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„Petrochan“: Mord oder Suizid?

„Petrochan“: Mord oder Suizid?

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Vertreter des Innenministeriums und der Staatsanwaltschaft gaben ein Briefing zu dem in den vergangenen Tagen viel diskutierten sogenannten Fall „Petrochan“.

Vor acht Tagen waren drei Menschen mit Schussverletzungen in der Nähe einer ausgebrannten Berghütte unweit des Petrochan-Passes tot aufgefunden worden. Gestern wurden weitere drei Tote entdeckt – Bewohner derselben Hütte, darunter ein 15-jähriger Jugendlicher – in einem Camper im Gebiet des Gipfels Okoltschiza. Sie gehörten einer als Rangerorganisation auftretenden Struktur mit dem Namen „Nationale Agentur für die Kontrolle der geschützten Gebiete“ an – einer 2022 registrierten Nichtregierungsorganisation.

Es werden Autopsien der Leichen durchgeführt. Die Vernehmungen von Zeugen, darunter Minderjährige sowie Angehörige der Opfer, werden fortgesetzt. An den Körpern fanden sich keine Spuren eines Kampfes oder anderer Verletzungen außer Schusswunden, die aus nächster Nähe mit verschiedenen Arten legal besessener Waffen verursacht worden waren. Untersucht wurden die Versionen eines Mordes mit anschließendem Suizid oder eines Suizids.

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Vom Tatort wurden religiöse Literatur sowie Videoaufnahmen sichergestellt, aus denen hervorging, dass der Brand in der Hütte vorsätzlich von den drei zuerst tot aufgefundenen Personen im Inneren gelegt worden war. Auf den Aufnahmen sei zu hören, wie sie sich mit den Worten „Für mich war es eine Ehre“ voneinander verabschiedeten. Zeugen zufolge hätten Mitglieder der Vereinigung in letzter Zeit Verzweiflung über die Realität geäußert und den Tod als Ausweg bezeichnet.

Im Februar 2025 ging bei der Sofioter Bezirksstaatsanwaltschaft ein Hinweis auf einen Übergriff auf eine minderjährige Person durch eine Person ein, die die Hütte bewohnte. In der Folge lehnten die Angehörigen des minderjährigen Opfers eine weitere Zusammenarbeit ab.


Redakteurin: Miglena Iwanowa 

Übersetzung: Lyubomir Kolarov