Assen und Rivka – eine orthodoxe Familie in den Niederlanden

Sonntag, 5 Juli 2026, 16:35

Assen und Rivka – eine orthodoxe Familie in den Niederlanden

FOTO Privatarchiv

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Bulgaren aus verschiedenen Teilen der Niederlande kommen in der orthodoxen Kirche „Heilige Erzengel Michael und Gabriel“ in Den Haag zusammen. „Bulgarisch zu hören ist ein Luxus, und es gibt nichts Schöneres, als das Gebet in der eigenen Muttersprache zu teilen. Hier ist die Kirche immer voll“, erzählt uns Assen Andonow. Er gehört zu den jungen Mitgliedern der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchengemeinde „Hl. Paisij Hilendarski“ in den Niederlanden. In die bulgarische Kirche in Den Haag kommt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Rivka-Elisaweta und ihrer kleinen Tochter Magdalena. 

Wie viele junge Bulgaren kam auch unser Landsmann zum Studium in das „Flachland“. Er absolvierte ein Masterstudium in Neugriechischer Philologie, Englischdidaktik und Lehrwerkanalyse an den Universitäten Tilburg und Plowdiw. Zudem besitzt er einen Bachelorabschluss als Grundschullehrer und arbeitet derzeit an einer niederländischen Schule. 

Für den Podcast „Brücke des Glaubens“ von Radio Bulgarien berichtete Assen Andonow, dass er nach seiner Ankunft in den Niederlanden vor zehn Jahren zunächst eine Kirche des Ökumenischen Patriarchats in Tilburg besuchte. Nach seinem Umzug nach Den Haag suchte er jedoch nach einer näheren Alternative und entdeckte die bulgarische Kirche der Stadt. 

„Ich erinnere mich, dass damals gerade Renovierungsarbeiten stattfanden. Im selben Jahr wurde auch die Kirche gekauft, es geschahen viele Dinge“, erinnerte sich Assen. Er betont, dass sich Bulgaren – nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in anderen Ländern – stets dafür interessieren, wo es eine bulgarischsprachige Gemeinschaft gibt, und bereit sind, weite Strecken zurückzulegen, um eine bulgarische Kirche zu erreichen. 

„Das ist eine der Herausforderungen im Ausland. Wir haben nicht an jeder Ecke eine Kirche, und manchmal müssen wir eine Stunde mit dem Auto fahren, von einem Ende der Niederlande zum anderen. Dann muss man noch einen Parkplatz finden, was ebenfalls schwierig ist. Aber ja, Menschen aus den gesamten Niederlanden kommen hierher“, sagte er. 

FOTO Alexandra Karamichalewa

Der Besuch der Gottesdienste erfordert von unseren Landsleuten durchaus Einsatz – sie müssen einen ganzen Tag dafür einplanen und oft weite Wege zurücklegen. Gerade das scheint orthodoxe Christen im Ausland bewusster und hingebungsvoller im Glauben zu machen. 

Auf die Frage, was ihm die Bulgarisch-Orthodoxe Kirchengemeinde in Den Haag bedeutet, antwortet Assen: 

„Sobald man eine Kirche betritt – unabhängig davon, welche orthodoxe Kirche, aber besonders die bulgarische –, fühlt man sich sofort wie zu Hause, wie in der Heimat. Man spürt eine besondere Wärme“, so Assen. 

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Seine Frau Rivka-Elisaweta stammt aus einer tiefgläubigen niederländischen Familie aus Almere. Nachdem sie Assen kennengelernt hatten und beschlossen, eine Familie zu gründen, nahm sie mit Gottes Hilfe den orthodoxen Glauben an. Sie heirateten in Bulgarien und ließen ihre Tochter in einer orthodoxen Kirche taufen. 

Die junge Frau erzählt, dass sie zunächst überhaupt nichts über die Orthodoxie wusste. Später erfuhr sie von ihrem Mann, dass diese Kirche sehr alt sei und von Christus selbst gegründet wurde. Gerade deshalb entschied sie sich für die Orthodoxe Kirche, da ihr bewusst wurde, dass der Protestantismus eine wesentlich jüngere Bewegung ist. 

„Schon beim ersten Betreten einer orthodoxen Kirche habe ich etwas Besonderes gespürt – die Gegenwart Gottes“, sagte sie. 

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Rivka, die bei ihrer Taufe den Namen Elisaweta zu Ehren der heiligen Märtyrerin Großfürstin Elisabeth Fjodorowna annahm, erinnert sich noch genau an den Moment, als sie die Kirche betrat und den Chor singen hörte: 

„Da durchströmte mich das Gefühl der Gegenwart Gottes. In meiner protestantischen Kirche spielte eine Band mit Schlagzeug und Saxophon, und die Menschen tanzten. In der Orthodoxen Kirche hingegen spürt man etwas Sakrales, Ehrfurcht und Demut – etwas, das ich in der protestantischen Kirche nicht erlebt habe, erzählte Rivka. 

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Wir fragten sie, ob sie beruhigter sei, weil ihre Tochter in der Orthodoxen Kirche aufwächst. Empfindet sie den Glauben als eine Art Schutzschild gegen die Verwerfungen einer säkularen Welt? 

„Ja, ganz eindeutig“, antwortet sie. „Es gibt mir große Sicherheit zu wissen, dass meine Tochter Magdalena in dieser Kirche aufwächst. Mir fällt auf, dass Kinder, die regelmäßig in die orthodoxe Kirche gehen, eine besondere Ruhe ausstrahlen. Natürlich bleiben sie Kinder und spielen, aber im Vergleich zu Kindern außerhalb der Kirche spürt man einen deutlichen Unterschied in dieser inneren Gelassenheit, die sie besitzen“, sagte Rivka abschließend.  

FOTO Alexandra Karamichalewa

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov