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Diana Zankowa
Artikel
Von „Explosion“ zur „Obsession“ – die Schmuckdesignerin Bogdana Toprewa
„Ich glaube fest daran, dass die Künstler von Gott geküsst sind, und ich bin dankbar für dieses Gefühl“. Eine Retrospektive.
Sonntag 4 Oktober 2026 10:10
Sonntag, 4 Oktober 2026, 10:10
FOTO Diana Zankowa
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Eine Botschaft über den eigenen Platz in der Welt zu vermitteln und sich selbst zu definieren, lässt sich auf vielfältige Weise tun, unter anderem auch durch Designerschmuck. In ihrer Retrospektive „Obsession“ in der Galerie und Buchhandlung „Sofia Press“ spannt Bogdana Toprewa einen Bogen über die drei Jahrzehnte, in denen sie Schmuck in Kunst verwandelt hat – von Verzierungen des menschlichen Körpers verwandeln sie sich in Erinnerungen und ein materielles Zeichen für unsere eigene Position auf dieser Erde.
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„Ich bin wirklich wie besessen von Schmuck, aber im positiven Sinne“, erklärt die Künstlerin zum Titel der Ausstellung und erinnert sich an die Anfänge.
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„Zu Beginn meiner künstlerischen Laufbahn war ich viel unbeschwerter. Vielleicht ist das typisch für die jüngeren Jahre, in denen man sich mit viel mehr Begeisterung in Dinge stürzt, ohne über die Folgen nachzudenken – nicht darüber, wie der Schmuck genau aussieht, sondern vielmehr darüber, was man damit ausdrücken möchte. Leider ist das ein wenig verloren gegangen. Ich befinde mich nun in einer Phase, die viel ruhiger, viel ernster und viel mehr auf die Kunst des Schmuckdesigns ausgerichtet ist“, gibt Bogdana Toprewa zu.
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1998 – einer Zeit tiefgreifender Veränderungen sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene – schuf Bogdana Toprewa die Kollektion „Explosion“. Sie besteht aus großformatigen Schmuckstücken aus Silber und einem Polymer, das unter UV-Licht leuchtet und den Eindruck eines Bühnenspektakels vermittelt. Die beiden jüngsten Kollektionen „Unsichtbare Dächer / Sofia – Paris“ wiederum sind vom Thema einer anderen, möglichen Sichtweise inspiriert – der der Vögel und der fliegenden Menschen. So verwandeln mit Hilfe von Drohnenaufnahmen für das menschliche Auge unsichtbare Bilder die städtische Architektur in eine Grundlage für Schmuck.
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Bogdana Toprewa hofft, dass die Besucher der Ausstellung ihre Geschichte spüren. „Mein Leben ist mit dem kreativen Schaffen verbunden. Mit jedem Schmuckstück erzähle ich eine Art Märchen. Wenn jemand, der mich nicht kennt, in die Galerie kommt und beim Betrachten der Schmuckstücke genau das spürt, dann bin ich glücklich, dass ich ihn emotional berührt habe“, sagt sie.
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Der künstlerische Werdegang von Bogdana Toprewa begann an der Nationalen Kunstakademie in Sofia, wo sie „Industriedesign“ studiert hat. Doch bereits in ihrer Abschlussarbeit hat sie sich auf Schmuck konzentriert. Später nahm sie am Residenzprogramm der Cité internationale des arts in Paris teil und hatte dort 2012 und 2025 Einzelausstellungen. Neben der französischen Hauptstadt stellte sie ihre Kollektionen auch in Bratislava, Budapest, Wien und Sofia aus. Doch wie entsteht die Idee dafür und wo liegt die Quelle – in uns selbst, in der Umgebung oder in jener vermeintlichen Welt, die den wahren Künstlern Inspiration schenkt?
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„Eine Idee kann auf jede erdenkliche Weise entstehen“, antwortet Bogdana Toprewa in einem Interview für Radio Bulgarien. „Vielleicht höre ich morgens beim Aufstehen das Zwitschern eines Spatzen und entwerfe daraufhin die Kollektion „Vögel“. Eigentlich ist sie auch so entstanden. Vielleicht löst ein Film oder ein Lied eine bestimmte emotionale Stimmung in mir aus. Inspiration findet man also überall und in jedem Moment. Ich glaube, dass kreative Menschen von Gott geküsst sind und ich bin sehr dankbar, dass ich mich dazuzählen kann. Ich glaube fest daran, dass mir meine Ideen gesandt werden und ich nur das Medium bin.“
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Was sie auch kreiert – die Schmuckstücke von Bogdana Toprewa zeichnen sich durch ihre Unverwechselbarkeit aus. Das hört sie sowohl von Kollegen als auch von Kunden. „Ich freue mich, dass die Menschen dieses gewisse Etwas erkennen, auch wenn ich selbst nicht genau sagen kann, worin es besteht“, sagt die Künstlerin. Die Bewunderer ihrer Kunst erkennen sie sogar in den riesigen Körperpanzern wieder.
„Es handelt sich eher um Bühnen-Schmuck, aber auch damit kann eine bestimmte Art von Sensibilität und Weltanschauung zum Ausdruck gebracht werden“, erklärt die Schöpferin. „Ich glaube, dass es genügend Damen gibt, die eine solche Rüstung anlegen und damit auf die Straße gehen würden. Aber das würden nur diejenigen von ihnen tun, die eine einzige Eigenschaft in ihrer Seele tragen – Freiheit. Trotz der Rüstung.“
Bogdana Toprewa ist überzeugt, dass sie noch viele Jahre in der Kunst präsent sein und noch zahlreiche Ausstellungen veranstalten wird. Welche Perspektiven der bisher zurückgelegte Weg eröffnen wird, bleibt vorerst ein Rätsel, ob eine Weiterentwicklung oder ein völlig neues Kapitel. In Erwartung der Erleuchtung äußert sie ihre Vermutung: „Wir werden sehen, in welche Richtung mich diese Berührung durch Gott und meine Fantasie führen werden.“
Übersetzung: Georgetta Janewa