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Christo Botew und sein Vermächtnis 150 Jahre später – Gedenken in Österreich

Bulgaren aus mehreren Ländern legten Blumen am Denkmal in der Stadt Gols nieder

Dienstag, 2 Juni 2026, 13:38

Christo Botew und sein Vermächtnis 150 Jahre später – Gedenken in Österreich

FOTO Elena Karkalanowa

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Es gibt keine Macht über jenes Haupt, das bereit ist, sich von seinen Schultern zu trennen im Namen der Freiheit und zum Wohl des gesamten Vaterlandes“ …

Punkt 12.00 Uhr erinnert jedes Jahr am 2. Juni in Bulgarien das Heulen der Sirenen an die Heldentat von Christo Botew und aller für die Freiheit unserer Heimat Gefallenen.


FOTO Elena Karkalanowa

Christo Botew ist nicht einfach eine historische Persönlichkeit, deren Name im Pantheon der bulgarischen nationalen Ehre verzeichnet ist. Er ist ein titanisches Symbol des bulgarischen Geistes, in dem Poesie, Publizistik und Heldentum zu einem untrennbaren und leidenschaftlichen Ganzen verschmelzen. In seinem Schaffen hört die Freiheit auf, lediglich eine politische Kategorie oder ein Streben nach nationaler Unabhängigkeit zu sein. Sie wird zur einzig möglichen Form des Daseins für den würdigen Menschen …“ – schreibt der Student der Bulgaristik an der Universität Wien, Ebru Ahmed, in einem besonderen Essay, das dem bulgarischen Nationalhelden, Dichter und Publizisten Christo Botew gewidmet ist.

Mit diesem Text nahm Ebru Ahmed am Wettbewerb der Botschaft der Republik Bulgarien in Österreich für den besten Bulgaristikstudenten teil. Am Vorabend des 2. Juni, an dem wir Christo Botew und die für die Freiheit Bulgariens Gefallenen ehren, wurde der Text während einer Gedenkveranstaltung am einzigen Denkmal des bulgarischen Nationalhelden in Österreich vorgetragen – im VIP-Park der Stadt Gols. Vorgestellt wurde er von Galina Ninowa, Erster Sekretär der bulgarischen Botschaft in Wien, die daran erinnerte, dass „die Freiheit die einzig mögliche Form des Daseins für den würdigen Menschen“ ist:

In der 1.300-jährigen Geschichte Bulgariens gab es viele Zeiten harter Prüfungen, doch Botew ist derjenige, der den Preis der menschlichen Würde am klarsten formuliert hat. Sein Ruf nach Authentizität, nach einem Leben ohne Masken und nach Treue zum eigenen Ideal ist aktueller denn je. Im Zeitalter der modernen Einsamkeit in der Menge und der geistigen Orientierungslosigkeit erinnert uns Botew daran, dass der Mensch nur dann frei ist, wenn er bereit ist, alles im Namen der Wahrheit aufs Spiel zu setzen. Er verwandelt seine persönliche Tragödie in eine universelle Botschaft, die weiterhin bewegt, weil sie die ewigen Fragen nach Sinn, Entscheidung und der unbezwingbaren Kraft des menschlichen Geistes stellt. Botew ist nicht einfach ein Autor der Vergangenheit, er ist das Gewissen der Nation, das uns immer fragt: Was habt ihr mit eurer Freiheit gemacht?“

FOTO Elena Karkalanowa

150 Jahre seit dem Tod von Christo Botew – 150 Jahre Unsterblichkeit

Der 2. Juni ist ein Tag, an dem wir uns an die Unsterblichkeit von Botews Tat und an sein Vermächtnis erinnern“, erklärte die bulgarische Botschafterin in Österreich, Dessislawa Najdenowa-Gospodinowa, vor den versammelten Bulgaren und Vertretern der Verwaltung der österreichischen Gemeinde Gols.

Dessislawa Najdenowa-Gospodinowa

FOTO Elena Karkalanowa

„Dies ist das einzige Botew-Denkmal auf dem Gebiet der Republik Österreich, an dem sich seit nahezu 30 Jahren Bulgaren aus ganz Österreich, aber auch aus den Nachbarländern versammeln, um diesen Tag zu begehen“, betonte Dessislawa Najdenowa-Gospodinowa.

Solche Erinnerungsorte und die Persönlichkeiten, die zu unserer heutigen Freiheit beigetragen haben, sind wichtige verbindende Symbole für die Bulgaren im Ausland“, erklärte ihrerseits die Direktorin der Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland, Rajna Mandschukowa.

Sie sprach der Bulgarischen Kultur- und Bildungsorganisation „Kyrill und Method“ in Wien ihren Dank dafür aus, dass sie diese Gedenkveranstaltung seit Jahrzehnten jedes Jahr organisiert, und überreichte ihrem Vorsitzenden Bojtscho Damjanow eine besondere Dankesurkunde.

FOTO Elena Karkalanowa

Vor der Heldentat von Christo Botew und den für die Freiheit Bulgariens Gefallenen verneigten sich Vertreter bulgarischer Organisationen aus mehr als zehn Staaten. Sie gehörten zu den Teilnehmern eines zweitägigen Seminars in Wien, das organisatorischen Aspekten des Lebens bulgarischer Vereinigungen im Ausland gewidmet war.

Vor 150 Jahren, am Abend des 1. Juni, ging Christo Botew in seine Unsterblichkeit ein“, erinnerte die Bulgarischlehrerin in Paris, Rumjana Schibilewa. Und sein Vermächtnis hallt bis heute in den Gedanken und Taten unserer Landsleute in aller Welt nach:


FOTO Elena Karkalanowa

Umfrage zum Vermächtnis von Christo Botew:

Wir müssen lernen, an erster Stelle Menschen zu sein, dann Bulgaren und erst danach Patrioten“, sagte Kamelija Konaktschiewa-Triboulen, Leiterin einer bulgarischen Schule in Paris.

Das Vorbild von Botew, dem wir vielleicht in unserem Leben folgen, besteht darin, für unsere Ziele zu kämpfen. Und zwar für Ziele, die nicht nur dem persönlichen Interesse dienen, sondern dem Gemeinwohl. Als Bulgaren sind wir dadurch recht eng miteinander verbunden, dass wir aus einer gemeinsamen Heimat stammen. Es ist jedoch sehr wichtig, nicht zu vergessen, dass wir in diesem Leben nicht allein sind, sondern Gemeinschaften angehören, Bulgarien angehören, und deshalb diesem leuchtenden Beispiel folgen sollten, dass persönliche und gemeinsame Ziele miteinander übereinstimmen, damit wir in unserem irdischen Leben glücklicher sein können“, ergänzte Wladislaw Marinow, Vertreter der bulgarischen Studentengemeinschaft in den Niederlanden.

Daniel Dinow

FOTO Elena Karkalanowa

Manchmal kommt Veränderung auch außerhalb von Bulgarien. Ich hoffe, dass solche Menschen uns allen als Vorbild dienen und dass wir weiterhin daran arbeiten, dass Bulgarien jeden Tag besser wird als am vorherigen“, sagte Daniel Dimow, Vorsitzender einer deutsch-bulgarischen Gesellschaft in Düsseldorf.

Botews Vermächtnis besteht darin, an uns selbst zu glauben, stark zu sein, frei zu sein und an die Zukunft zu glauben“, so Mariola Georgiewa, Direktorin einer bulgarischen Schule in Italien.

Welches Vermächtnis von Botew ich heute in meinem Leben befolge? Vor allem das Vermächtnis des Zusammenhalts und des brüderlichen und gleichberechtigten Bundes, von dem er spricht und der uns hilft, alle Schwierigkeiten zu überwinden“, unterstrich Gentscho Banew, Lektor für bulgarische Sprache an der Universität Athen.

Gentscho Banew

FOTO Elena Karkalanowa

Und Aneta Geranliewa, Lehrerin an einer bulgarischen Sonntagsschule in Wien sagte: „Fünf Minuten vor zwölf war meine erste Geburt – ein Sohn, der wie Botew freiheitsliebend, sehr verantwortungsbewusst und pflichtbewusst ist und sich derzeit ehrenamtlich für kranke Kinder engagiert. Für mich ist Botew ein Vorbild, und ich freue mich, dass meine Kinder viele seiner Eigenschaften haben. Ich bemühe mich, ihn auch in der bulgarischen Schule so darzustellen, wie ich mir wünsche, dass meine Schüler einmal werden.“


Übersetzung: Rossiza Radulowa