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Bulgarien stellt die meisten Biathleten bei Olympischen Spielen

Mittwoch, 28 Januar 2026, 16:05

Wladimir Iliew

Wladimir Iliew

FOTO biathlon.bg

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Die meisten bulgarischen Starter im olympischen Biathlon Bulgarien wird im Biathlon bei den Olympischen Spielen in Mailand–Cortina d’Ampezzo, die am 6. Februar eröffnet werden, mit einer kompletten Mannschaft antreten. Die bulgarischen Athletinnen und Athleten sicherten sich die maximale Anzahl an Quoten – jeweils vier Startplätze für Männer und Frauen. Auch wenn die Erfolge der vergangenen Jahre Anlass zu Optimismus im Hinblick auf Podestplätze geben, lassen die Resultate zu Beginn der Weltcup-Saison eher eine Platzierung unter den ersten zwanzig als großen Erfolg erwarten. 

Bei den Männern wird Bulgarien von Wladimir Iliew, Blagoj Todew, Konstantin Wassilew und Anton Sinapow vertreten. 

Wladimir Iliew

FOTO BTA

Der erfahrenste Athlet im bulgarischen Team, der 38-jährige Wladimir Iliew, geht mit dem Anspruch eines starken Auftritts an den olympischen Start – zugleich als Abschied von seiner Karriere als aktiver Sportler. „Meine ganze Kraft und Konzentration sind darauf ausgerichtet“, sagte der Biathlet. 

Wladimir Iliew

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Wladimir Iliew nimmt seit 1997 an Wettkämpfen teil und gehört seit 2004 der Nationalmannschaft an. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Silbermedaille im Einzelrennen bei der Weltmeisterschaft 2019 in Östersund, der Europameistertitel im Sprint bei den Titelkämpfen 2017 in Duszniki-Zdrój (Bad Reinerz) sowie zwei weitere dritte Plätze bei Europameisterschaften. Mit seinem Start in Mailand–Cortina d’Ampezzo wird er als erster bulgarischer Sportler an fünf aufeinanderfolgenden Olympischen Winterspielen teilnehmen. Sein bestes olympisches Ergebnis erzielte er 2018 in Pyeongchang mit Platz 19 im Einzelstart. 

Blagoj Todew

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Blagoj Todew gilt als eine der jungen Hoffnungen im Biathlon. Sein bislang bestes Resultat ist der 20. Platz im 10-Kilometer-Sprint beim Weltcup in Hochfilzen. Auch wenn seine sportlichen Erfolge noch vor ihm liegen, hat er auf menschlicher Ebene bereits Zeichen gesetzt: Nach dem Gewinn des Junioren-Europameistertitels im Einzel über 15 Kilometer 2022 in Pokljuka versteigerte Todew seine Goldmedaille zugunsten der Behandlung einer krebskranken Krankenschwester aus seiner Heimatstadt Bansko. Ein Jahr später stand er bei der Junioren-Europameisterschaft in Lettland, wo er im Einzel über 15 Kilometer Zweiter wurde, mit der ukrainischen Flagge auf dem Podium – als Zeichen der Solidarität und des Dankes an das ukrainische Team, das ihn nach einer schweren Verletzung in Training und Rehabilitation unterstützt hatte. 

Konstantin Wassilew

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Konstantin Wassilew setzte zum Beginn des olympischen Jahres ein Ausrufezeichen: Beim Weltcup in Ruhpolding überzeugte er mit der schnellsten Schießzeit und starkem Laufvermögen. Seine perfekte Trefferquote – zehn von zehn Scheiben in 48,3 Sekunden – sowie seine ausgezeichnete Form trugen zu Platz 12 der bulgarischen Staffel bei; individuell belegte er den dritten Rang auf seiner Position. Weniger als einen Monat vor den Olympischen Spielen erreichte der 2003 geborene Athlet zudem mit Platz 30 im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer beim Weltcup in Oberhof ein persönliches Karrierehoch. Direkt hinter ihm klassierte sich Blagoj Todew. 

Anton Sinapow

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Anton Sinapow bringt olympische Erfahrung aus Pyeongchang und Peking mit, wo er die Plätze 71 und 85 belegte. Sein bestes WM-Ergebnis ist Rang 29 im Einzel über 20 Kilometer bei der Weltmeisterschaft 2023 in Oberhof. 

Bei den Frauen werden Milena Todorowa, Lora Christowa, Maria Sdrawkowa und Valentina Dimitrowa versuchen, in Mailand–Cortina d’Ampezzo ihre bisherigen Leistungen zu übertreffen. 

Milena Todorowa

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Milena Todorowa entschied sich mit einem klaren Ziel für den Biathlon – eines Tages eine olympische Medaille zu gewinnen. „Ich habe aus gesundheitlichen Gründen eher spielerisch angefangen, heute kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen“, sagte sie. Zu Beginn ihrer Karriere erzielte sie den größten Erfolg des bulgarischen Nachwuchsbiathlons mit einer Silber- und zwei Bronzemedaillen in drei Disziplinen bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lenzerheide. Anfang des vergangenen Jahres kehrte sie mit Platz drei im Sprint über 7,5 Kilometer beim Weltcup in Oberhof auf das Podium zurück, einen Monat später folgte Silber im Massenstart über 12,5 Kilometer beim Weltcup in Pokljuka.  

Milena Todorowa

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Todorowa nahm bereits an den Olympischen Spielen in Pyeongchang und Peking teil und erreichte dort Platz 17 im Sprint. Motivation schöpft sie auch aus der Unterstützung ihres langjährigen Weggefährten und Vaters ihres gemeinsamen Kindes, Wladimir Iliew.

Lora Christowa

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Die Junioren-Weltmeisterin im Sommerbiathlon Lora Christowa steht ebenfalls vor ihrem Start bei den Winterspielen. Mit elf Jahren begann sie mit dem Sport – in ihrer Heimatstadt Trojan „trainiert jeder Zweite Biathlon“. Besonders schätzt sie die psychologische Komponente: Neben dem Laufen erfordert das Schießen in kurzer Zeit Ruhe und Präzision. Im vorolympischen Monat belegte sie beim Weltcup in Oberhof die Plätze 43 im Sprint und 44 in der Verfolgung, in Ruhpolding folgten Rang 48 im Sprint und Platz 43 in der Verfolgung. 

Maria Sdrawkowa

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Maria Sdrawkowa, Fahnenträgerin Bulgariens bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking, trug maßgeblich zum starken Abschneiden der Frauenstaffel bei. Mit Platz neun beim Weltcup in Östersund gelang dem Team das beste Ergebnis seit den Spielen in Turin vor 20 Jahren. 

Maria Sdrawkowa

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„Unser Team ist sehr geschlossen – wir unterstützen und motivieren uns gegenseitig“, sagte sie gegenüber bTV. In der vorolympischen Saison erreichten die Bulgarinnen mit ihrer Beteiligung mehrere Top-20-Platzierungen im Weltcup. 

Valentina Dimitrowa

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Walentina Dimitrowa weiß bereits, wie sich ein Titel anfühlt: 2025 gewann sie den Junioren-Europameistertitel im Einzel über 12,5 Kilometer in Altenberg, ein Jahr zuvor wurde sie Sommerbiathlon-Weltmeisterin in Estland. In der laufenden Saison trug sie zum guten Abschneiden der Staffel bei und erreichte beim Weltcup in Östersund Platz 24 im Sprint.  

Mit acht Jahren begann sie mit dem Biathlon und träumt seither von großen Wettkämpfen. Ausgleich findet sie bis heute beim Lösen des Rubik-Würfels.

Valentina Dimitrowa

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Die bulgarische Mannschaft ließ den letzten Weltcup in Nové Město (Tschechien) aus und bereitet sich stattdessen in einem Höhentrainingslager im italienischen Wintersportzentrum Val Martello auf die Olympischen Spiele vor. Ziel ist die Anpassung an die speziellen Bedingungen in Antholz, wo die Biathlon-Wettbewerbe ausgetragen werden. Vom 8. bis 21. Februar können Fans die Wettkämpfe verfolgen – und vielleicht Zeugen eines bulgarischen olympischen Medaillengewinns werden.

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov