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Zwetana Tontschewa
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Sonntag 22 Februar 2026 10:45
Sonntag, 22 Februar 2026, 10:45
FOTO operasofia.bg
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Der renommierte Komponist, Dirigent und Pädagoge Alexander Jossifow hinterließ ein bemerkenswertes Schaffen in Umfang und stilistischer Vielfalt. Hunderte seiner erfolgreichen Schlager für das populäre Musikgenre, vertont nach Texten namhafter bulgarischer Dichter, wurden von den größten bulgarischen Stars interpretiert. Besonders beliebt beim Publikum sind seine Versionen von „Obitsch“ (Liebe) gesungen von Jordanka Christowa, „Sow“ (Ruf) von Bogdana Karadotschewa, „Die alte väterliche Heimat“ von Emil Dimitrow, „Sinewa“ von Wasil Najdenow, „Ich weiß, es wird ein schöner Tag“ von Silvia Kazarowa und „Liliaknächte“ von Tonika SV. „All diese Stücke sind meine Kinder. Ich betrachte sie mit meiner ganzen Liebe. Ich liebe sie“, sagte Jossifow in seinem letzten Interview.
Als erfolgreicher und engagierter Manager war er zudem an der Gründung und Entwicklung des berühmten internationalen Festivals „Goldener Orpheus“ beteiligt.
Festival „Goldener Orpheus“
FOTO Internationales Festival „Goldener Orpheus“
Alexander Jossifow spielte auch eine bedeutende Rolle im Leben und Schaffen der Ikone der bulgarischen Popmusik, Lili Iwanowa, die ihn als „einen der größten Aristokraten der bulgarischen Musik“ bezeichnete. Ein von ihm komponiertes Lied nach den Versen des herausragenden Dichters Bogomil Gudew gehört zu den wichtigsten Hits nicht nur im Repertoire von Lili Iwanowa, sondern in der gesamten bulgarischen Musik.
Für Radio Bulgarien und die Rubrik „Meisterwerke der bulgarischen Musikkultur“ erzählte seine Tochter Borjana Jossifowa:
Die späten 60er und frühen 70er Jahre des 20. Jahrhunderts markieren den Aufstieg von Lili Iwanowa – eine Zeit, in der sie ihr Repertoire vollständig aus Liedern bulgarischer Autoren zusammenstellte, den größten Namen jener Jahre, während mein Vater damals noch ein sehr junger Komponist war. Mit 27 Jahren komponierte er sein erstes Lied für Lili Iwanowa – ‚Requiem‘ nach Texten von Jordan Milew, ebenfalls ein bekanntes Lied, das sich als klassisches Beispiel in ihrem Repertoire etablierte.
Die kreative Partnerschaft zwischen Lili Iwanowa und meinem Vater war in dieser Zeit sehr erfolgreich, und er begann, speziell für sie Lieder zu schreiben. 1970 gewann Lili Iwanowa beim jährlich stattfindenden renommierten Festival in Athen mit seinem Lied ‚Swesda‘ (Stern) nach Texten von Krastjo Stanischew den Hauptpreis und eine Goldplatte als Interpretin, und beim Festival in Rio de Janeiro eine Bronzemedaille mit ‚Requiem‘.
Lili Iwanowa
FOTO Facebook /Lili Ivanova
Mein Vater schätzte die bulgarischen Dichter, pflegte Freundschaften mit vielen von ihnen; sie schenkten ihm ihre Gedichtbände, und er komponierte Lieder ausschließlich nach schriftlicher Poesie. So entstand auch das Lied ‚Der Meister von Bojana‘. Mein Vater erzählte, dass er, als er die lyrischen und betend-intimen Verse von Bogomil Gudew las, inspiriert wurde, die Musik zu schreiben. Es entstand eine beeindruckende Symbiose aus Melodie und Poesie, ein inniges Klingen, das die Figuren der Fresken in der Bojana-Kirche lebendig werden lässt.
Das Bulgarische Nationale Fernsehen bewahrt wertvolles Archivmaterial, das die Aufnahme des Liedes ‚Der Meister von Bojana‘ 1970 im Ersten Studio des Bulgarischen Rundfunks mit Beteiligung des Orchesters ‚Balkanton‘ und Dirigent Dimitar Ganew dokumentiert“, erzählte Jossifowa gegenüber Radio Bulgarien.
Das Lied „Der Meister von Bojana“ gehörte lange zum Repertoire von Lili Iwanowa. Auf YouTube sind zahlreiche Aufnahmen aus verschiedenen Konzerten im Laufe der Jahre zu sehen und zu hören. Es ist für Borjana Jossifowa eine Freude, dass dieses Lied auch über 55 Jahre nach seiner Entstehung noch gehört, geschätzt und mehrere Generationen bewegt.
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Zum Andenken Jossfows erinnern wir an das unbestrittene Meisterwerk der bulgarischen Musikkultur – „Der Meister von Bojana“ nach Texten von Bogomil Gudew mit Arrangement von Iwan Peew, unvergleichlich gesungen von Lili Iwanowa.
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Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov