Autor
Diana Zankowa
Artikel
Montag 2 Februar 2026 09:22
Montag, 2 Februar 2026, 09:22
FOTO Facebook/Radoslav Yankov
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Georgi Anastassow
FOTO BTA
Zu den guten Ergebnissen der vergangenen Jahre hat die konsequente und langfristige Arbeit des Bulgarischen Skiverbandes maßgeblich beigetragen. Georgi Atanassow, Trainer des größten bulgarischen Wintersport-Stars Radoslaw Jankow, und sein Team haben eine Nachwuchsmannschaft aufgebaut, die bereits erste internationale Erfolge feiert.
Radoslaw Jankow mit der Großen Kristallkugel des Weltcups 2016
FOTO insport.bg
Radoslaw Jankow ist der einzige Bulgare, der einen großen Weltcup im Wintersport gewonnen hat. Geboren im Wintersportort Tschepelare in einer Skilehrerfamilie, hatte er nicht viele Wahlmöglichkeiten für seinen Lebensweg. So entdeckte er schon als Kind seine Leidenschaft für das Skifahren und später für das Snowboarden. 2015 erreichte er in Carezza einen Podiumsplatz im Weltcup und war damit der erste Bulgare mit einem derartigen Erfolg. Nur ein Jahr später gewann er die Große Kristallkugel im Parallel-Weltcup und 2017 die Kleine im Parallel-Riesenslalom.
Radoslaw Jankow bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking
FOTO BGNES
Radoslaw Jankow nahm an den Olympischen Winterspielen in Sotschi, Pyeongchang und Peking teil und erzielte in der chinesischen Hauptstadt sein bisher bestes Ergebnis bei einem solchen Event: Platz 15 im Parallel-Riesenslalom und eine persönliche Bestzeit. Beim Heim-Weltcup in Bansko Anfang 2026 gewann er die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom und gratulierte dem jungen Terwel Samfirow, der ihn im Halbfinale besiegt hatte und sich den Titel sicherte.
Terwel Samfirow und Radoslaw Jankow auf dem Siegerpodest beim Weltcup in Bansko
FOTO BGNES
„Seit
ich die Große Kristallkugel gewonnen habe, war es immer meine Mission, mehr
junge Menschen für den Sport zu begeistern und sie zu fördern. Wir
ernten jetzt die Früchte zehnjähriger Arbeit des Verbandes, der
Eltern, Trainer, Aktivisten, Kinder und aller, die sich mit Kraft und
Einsatz dafür eingesetzt haben. Ich freue mich, dass wir bereits ein
so großartiges Team haben“, sagte Radoslaw Jankow. Der Snowboarder
freut sich, nicht allein zu den Olympischen Spielen zu fahren, für
die er wiederholt die Goldmedaille als sein Ziel genannt hat.
Terwel und Malena Samfirow
FOTO BGNES
„Die
Geschwister Terwel und Malena Samfirow sind ein außergewöhnliches
Familienphänomen, das wir im Wintersport bisher auf diesem hohen
Niveau nicht hatten“, sagte der Sportjournalist Kamen Alipiew.
Terwel Samfirow ist der einzige Bulgare mit einem Weltmeistertitel im
Snowboarden, und seine Schwester stand mit nur 16 Jahren erstmals auf
dem Podium bei den Frauen und überzeugt auch in der laufenden
Weltcup-Saison mit starken Leistungen.
Terwel Samfirow
FOTO EPA/BGNES
Terwel
Samfirow gewann seine bisher größte Medaille bei den
Weltmeisterschaften 2025 im Parallelslalom in St. Moritz. Zuvor wurde
sie viermalige U21-Weltmeisterin im Parallel-Riesenslalom in Bansko
und Zakopane, wo sie neben beiden Disziplinen auch gemeinsam mit
ihrer Schwester Malena den Team-Weltmeistertitel errang. Sie
bezeichnet den jüngsten Triumph im Weltcup in Bansko als ein
Großereignis. „Das ist ein historisches Ergebnis für Bulgarien
mit zwei Athletinnen auf dem Podium und einem Sieg im eigenen Land“,
fügt sie hinzu und gesteht emotional: „Wenn man an die Olympischen
Spiele denkt, zittert man.“
Malena Samfirowa
FOTO BTA
In Italien wird Malena Zamfirova nicht nur von ihrem Bruder, sondern auch von ihrem Vater Anatoly Zamfirov, der gleichzeitig ihr Trainer ist, tatkräftig unterstützt. Sie werden ihr Zuversicht geben, denn die junge Athletin ist Bulgariens einzige Vertreterin bei den Frauen. Ihre bisherigen Erfolge: Im vergangenen Jahr belegte sie mit nur 15 Jahren bei ihrem Weltcup-Debüt in Krynica den zweiten Platz. Bei den Weltmeisterschaften der Jugend und Mädchen unter 23 Jahren in Zakopane gewann sie Gold im Teamwettbewerb im Parallelslalom und zwei weitere Silbermedaillen. Beim Alpinen Snowboard-Weltcup in Bansko erreichte sie kürzlich die Plätze vier und fünf, während sie beim anschließenden Europacup im bulgarischen Skiort im Parallel-Riesenslalom triumphierte.
Malena Samfirowa
FOTO BGNES
2025 wurde Malena Samfirowa mit dem Großen Preis des Europäischen Olympischen Komitees für die beste Nachwuchsathletin ausgezeichnet. Dank der Unterstützung ihrer Fans aus aller Welt folgte ein weiterer prestigeträchtiger Erfolg: Sie gewann den virtuellen FIS Snowboard-Weltcup auf Instagram und ließ dabei Ramona Hofmeister, die bereits eine olympische Medaille und zwei weitere bei Weltmeisterschaften gewonnen hatte, hinter sich.
Alexandar Kraschnjak
FOTO BTA
Alexandar Kraschnjak sicherte sich seinen Olympia-Quotenplatz einen Monat vor dem Start in Italien. Die junge Hoffnung des bulgarischen Sports startete stark ins neue Jahr und belegte den zweiten Platz im Parallel-Riesenslalom des Europacups im alpinen Snowboarden in Folgaria. Auch beim Europacup in Bansko wurde er Zweiter. Zuvor hatte er bereits die Bronzemedaille bei der Winter-Universiade in Turin und beim Europacup in Götchen gewonnen.
Alexandar Kraschnjak
FOTO EPA/BGNES
Seine Berufung in die Nationalmannschaft überrascht kaum – auch aus familiärer Sicht. Die aus der Slowakei stammende Familie Kraschnjak ist eng mit der Geschichte des Skisports verbunden: 1899 kam sein Urgroßvater Michail Kraschnjak nach Bulgarien, arbeitete für Zar Ferdinand und wurde zu einem der Pioniere des Skilaufs im unserem Land. Die Leidenschaft für den Wintersport setzte sich über Generationen fort und erreichte Alexandar, der schon als Kleinkind auf Skiern stand. Vor fünf Jahren entschied er sich endgültig für das Snowboard – und diese Entscheidung führte ihn an die Weltspitze dieses Sports.
Übersetzung: Rossiza Radulowa
Gestaltet von Rossiza Radulowa