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Bulgarische medizinische Erfindung unterstützt die onkologische Chirurgie

Montag, 5 Oktober 2026, 18:15

Bulgarische medizinische Erfindung unterstützt die onkologische Chirurgie

FOTO Sdrawka Masljankowa

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Ein Team von Ingenieuren aus Gorna Orjachowiza hat den ersten tragbaren Gamma-Spektrometer-Detektor Bulgariens entwickelt, der in der Onkologie, insbesondere bei Brustkrebs, eingesetzt wird. 

„Bei jeder zehnten Bulgarin wird die schwere Erkrankung diagnostiziert, die zunehmend jüngere Frauen betrifft“, kommentierte der Onkochirurg der Aleksandrowska-Krankenhaus, Professor Swilen Masljankow. Er hat bereits vier Frauen mit Brustkrebs mithilfe des Prototyps der medizinischen Erfindung operiert. 

„Der Einsatz dieses Geräts in der onkologischen Chirurgie trägt dazu bei, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten und postoperative Komplikationen zu verhindern“, erklärte Professor Masljankow. 

Eineinhalb Jahre lang arbeiteten die Erfinder aus Gorna Orjachowiza gemeinsam mit einem Kernphysiker und dem Onkologen Professor Swilen Masljankow an der Entwicklung des tragbaren Gamma-Spektrometers. Weltweit gibt es vergleichbare Geräte, doch das bulgarische Modell sei bei der Krebsdiagnose empfindlicher und präziser, sagen seine Erfinder. 

„Das Ziel des Geräts ist es, Tumorzellen aufzuspüren. Nach Einschätzung des Chirurgen können dann betroffene Weichteile entfernt werden. Unser Gerät ist dank des von uns entwickelten Sensors empfindlicher als das Vergleichsgerät, mit dem Professor Masljankow es unter klinischen Bedingungen vergleicht“, erläuterte der Erfinder, Ingenieur Michail Tschentkow. 

Das Gamma-Spektrometer verfügt über einen integrierten Temperatursensor, der für die Chirurgen von großer Bedeutung ist: 

„Dieser Temperatursensor liefert Informationen, und alle 100 Millisekunden reguliert sich das Gerät selbst. Bereits eine Veränderung der Außentemperatur um nur ein Grad führt zu einem Messfehler von drei Prozent. Eine weitere Innovation ist der um etwa 30 Grad abknickbare Arm. Dadurch kann der Chirurg auch schwer zugängliche Stellen erreichen, um dort die Diagnose durchzuführen.“ 

Ing. Michail Tschenkow (links) und der Onkochirurg Prof. Dr. Swilen Masljankow

Ing. Michail Tschenkow (links) und der Onkochirurg Prof. Dr. Swilen Masljankow

FOTO Sdrawka Masljankowa

Das Gerät wird bei der sogenannten Sentinel-Markierung der Lymphknoten bei Brustkrebs oder anderen onkologischen Erkrankungen eingesetzt. 

„Am Tag vor der Operation wird in den Bereich der Brust, in dem der Tumor vermutet wird, ein Radionuklid injiziert, dessen Moleküle sich im sogenannten Sentinel-Lymphknoten ansammeln. Wenn keine Metastasen vorliegen, wird nur dieser Lymphknoten entfernt und nicht das gesamte Lymphknotenpaket, wie es derzeit üblich ist. Die präzise Arbeitsweise führt dazu, dass nachfolgende Komplikationen vermieden werden und die Lebensqualität der Patienten deutlich steigt“, erklärte Professor Masljankow. 

„In Bulgarien gibt es erhebliche Probleme bei der Brustkrebsvorsorge“, kommentierte Professor Swilen Masljankow: 

„Etwa sechs bis acht Prozent der Formen von Brustkrebs sind genetisch bedingt. Es gibt keine Programme, um diese Fälle gezielt zu erfassen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Es gibt kein etabliertes Screeningprogramm. Eine Mammografie wird ab dem 45. Lebensjahr durchgeführt und ist freiwillig. Ein Screeningprogramm erfordert Ressourcen, aber dann würden die Patienten in einem deutlich früheren Stadium erkannt.“ 

Brustkrebs betrifft zunehmend jüngere Frauen. Professor Masljankow berichtete, dass er im vergangenen Jahr bei einer 23-jährigen Frau die Erkrankung diagnostiziert habe. Vor einigen Monaten habe er eine 28-Jährige mit Brustkrebs operiert. 

Die Erfindung der Ingenieure aus Gorna Orjachowiza – ein tragbares Gamma-Spektrometer, das bei der onkologischen Chirurgie von Brustkrebs, Melanomen und verschiedenen anderen Krebserkrankungen helfen kann – muss noch zertifiziert werden. Dies wird mindestens ein Jahr dauern, bevor das Gerät auf den Markt gebracht werden kann. Für seine Entwicklung wurde ein Fördermittel aus dem operationellen Programm „Wettbewerbsfähigkeit“ genutzt. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov