Aus der Schatzkammer von Radio Bulgarien:

150 Jahre seit dem Tod Christo Botews und dem Kampf seiner Freischar

2. Juni – Tag Botews und der für die Freiheit und Unabhängigkeit Bulgariens Gefallenen

Dienstag, 2 Juni 2026, 10:05

150 Jahre seit dem Tod Christo Botews und dem Kampf seiner Freischar

FOTO BTA

Schriftgröße

In diesem Jahr jährt sich zum 150. Mal ein denkwürdiger Tag unserer Geschichte – der 2. Juni 1876. An diesem Tag verlor Bulgarien im Kampf um seine nationale Unabhängigkeit einen seiner bedeutendsten Helden: den Dichter und Revolutionär Christo Botew. Mit seinem unbeugsamen Geist und seiner Hingabe wurde Botew zu einem unvergänglichen Vorbild für Heldentum und Selbstaufopferung im Dienst des Vaterlandes. Generationen von Bulgaren wuchsen mit seiner in den Schulen gelehrten Dichtung auf. „Wer im Kampf für die Freiheit fällt, stirbt nicht“, schrieb der Dichter. Diese Worte erwiesen sich als prophetisch und krönten das Opfer all jener Helden, die für die Freiheit Bulgariens ihr Leben ließen. Deshalb gedenken die dankbaren Nachfahren heute nicht nur Christo Botews, sondern aller, die für ihre Heimat gefallen sind. 

Der 2. Juni ist daher kein Tag der Trauer, sondern ein Gedenktag, der uns mit Stolz auf jene würdigen Persönlichkeiten und Patrioten erfüllt, die sich mit goldenen Lettern in die Geschichte eingeschrieben haben. An diesem Tag senken alle Bulgaren um Punkt 12.00 Uhr unter dem Heulen der Sirenen ihre Köpfe und verharren für eine Schweigeminute. 

FOTO BGNES

In Städten und Dörfern, aber auch außerhalb der Grenzen Bulgariens, wird der Tag Botews und der für die Freiheit und Unabhängigkeit Bulgariens Gefallenen feierlich begangen. Kränze und Blumen werden an Denkmälern niedergelegt, militärische Ehren erwiesen und Botews unsterbliche Gedichte rezitiert. Militärkapellen begleiten die Veranstaltungen musikalisch. 

Auch die Feierlichkeiten am 2. Juni haben ihre eigene Geschichte. Sie begannen bereits vor der Befreiung Bulgariens. Die Tradition, dass im ganzen Land um 12.00 Uhr Sirenen ertönen, wurde 1948 eingeführt, als der 100. Geburtstag von Christo Botew begangen wurde. 

FOTO BGNES

Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen ist gewöhnlich die Stadt Wraza und das Wraza-Gebirge. Dort, auf dem Gipfel Okoltschiza, fand am 2. Juni 1876 die letzte Schlacht von Botews Freischar statt, in der der Dichter den Tod fand. Nach einer einjährigen Unterbrechung aufgrund der Pandemie empfängt die Stadt nun wieder Pilger, die Blumen niederlegen und einen Teil des Weges zurücklegen, den einst die Helden gegangen sind. 

Die Gemeinde hat Wander- und Fahrradtouren, Gedenkveranstaltungen auf den Gipfeln Milin Kamak, Jolkowiza und Okoltschiza, Wettbewerbe, ein Fußballturnier für Kinder, Themenabende mit Aufführungen am Wasserspiegel, Veranstaltungen und Open-Air-Konzerte organisiert. Voraus geht ein Festabend zum Tag der Stadt Wraza, der am 1. Juni begangen wird. 

Mehr über die Erinnerungen der Teilnehmer an das schicksalhafte Jahr 1876 und den Aprilaufstand, der die Frage der Befreiung Bulgariens auf die internationale Tagesordnung setzte, erfahren Sie im Beitrag aus dem Archiv von Radio Bulgarien: Christo Botew, der Aprilaufstand und die „Slawischen Komitees. 


Lesen Sie auch:

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov