Bulgarischer Priester vereint Menschen in Zürich durch Ikonenmalerei

Samstag, 25 Juli 2026, 12:19

Vater Jordan

Vater Jordan

FOTO Alexandra Karamichalewa

Schriftgröße

Das historische Zürich versetzt seine Besucher sofort in die Atmosphäre vergangener, aber zeitloser Epochen. Schlendert man durch die schmalen Gassen am Fuße der Universität und der ETH, stößt man in einem ruhigen Innenhof auf die Ikonenmalschule von Erzpriester Jordan Paschew – dem bulgarischen Priester für die Stadt Zürich und die Deutschschweiz.

Der Ikonenmalkurs von Vater Jordan hat sich zu einem echten geistlichen Zentrum entwickelt. Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Berufe kommen hier zusammen, um gemeinsam ihren Weg zu Gott zu gehen. Für sie ist der bulgarische Priester geistlicher Begleiter und zugleich Lehrer der Ikonenmalerei. Er führt ihre Hand als angehende Ikonenmaler und begleitet ihre ersten unsicheren Schritte auf dem Weg des Glaubens. Als Meister der Ikonenmalerei hilft er ihnen, ihre eigenen Ikonen zu schaffen, und als Priester weiht er diese anschließend und verleiht ihnen damit ihre geistliche, heilige Dimension.

Alle Kursteilnehmer sprechen unabhängig von ihrer Herkunft dieselbe Sprache: die sakrale Sprache der Ikone. Dieses Mosaik unterschiedlicher Gesichter führt uns auch zu Menschen aus benachbarten orthodoxen Völkern.

Einer von ihnen ist Zwetin Lakić, ein junger Mann aus der Gemeinde in St. Gallen der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Beruflich arbeitet er im Bankwesen und spielt zugleich Violine. Maßgebend für sein Leben sind der orthodoxe Glaube und das tiefe Bewusstsein, das gesamte Leben und alles, was wir tun, als Dienst an Gott zu verstehen.

Er legt Dutzende Kilometer zurück, um den Kurs von Vater Jordan zu besuchen, und erlebt dort zum ersten Mal die Gnade einer Liturgie in bulgarischer Sprache. In der Kirche sprachen wir mit ihm über diesen besonderen Moment.

Zwetin Lakić

Zwetin Lakić

FOTO Alexandra Karamichalewa

In der Schweiz ist es nicht leicht, regelmäßig am liturgischen Leben teilzunehmen, weil es nicht überall orthodoxe Gemeinden gibt. Heute bin ich mehr als 60 Kilometer gefahren, um an der Liturgie teilnehmen zu können. Es ist nicht immer einfach, regelmäßig in die Kirche zu gehen, doch das darf keine Entschuldigung sein. Wer wirklich möchte, findet einen Weg“, ist Zwetin Lakić überzeugt.

Wundersam sind die Wege, auf denen Gott die menschliche Seele zu sich führt. Manchmal beginnt der Weg zum Glauben nicht mit Worten oder Prüfungen, sondern mit Melodien und Bildern.

In der Schule für Ikonenmalerei

In der Schule für Ikonenmalerei

FOTO Alexandra Karamichalewa

Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Ikonen. Sie sind wirklich ein Fenster zum Himmel. Durch sie begegnen wir unserem Herrn und der Allerheiligsten Gottesmutter auf geistliche Weise. Natürlich beten wir orthodoxen Christen weder das Holz noch die Farben an, sondern den Herrn selbst, die Gottesmutter und die Heiligen. Diese Kunst hat mich immer tief angezogen. Ich wollte sie einzig deshalb erlernen, um Gott zu dienen – ohne materielle oder andere Beweggründe, allein im Dienst des Herrn“, erläuterte Zwetin Lakić.

Dank moderner Technologien fand er seinen Lehrer und geistlichen Begleiter in einem hingebungsvollen bulgarischen Priester, der ihn sowohl in die Feinheiten der Ikonenmalerei als auch in die Tiefe des geistlichen Lebens einführte.

Vater Jordan und seine Schüler in der Schule für Ikonenmalerei

Vater Jordan und seine Schüler in der Schule für Ikonenmalerei

FOTO Alexandra Karamichalewa

Von Vater Jordan habe ich über das Internet erfahren. Ich suchte nach einem Ort, an dem Ikonenmalkurse angeboten werden, denn wie alle Sünder versuchen auch wir, Gott so gut wie möglich zu dienen. So fand ich Vater Jordan, nahm Kontakt zu ihm auf und wurde Teil seines Kurses. Vater Jordan ist ein hervorragender Seelsorger, ein würdiger Priester und ein außergewöhnlicher Mensch“, sagte Zwetin Lakić.

Gerade diese Suche führte ihn zur bulgarischen Kirchengemeinde und zur festlichen Liturgie unter dem Vorsitz von Metropolit Antonij.

Bulgarischer Priester vereint Menschen in Zürich durch Ikonenmalerei

FOTO Alexandra Karamichalewa

Diese von Gott geschenkte Gnade und der Friede im Herzen werden ihn auch im Alltag begleiten – einem Alltag, der vom göttlichen Beistand erleuchtet ist und vom beständigen Streben nach Gott geprägt bleibt.

Übersetzung: Rossiza Radulowa