Autor
Joan Kolew
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Bulgarin Ina Sotirowa mit fünf Nominierungen bei den Caribbean Film Awards
Ob sie eine Auszeichnung gewinnt, wird am 10. Oktober bekannt
Freitag 9 Oktober 2026 11:15
Freitag, 9 Oktober 2026, 11:15
Ina Sotirowa
FOTO imdb.com
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Ina Sotirowa ist eine Regisseurin, die mit allem, was sie tut, dazu beitragen möchte, die Welt um sie herum zu verändern. Deshalb versucht sie bei ihrer beruflichen Arbeit stets, den Puls der Zeit zu erfassen und zu spüren, was die Menschen in ihrem Alltag bewegt – auch wenn sie es nicht zeigen oder es ihnen zu persönlich ist. Ihre Fähigkeit, Geschichten ehrlich und aus der Perspektive der Menschen zu erzählen, um die es geht, gewinnt die Bewunderung des Publikums, und die Auszeichnungen für ihre Arbeit lassen nicht lange auf sich warten. Ihr vierter Film „Stinky Mango“ erhielt mehrere Nominierungen bei der Veranstaltung „Diversity in Cannes“ und wurde in Cannes als bester Cast ausgezeichnet. Anschließend erhielt er beim Festival „Films thatmove“ in Jamaika eine Auszeichnung für innovatives Storytelling.
Standbild aus dem Film „Stinky Mango“
FOTO Mango Magic Movie
Nun, ein Jahr später, gibt es einen neuen Anlass für ein Gespräch mit Ina Sotirowa, denn „Stinky Mango“ ist für drei Auszeichnungen bei den „Caribbean Film Awards“ nominiert – als bester Kurzfilm, für Sheldon Shepherd als bester Schauspieler sowie für den Caribbean Cultural Heritage Award. Die Bulgarin selbst ist als beste Nachwuchsregisseurin nominiert. Ob sie eine der Auszeichnungen gewinnen wird, wird am 10. Oktober bei der ersten Ausgabe des Filmwettbewerbs in der US-amerikanischen Stadt Wilmington bekannt gegeben.
FOTO Privatarchiv von Ina Sotirowa
Für die Auszeichnung als „Bester Dokumentarfilm“ ist auch Ina Sotirowas neuester Film „Sisters and the Storm“ nominiert. Das Projekt wurde im Rahmen eines UNICEF-Programms finanziert:
FOTO imdb.com
„Im vergangenen Jahr, am 28. Oktober, traf der Hurrikan „Melissa“ den Südwesten der Insel Jamaika. Er war sehr stark und richtete große Schäden an. Bis heute haben sich die Menschen noch nicht davon erholt“, erzählt uns Ina Sotirowa. „Anfang dieses Jahres haben UNICEF und die Jamaica Film and Television Association (JAFTA) eine Initiative ins Leben gerufen, um drei kurze Dokumentarfilme über die Auswirkungen des Hurrikans auf Frauen und Kinder zu finanzieren. Ich habe meinen Film „Sisters of the Storm“ vorgeschlagen und eine der drei Förderungen erhalten. Die Geschichte handelt von drei Mädchen, die keine Familien haben oder ihnen aufgrund von Problemen wie häuslicher Gewalt oder anderen Umständen weggenommen wurden und in sogenannten Kinderdörfern leben. Der Hurrikan zerstört eines dieser Dörfer, und sie müssen in eine ähnliche Einrichtung in Jamaikas Hauptstadt Kingston umziehen, wo sie sich nicht zu Hause fühlen“, sagte Sotirowa.
Die Dreharbeiten werden aufgrund der Hauptdarsteller zu einer besonderen Herausforderung:
FOTO Privatarchiv von Ina Sotirowa
„Es sind Kinder, von denen einige keine Eltern haben. Wir mussten ihre Identität geheim halten. Das ist kein typischer Dokumentarfilm, in dem man Interviews mit den Beteiligten sehen kann. Wir haben ihn eher wie ein Audiotagebuch gestaltet. Da wir die Kinder weder zeigen noch sagen durften, wo sie sich befinden, mussten wir diesen Teil der Dreharbeiten sehr kreativ angehen. Dadurch wurde der Film zu einem sehr poetischen und intimen Porträt dieser Kinder in einem ganz bestimmten Moment ihres Lebens“, so Sotirowa.
Die Dreharbeiten waren bereits nach fünf Tagen abgeschlossen, doch der Schnitt dauerte weitere zwei Monate:
FOTO Privatarchiv von Ina Sotirowa
„Ich glaube, das ist der schnellste Film, den ich je gemacht habe. Er ist acht Minuten lang, also nicht besonders lang. Aber man muss bedenken, dass acht Minuten schwieriger zu machen sind als fünfzehn, weil es viel mehr handwerkliches Können erfordert, das Wesentliche herauszufiltern“, erzählte die Regisseurin.
Gibt es ein Thema aus dem Alltag in Bulgarien, dasdie Bulgarin so sehr bewegt, dass sie es in einem Film erzählen möchte, der auch das Publikum in Jamaika oder anderswo auf der Welt interessiert?
„Natürlich gibt es überall, wohin man schaut, Geschichten“, sagte Ina bestimmt. „Es gibt Dinge, über die ich gerne selbst mehr erfahren würde. Bisher hatte ich einfach noch nicht die Zeit und die Möglichkeit, in diese Themen einzutauchen. Ich interessiere mich sehr für das Thema Kommunismus und dafür, wie sein Erbe die zeitgenössische Kultur weiterhin beeinflusst. Irgendwann werde ich mich also auch diesen Geschichten widmen“, fügte Ina Sotirowa hinzu.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov