte diesen edlen Beruf in mehreren Städten aus, darunter auch in Warna. Gerade in dieser Küstenstadt wurde sie nicht nur zur ersten Rettungsschwimmerin in unserem Land, sondern weltweit.
„Im serbisch-bulgarischen Krieg von 1885 wurde Christina Hranowa erneut zur Heldin. Damals wurde sie am linken Knie verwundet“, erzählt Magdalena Gigowa. „Sie konnte nicht nur geschickt mit der Waffe umgehen, sondern trug in ihrer Tasche auch Medikamente und versorgte Kranke und Verwundete. Fast 30 Jahre nach dem Russisch-Türkischen Befreiungskrieg zog Christina ein letztes Mal den Soldatenmantel an und meldete sich als Freiwillige – diesmal im Zweiten Balkankrieg (1913). Zu dieser Zeit war sie etwa 60 Jahre alt.“
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Jahre später wird sie auf einer Postkarte in einer prächtigen Militäruniform mit der für die Widerstandskämpfer typischen Jacke und sechs Orden und Medaillen auf der Brust posieren. Die Widrigkeiten des Lebens gehen an ihr jedoch nicht spurlos vorbei. Es stellte sich heraus, dass es schwieriger war, gegen die Gleichgültigkeit der Beamten zu kämpfen als einen Sieg auf dem Schlachtfeld zu erringen. So wurde ihr 1910 eine staatliche Rente verweigert, weil sie nicht regelmäßig Beiträge gezahlt hatte.
„Christina erlebt in ihrem Privatleben nur wenig Freude. Es gelang ihr nicht, eine Familie zu gründen und so bleib sie ein Leben lang einsam“, sagt Magdalena Gigowa abschließend. Bis zum Ende ihrer Tage wurde sie von rheumatoider Arthritis geplagt. Sie lebte in einer Holzbaracke und musste auf der Straße um Almosen bitten, um ein Stück Brot zu kaufe. Trotz ihrer Auszeichnungen und Verdienste um den Staat dauerte es fast acht Jahre, bis ihre Anträge auf Rente endlich Gehör fanden. Im Jahr 1918 gewährte ihr das Parlament eine lebenslange Volksrente in Höhe von 60 Lewa, gerade genug, um nicht zu verhungern.“
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1922, im Alter von 72 Jahren, verließ Christina Hranowa unter Qualen und Leiden diese Welt.
„Sie wurde nicht mit militärischen Ehren beigesetzt. Auf ihrem letzten Weg wurde sie nur von alten Kampfgefährten begleitet. Wo sich ihr Grab befindet, ist heute unbekannt. Trotz ihrer Heldentaten und Erfolge, trotz der Leben, die sie gerettet hat und der unzähligen Geburten, bei denen sie geholfen hat, blieb das Lebenswerk von Christina Hranowa außerhalb des Pantheons der großen Bulgaren - ohne Inschrift, Kreuz und Grabtafel. In Warna, wo sie als Hebamme und Rettungsschwimmerin tätig war, gibt es nur eine nach ihr benannte Straße.
Text: Diana Zankowa, unter Verwendung eines Beitrags von Magdalena Gigowa, ausgestrahlt bei Radio Sofia.
Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa