XIX. Jahrestagung der Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland

ABUCH-Konferenz widmet sich der Zukunft der bulgarischen Schulen im Ausland

Das bulgarische Bildungssystem steht den Schülerinnen und Schülern der Sonntagsschulen offen, betonte die stellvertretende Bildungsministerin Prof. Dr. Senja Tersiewa

Donnerstag, 23 Juli 2026, 13:44

ABUCH-Konferenz widmet sich der Zukunft der bulgarischen Schulen im Ausland

FOTO Krassimir Martinow

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Die Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“ ist Gastgeber der XIX. Jahreskonferenz der Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland (ABUCH). Diese steht unter dem Motto „Bulgarische Schulen im Ausland – Raum für Identität, Kultur und Zugehörigkeit“.

Die Veranstaltung, die mit Unterstützung der Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland und unter der Schirmherrschaft des Bildungsministers organisiert wird, brachte Lehrkräfte, Staatsvertreter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen, die das gemeinsame Ziel verfolgen, die bulgarischen Wurzeln in aller Welt zu bewahren.

Das Netzwerk der bulgarischen Sonntagsschulen ist eines der erfolgreichsten Projekte unseres Staates für die Zusammenarbeit mit der Diaspora. Derzeit gibt es 401 bulgarische Sonntagsschulen in 43 Ländern auf sechs Kontinenten. Dort werden fast 40.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, und die staatliche Finanzierung ihrer Tätigkeit übersteigt 8 Millionen Euro“, erklärte die stellvertretende Bildungsministerin Senja Tersiewa in ihrer Ansprache an die Teilnehmer am Forum.

Sorniza Gogan, Vorsitzende des Vorstandes der ABUCH, begrüßte die Gäste der Konferenz und erinnerte daran, dass das Forum seit nahezu zwei Jahrzehnten ein Treffpunkt der Vertreter bulgarischer Schulen weltweit mit bulgarischen Institutionen und Partnern sei. Ziel der Konferenz sei es, die künftigen Prioritäten festzulegen: neue Lehrpläne, der Ausbau des elektronischen Unterrichts, die Verbesserung der Qualifikation der Lehrkräfte sowie eine engere Verbindung zum bulgarischen Hochschulsystem.

Die heutige XIX. Konferenz der Assoziation verläuft nicht völlig ohne Schwierigkeiten, ist aber wichtiger denn je, weil sich die Frage stellt, wie sich die 2007 gegründete Assoziation weiterentwickeln wird.“ Das erklärte in ihrer Begrüßungsrede Milena Dimitrowa, Präsidentensekretärin für Kultur, Bildung und die Beziehungen zu den Bulgaren im Ausland. Sie verlas ein Grußwort des Staatsoberhauptes, in dem Ilijana Jotowa an eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen bulgarischen Bildung im Ausland erinnert – nämlich die Erhaltung der bulgarischen Sprache, des kulturellen Gedächtnisses und des nationalen Zugehörigkeitsgefühls unter den bulgarischen Kindern weltweit:

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und Ihre konsequente Arbeit, mit der Sie den bulgarischen Geist fern der Heimat bewahren. Ihre Arbeit besitzt einen außerordentlich hohen gesellschaftlichen und geistigen Wert!“, heißt es in der Botschaft der Präsidentin an die Vertreter der bulgarischen Sonntagsschulen.

Milena Dimitrowa

Milena Dimitrowa

FOTO Facebook/Bildungsministerium

Dank der gezielten Bemühungen der bulgarischen Schulen im Ausland kehren immer mehr bulgarische Kinder in die Heimat zurück, um an bulgarischen Universitäten zu studieren. Dies ging aus dem Grußwort von Prof. Dr. Elisa Stefanowa, Rektorin der Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“, hervor, die das Lehrkräfteforum erneut ausrichtet.

Prof. Dr. Elisa Stefanowa

Prof. Dr. Elisa Stefanowa

FOTO BTA

Jedes bulgarische Kind, egal an welchem Ort der Welt es lebt, sollte seine Wurzeln, seine Sprache, seine Herkunft und seine Geschichte kennen. Ich versichere Ihnen, dass Sie auf die Unterstützung der ältesten Hochschule Bulgariens zählen können. Ihre aufklärerische Mission hat im Herzen und im Bewusstsein zahlreicher Generationen von Bulgaren bleibende Spuren hinterlassen. Ich gratuliere Ihnen zu Ihren konsequenten Bemühungen, Ihrer Bildungsmission Sinn zu verleihen. Ich hoffe, dass immer mehr Ihrer Schülerinnen und Schüler nach Bulgarien kommen. Auch in diesem Jahr erleben wir erneut solche Kinder, die dank Ihrer Arbeit Teil der bulgarischen Gemeinschaft hier geworden sind. Verlassen Sie sich auf uns, wir werden immer an Ihrer Seite stehen“, versicherte Prof. Dr. Elisa Stefanowa.

Besuche zeitgenössischer bulgarischer Schriftsteller in den Sonntagsschulen könnten das Selbstbewusstsein der Kinder zusätzlich stärken, erklärte die Dekanin der Fakultät für Slawische Philologien, Prof. Amelija Litschewa. Sie bekundete die Bereitschaft des Lehrstuhls für Bulgarisch als Fremdsprache, die methodische Unterstützung für bulgarische Lehrkräfte weltweit noch weiter auszubauen.

Prof. Amelija Litschewa

Prof. Amelija Litschewa

FOTO Krassimir Martinow

Eine der eindrucksvollsten patriotischen Leistungen unserer Zeit sei die Arbeit der Lehrkräfte in den bulgarischen Sonntagsschulen und der Eltern, die einen Teil der ohnehin knappen Freizeit ihrer Kinder und Familien opferten, um sie im bulgarischen Geist zu erziehen.

Dank Ihnen ist Bulgarien auf sechs Kontinenten ein kultureller, sprachlicher und geistiger Raum“, erklärte Krassimir Waltschew, stellvertretender Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Bildung und Wissenschaft. Er versicherte, dass die Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland auch künftig ein wichtiger Partner bei der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Bildungspolitik für die Bulgaren im Ausland bleiben werde.

ABUCH-Konferenz widmet sich der Zukunft der bulgarischen Schulen im Ausland

FOTO Krassimir Martinow

Bulgarien ist dort, wo Menschen mit bulgarischer Identität leben. Und das ist Ihr Verdienst. Ich gratuliere allen, die das Bildungssystem unterstützen; das gehört zu den edelsten Aufgaben überhaupt. Ich gratuliere den Institutionen und dem Bildungsministerium, die dazu beitragen, diese Politik weiterzuentwickeln. Und ich gratuliere den Medien, die Sie unterstützen“, sagte Krassimir Waltschew.

ABUCH-Konferenz widmet sich der Zukunft der bulgarischen Schulen im Ausland

FOTO Krassimir Martinow

Den positiven Bewertungen der Arbeit jener Menschen, die den Kindern unserer Landsleute weltweit Kenntnisse der bulgarischen Sprache, Kultur und Traditionen vermitteln, schloss sich auch die stellvertretende Bildungsministerin Prof. Dr. Senja Tersiewa an.

Prof. Dr. Senja Tersiewa und Sorniza Gogan

Prof. Dr. Senja Tersiewa und Sorniza Gogan

FOTO Facebook/Bildungsministerium

Sie erfüllen eine Mission, die den Bulgaren die Möglichkeit gibt, überall auf der Welt Bulgaren zu bleiben“, sagte sie und betonte zugleich die Kontinuität der Politik des Ministeriums gegenüber den Sonntagsschulen. Die Politik der Unterstützung der Sonntagsschulen durch den bulgarischen Staat wird fortgesetzt, und wir hoffen, dass die Finanzierung im kommenden Jahr erhöht wird. Worauf wir künftig aufbauen werden, sind Themen, die Sie in den Panels der Konferenz erörtern werden. Ich möchte sie nur kurz nennen: neue Lehrpläne für die bulgarische Sprache, Ausbau des elektronischen Unterrichts, Qualifikation der Lehrkräfte, neue Bildungsressourcen, Austausch bewährter Praktiken zwischen den Schulen weltweit und selbstverständlich die internationale Anerkennung.

Das bulgarische Bildungssystem steht den Schülerinnen und Schülern der Sonntagsschulen offen. In den vergangenen Jahren wurde erheblich in das Bildungsumfeld sowie in das Hochschul- und Wissenschaftssystem investiert. Durch verschiedene Programme und staatliche Finanzierung sind unsere Universitäten zu gleichwertigen Partnern mit moderner wissenschaftlicher und bildungstechnischer Infrastruktur geworden. Deshalb sind wir uneingeschränkt bereit, Absolventinnen und Absolventen europäischer Schulen sowie von Schulen außerhalb Europas aufzunehmen und sie in das bulgarische Hochschulsystem zu integrieren.

Ich kenne die bestehenden Probleme. Und wir werden alles daransetzen, sämtliche Hindernisse zu beseitigen, die junge Bulgaren daran hindern, von der höheren Qualität der Hochschulbildung in Bulgarien zu profitieren. Wir werden gemeinsam daran arbeiten“, so Prof. Dr. Senja Tersiewa.

ABUCH-Konferenz widmet sich der Zukunft der bulgarischen Schulen im Ausland

FOTO Krassimir Martinow

Alle Vertreter der Institutionen, die hier anwesend seien, arbeiteten seit vielen Jahren mit der ABUCH zusammen, damit sie sich zu einem echten Partner des Staates entwickeln könne, der die bulgarischen Sonntagsschulen im Ausland vertrete. Darauf wies Rajna Mandschukowa hin, Leiterin der Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland und Mitorganisatorin des Treffens.

Rajna Mandschukowa

Rajna Mandschukowa

FOTO ABUCH

Rajna Mandschukowa gratulierte insbesondere dem 2025 gewählten Vorstand der Assoziation, der erstmals eine derart große Veranstaltung organisiert habe:

Sie haben ihr Amt nach einer schwierigen Phase übernommen, die die Assoziation durchlebt hat. Dass wir heute wieder im größten Hörsaal der Sofioter Universität versammelt sind, ist eines der Zeichen dafür, dass der neue Vorstand innerhalb nur eines Jahres begonnen hat, die Assoziation in der Form wiederzubeleben, von der wir 2005 geträumt, die wir 2007 gegründet und wie wir sie in den Jahren kannten, als diese Treffen auch im Gebäude des bulgarischen Parlaments stattfanden“, erklärte Rajna Mandschukowa.

Sie wünschte dem Team der ABUCH, weiterhin Gleichgesinnte im In- und Ausland zu gewinnen und die Kommunikation mit weiteren bulgarischen Schulen im Ausland zu verbessern, „damit deutlich wird, dass, wenn im Namen der Assoziation gesprochen wird, im Namen aller bulgarischen Schulen im Ausland gesprochen wird“.

Конференция на АБУЧ отвори дебата за бъдещето на българските училища зад граница

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FOTO БТА

Im Rahmen des Forums wurden auch die jährlichen Auszeichnungen der Assoziation der Bulgarischen Schulen im Ausland verliehen. Zu den ausgezeichneten Schulen gehörten die Bulgarische Sonntagsschule „Sweta Sofija“ in Chicago, die ihr 50-jähriges Bestehen feiert, sowie Schulen auf Zypern, in Münster, Los Angeles und Palma de Mallorca. Auszeichnungen erhielten außerdem zahlreiche Diplomaten und Staatsvertreter für ihren Beitrag zur Förderung der bulgarischen Bildung im Ausland.

Am 23. Juli finden Arbeitsrunden statt, in denen verschiedene methodische Instrumente und Programme vorgestellt werden, die die Arbeit der bulgarischen Schulen im Ausland bereichern können.


Zusammengestellt vom Team von Radio Bulgarien

Übersetzung: Rossiza Radulowa