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Brücke des Glaubens
Dimitar Dimitrow aus Zürich
Wenn der himmlische Ikonenmaler den Pinsel in der Hand hält
Sonntag 12 Juli 2026 12:05
Sonntag, 12 Juli 2026, 12:05
FOTO Alexandra Karamichalewa
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Dimitar Dimitrow stammt aus Sofia. 2022 zog er nach Zürich, um „Materialwissenschaften“ zu studieren. Er entscheidet sich für ein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), da diese zu den renommiertesten Hochschulen Europas zählt und die Studiengebühren zu diesem Zeitpunkt für seine Familie erschwinglich waren. In den nachfolgenden Jahren wurden die Gebühren erheblich angehoben. Sie haben sich seit dem letzten Jahr verdreifacht, doch dem Bulgaren steht ein Masterstudium bevor, sodass Dimitar sein Leben in der Eidgenossenschaft fortsetzt.
Das Team des Podcast „Brücke desGlaubens“ traf den jungen Mann bei einem Kurs in Ikonenmalerei beim bulgarischen Priester in Zürich, Pater Jordan Paschew. Das Gespräch fand statt, während er eine Ikone des Heiligen Johannes von Rila malte, auf die er seine ganze Aufmerksamkeit richtete. Daher wirken seine Gedanken eher beiläufig, bruchstückhaft und unzusammenhängend.
Als Kind ging er nur sporadisch in die Kirche. Wie er selbst sagt: „Nicht sehr ernsthaft und nicht sehr regelmäßig, einfach nur an Feiertagen“, doch in den letzten Jahren haben die orthodoxe Kirche und das kirchliche Leben für ihn an Bedeutung gewonnen.
„Anfang des Jahres bin ich hier in Zürich zum ersten Mal in die Kirche gegangen und habe dort Pater Jordan kennengelernt. Er hat mich eingeladen, vorbeizukommen“, sagte er, während er seine Farben anrührt. Sein Weg zur Kirche führte über eine persönliche Krise, aus der er einen Ausweg im Glauben und im kirchlichen Leben suchte. Bald darauf schloss er sich auch der Gruppe für Ikonenmalerei von Pater Jordan Paschew an.
Es fällt ihm schwer zu sagen, was ihn genau in die Kirche geführt hat. Seinen Zustand, bevor er zur Kirche fand, beschreibt er als nicht gut. Nachdem er allein in die Schweiz gekommen war, und eine Zeit der existenziellen Krise durchlebte, in der für ihn alles an Bedeutung und Sinn verlor, erkannte er das Christentum als Rettungsanker, als Hoffnungsschimmer. Es handelte sich nicht einfach um eine intellektuelle Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen oder um den Versuch, Defizite in seiner Seele und in seinem Leben zu bewältigen. Vielmehr war es eine Frage des Überlebens als gesunde, vollwertige Persönlichkeit.
FOTO Dimitar Dimitrow
„Ich befand mich in einer sehr kritischen Lage. Ich hatte Angst, nach draußen zu gehen, und wusste überhaupt nicht, ob es Sinn macht, irgendetwas zu tun. Nach und nach begann ich, mich über das Thema zu informieren – es weckte mein Interesse. Ich bin zufällig darauf gestoßen und habe mir überlegt: Warum sollte ich mir das nicht einmal ansehen, darüber lesen und die gesamte Kultur des Christentums kennenlernen“, schweift Dimitar Dimitrow in Erinnerungen zurück. Mit der Zeit verstand er immer besser, worum es geht, auch wenn er keineswegs den Anspruch erhebt, das Wesen des christlichen Glaubens erfasst zu haben oder die Tiefen der orthodoxen Lebensweise zu kennen. Seit Anfang dieses Jahres besucht er regelmäßig die Gottesdienste, die Pater Jordan Paschew in der bulgarischen Kirche im Zürcher Stadtteil Leimbach oder in anderen Kirchen der Stadt hält. Er nimmt am kirchlichen Leben der bulgarisch-orthodoxen Gemeinde „Heiliger Georg der Siegreiche“ teil und fühlt sich als Teil der Gemeinschaft. Seine Befürchtungen, unter fremden, unbekannten Menschen zu landen und sich nur schwer einfügen zu können, erweisen sich als völlig unbegründet.
„Deshalb war ich vorher nicht in die Kirche gegangen, weil es mir peinlich war und ich dachte, ich würde mit niemandem sprechen können. Aber alle waren sehr freundlich und nett.“
FOTO Alexandra Karamichalewa
Dimitar sahen wir auch am nächsten Tag in der Kirche bei der Heiligen Liturgie und anschließend beim Sonntagsessen – wie der junge Mann mit den Menschen aus der Gemeinde, mit seinen Gleichaltrigen und mit den Älteren ins Gespräch kam. Er war fröhlich, kontaktfreudig, aufgeschlossen – selbst der voreingenommenste Mensch hätte keinen Hauch von Unbehagen oder Entfremdung an ihm erkennen können. Diese lebendigen, herzlichen Beziehungen, die wir beobachteten, fasste er mit den Worten zusammen: „Ich habe eine Gemeinschaft gefunden. Ich habe die bulgarische Gemeinschaft im Ausland gefunden. Es ist ein gutes Gefühl“ – womit er auf das Geschenk anspielte, mit Gott zu kommunizieren und gleichzeitig Teil einer Gemeinschaft von Landsleuten und Glaubensbrüdern zu sein.
FOTO Alexandra Karamichalewa
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Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa