Autor
Krassimir Martinow
Interview
Bulgarien und die Slowakei mit Potenzial für neue Partnerschaften
Interview mit der bulgarischen Botschafterin in der Slowakischen Republik, Sneschana Joweva-Dimitrowa
Dienstag 20 Oktober 2026 15:08
Dienstag, 20 Oktober 2026, 15:08
Sneschana Jowewa-Dimitrowa vor Wissenschaftlern an der Comenius-Universität
FOTO BNR
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Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Tourismus und Kulturaustausch bieten erhebliche Möglichkeiten, die Beziehungen zwischen Bulgarien und der Slowakei zu vertiefen.
Das Team der bulgarischen Botschaft in Bratislava setzt sich dafür ein, diese Verbindungen zu intensivieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Popularisierung Bulgariens als attraktives Reiseziel und die Erschließung neuer Perspektiven für bilaterale Wirtschaftspartnerschaften.
In einem Interview für Radio Bulgarien verwies die bulgarische Botschafterin in der Slowakischen Republik, Sneschana Jowewa-Dimitrowa, auf Möglichkeiten, die Zusammenarbeit in mehreren zukunftsträchtigen Bereichen auszubauen – vom Tourismus und der Automobilindustrie bis hin zu grüner Energie, Logistik und neuen Technologien.
Das Interview wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Bulgaristik an der Comenius-Universität in Bratislava geführt. Zum Programm gehörten eine wissenschaftliche Konferenz zum bulgarisch-slowakischen interkulturellen Dialog (15.–16. Oktober 2026), ein Konzert des Quartetts „Swetoglas“ im Moyzes-Saal der Comenius-Universität (15. Oktober 2026) sowie zwei fototypische Ausstellungen im Atrium der Hochschule. Sie präsentierten Objekte des bulgarischen Kultur- und Geschichtserbes, antike Schätze Bulgariens und die in die UNESCO-Liste aufgenommenen Denkmäler (September–Oktober 2026).
Sneschana Jowewa-Dimitrowa beim Forum anlässlich 100 Jahre Bulgaristik in der Slowakei
FOTO BNR
„Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Bulgarischen Kulturinstitut mehrere Projekte in diesem Bereich umgesetzt. So war beispielsweise am internationalen Flughafen Bratislava eine Fotoausstellung zu sehen, die Burgas als attraktives Reiseziel am Meer für Kultur und Erholung vorstellte. Wie Sie wissen, gibt es auch eine direkte Flugverbindung zwischen Bratislava und Burgas, und die Ausstellung wurde ausgesprochen gut aufgenommen. Den ganzen Sommer über haben wir außerdem Pomorie als Urlaubsort beworben – mit Transparenten am Zaun unserer Botschaft, auf Initiative der Gemeinde Pomorie. Vertreter der Gemeinde werden im Februar 2027 Bratislava besuchen und das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Tourismusformen vorstellen,“ erläuterte Botschafterin Sneschana Jowewa-Dimitrowa.
Präsentation von Burgas am Flughafen Bratislava
FOTO facebook.com/BKISBA
Neben dem Tourismus besteht auch in den Wirtschaftsbeziehungen zur Slowakei erhebliches Entwicklungspotenzial. Nach Einschätzung der bulgarischen Botschafterin in Bratislava sind die Partnerschaftsmöglichkeiten in Bereichen wie grüner Energie, Logistik, Automobilindustrie und neuen Technologien vielversprechend. Zu den Zielen der bulgarischen Auslandsvertretung gehört die Gründung einer bulgarisch-slowakischen Handelskammer, die Kontakte zwischen Unternehmen beider Länder erleichtern und die Voraussetzungen für neue gemeinsame Initiativen schaffen soll.
Die Ministerpräsidenten Bulgariens, Rumen Radew (links), und der Slowakei, Robert Fico
FOTO BTA
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der bulgarischen Botschaft ist die Zusammenarbeit mit dem Bulgarischen Kulturinstitut in Bratislava, das im November dieses Jahres sein 55-jähriges Bestehen feiert. Das Institut hat einen festen Platz im Kulturleben der slowakischen Hauptstadt. Sein Programm umfasst vielfältige Veranstaltungen und Partnerschaften.
„Das Bulgarische Kulturinstitut spielt eine wichtige Rolle im Kulturleben Bratislavas“, betonte Sneschana Jowewa-Dimitrowa gegenüber Radio Bulgarien. „Seine neue Direktorin Deniza Sekulitschka macht mit ihren Initiativen und ihrer Beteiligung an großen Projekten einen sehr guten Eindruck. Das Institut beteiligte sich mit der bulgarischen Musikgruppe „Ethérea“ am Programm der Europäischen Kulturhauptstadt Trenčín. Partnerschaften entstehen auch im Rahmen des Europäischen Netzwerks nationaler Kulturinstitute (EUNIC) sowie durch die Beteiligung an der Europäischen Kulturroute „Weg der Heiligen Kyrill und Method“. In diesem Jahr wurden mit unserer Unterstützung zwei bulgarische Städte – Plowdiw und Burgas – als Vollmitglieder aufgenommen. Nur wenige Monate später fand in Plowdiw unter unserer Mitwirkung eine internationale Konferenz über die Rolle von Kulturrouten für die lokale Entwicklung und die Wirtschaft statt“, so die bulgarische Botschafterin in der Slowakischen Republik, Sneschana Jowewa-Dimitrowa abschließend.
Übersetzung: Rossiza Radulowa