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Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

Sonntag, 30 August 2026, 12:17

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

FOTO BTA

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Kann ein Teppich den Weg zum Weltkulturerbe ebnen? Und warum können die geschickten Hände der Meisterinnen aus der Stadt Kotel nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt werden? Die Antworten liegen in der Welt der einzigartigen Teppichweberschule von Kotel. Die Forscherin und Autorin Dora Kurschumowa hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Aufnahme des emblematischen Teppichs aus Kotel in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

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Farbenprächtig, dicht gewebt und erfüllt vom Geist vergangener Zeiten, von häuslicher Wärme und einer Ordnung, die Jahrhunderte zurückreicht: Der Teppich aus Kotel ist längst über seine ursprüngliche Funktion als bloßer Gebrauchsgegenstand hinausgewachsen und zu einem Symbol eigenständiger bulgarischer Kultur, überlieferten Brauchtums und sozialen Prestiges geworden. Heute bündeln sich die Bemühungen um diese einzigartige Tradition, um ihr weltweite Anerkennung zu verschaffen. Dora Kurschumowa, Autorin eines umfangreichen Leitfadens zur Datierung der Teppiche aus Kotel, ist überzeugt: Es ist Zeit für den nächsten großen Schritt.

Dora Kurschumowa

Dora Kurschumowa

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Dass die Teppichwebtechnik von Kotel von der UNESCO aufgenommen und anerkannt wird – dafür müssen unter anderem die Zahl der Muster und Ornamente sowie die Besonderheiten der Teppichweberschule von Kotel nachgewiesen werden, die sie von den anderen Teppichweberschulen Bulgariens unterscheidet. Ich habe tatsächlich eine solche Untersuchung durchgeführt und sie in mein Buch ‚Leitfaden zur Datierung alter Teppiche aus Kotel‘ aufgenommen. Darin habe ich alle Besonderheiten der Webtechnik aus Kotel beschrieben. Das allein reicht allerdings noch nicht ganz aus. Aber es ist eine gute Grundlage, um darauf aufzubauen, einen gut begründeten Vorschlag beim Kulturministerium einzureichen und alle erforderlichen Schritte zu durchlaufen. Die Bewerbung selbst muss von der Gemeinde Kotel oder vom kommunalen Museum in Kotel eingereicht werden. Da ich in den vergangenen fünf Jahren festgestellt habe, dass es keine Fachleute gibt, die mit allen Details, welche die Schule von Kotel auszeichnen, wirklich umfassend vertraut sind, habe ich versucht, sämtliche Belege in diesem über 300 Seiten umfassenden Buch zusammenzufassen“, erläuterte Dora Kurschumowa.

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

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Doch warum unterscheidet sich die Teppichweberschule von Kotel so deutlich von den anderen Traditionen des Landes wie etwa von Tschiprowzi? Die Geheimnisse liegen sowohl in der Technik selbst als auch in der Philosophie der Herstellung. Die Weberinnen aus Kotel webten schneller und verwendeten dickeres Wollgarn sowie kräftigere Fäden für die Webgrundlage, wodurch ihre Teppiche wärmer und plastischer wirken. Außerdem wurde jeder Teppich nach Maß für einen bestimmten Raum angefertigt und nicht wiederholt, erzählte Dora Kurschumowa weiter:

Eine Weberin aus Kotel webt viel schneller als eine aus Tschiprowzi, weil sie dickeres Garn verwendet und so auf zehn Zentimeter viel weniger Fäden kommen als bei einem Teppich aus Tschiprowzi. Dort wird die Wolle viel feiner gesponnen und auch die Webgrundlage ist dünner, was die Arbeit der Weberin verlangsamt. Und obwohl es der Weberin aus Kotel gelungen ist, beim Weben eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, konnte sie gleichzeitig einen dickeren Teppich herstellen, der mehr Wärme spendet. Dank dieser Technik wirken die Ornamente etwas größer als die aus Tschiprowzi. Wenn sie dann in den Grundfarben gefärbt werden, die für die Teppiche aus Kotel typisch sind – Blau, Rot, Grün, Schwarz und ein wenig Weinrot –, entstehen durch die gedämpften Farbtöne, die von den pflanzlichen Färbemitteln herrühren, sehr schöne Kontraste. Und dafür ist wiederum die Weberin aus Kotel verantwortlich – mit ihrer Präzision und ihrem Einfallsreichtum, aus geometrischen Ornamenten sehr gelungene Motive zu schaffen, die diese Schule so bekannt gemacht haben“, weiß Dora Kurschumowa zu berichten.

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

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Im Gegensatz zu den Teppichen aus Tschiprowzi wurden die Teppiche aus Kotel weder im 18. noch im 19. Jahrhundert zum Verkauf gewebt. Deshalb hat jeder von ihnen eine andere Größe, abgestimmt auf die Maße des Raumes, für den er bestimmt war.

Deshalb gibt es keine zwei gleichen Teppiche – sowohl wegen der Farben, denn jede Frau färbt das Garn selbst, als auch wegen der Anordnung der Ornamente, weil jede ihre eigene Vorstellung davon hat, und schließlich wegen der Größe der Teppiche, die sich nach den Abmessungen der Räume richtet“, erklärte die Forscherin.

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

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Damit diese einzigartige Welt der Teppiche aus Kotel erhalten bleibt, braucht es Nachwuchs und die Weitergabe des Wissens von Generation zu Generation. Trotz aller Herausforderungen der Zeit besteht Hoffnung. An der Nationalen Kunstschule in der nahe gelegenen Gebietsstadt Sliwen lernen junge Mädchen und Jungen weiterhin dieses Handwerk und beweisen, dass geschickte Hände selbst der künstlichen Intelligenz überlegen sind.

Das sind die webenden Kinder Bulgariens. Sie müssen sich bewusst werden, dass sie einerseits ein altes Handwerk bewahren und es andererseits in die moderne Innenraumgestaltung integrieren können. Und das ist tatsächlich auf viele Arten möglich, auch auf moderne Weise – etwa durch die Verwendung in der Kleidung, für Gürtel, Broschen oder Schmuck“, so Dora Kurschumowa.

Die einzigartigen Teppiche aus Kotel

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Der Weg des Teppichs aus Kotel zum Weltkulturerbe ist eine Geschichte von Erinnerung, Arbeit, Farben und unbeugsamem bulgarischem Geist. Ob die UNESCO diesen Schatz anerkennen wird, bleibt abzuwarten. Eines aber ist sicher: Solange es Menschen gibt, die weben, wird die Tradition weiterleben.

Уникалните котленски килими

Уникалните котленски килими

FOTO nhgdd-sliven.net

Mehr über die reiche Tradition der Teppichweberei in Bulgarien erfahren Sie aus den folgenden Beiträgen:


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Übersetzung: Rossiza Radulowa