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Miglena Iwanowa
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Samstag 31 Januar 2026 11:50
Samstag, 31 Januar 2026, 11:50
Albert Popow
FOTO EPA/BGNES
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Wir stehen nun kurz vor dem bedeutendsten Ereignis für Fans der Schneesportarten – den Olympischen Winterspielen, die vom 6. bis 22. Februar in Mailand–Cortina d’Ampezzo stattfinden. Trotz der Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Wintersportdisziplinen in Bulgarien, der begrenzten Ressourcen und des Mangels an ausreichender Infrastruktur haben sich unsere Sportler hart und kontinuierlich vorbereitet, um das Land würdig auf der internationalen Bühne zu vertreten.
In den alpinen Disziplinen, im Skilanglauf und im Skispringen wird Bulgarien von insgesamt sieben Athleten vertreten, von denen jeder bereits seinen Weg im internationalen Sport gegangen ist.
Im alpinen Skisport treten Albert Popow, Kalin Slatkow und Anina Zurbriggen auf den Pisten an. Popow zählt zu den führenden Slalomfahrern, von ihm werden stabile Abfahrten und Kämpfe um vordere Plätze erwartet. Slatkow arbeitet sich allmählich unter die Besten vor und strebt an, unter die Top 30 zu kommen. Zurbriggen sammelt weiterhin Erfahrung und könnte eine der Überraschungen des Turniers werden.
Anina Zurbriggen
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Im Skilanglauf setzt Bulgarien auf Mario Matikanow, Daniel Peschkow und Kalina Nedjalkowa. Matikanow hat sein Potenzial bereits bei den Weltstudentenspielen gezeigt, Peschkow setzt auf seine Ausdauer bei den Langstrecken, und Nedjalkowa zeigt bei internationalen Starts stabile Leistungen und strebt an, ihre Platzierungen zu verbessern.
Im Skispringen ist der einzige Vertreter Bulgariens Wladimir Sografski – der erfahrenste Athlet im Team und regelmäßiger Teilnehmer am Weltcup. Sein Ziel ist es, seine gesammelten Fähigkeiten einzusetzen und neue bulgarische Rekorde aufzustellen.
Das realistische Ziel des Teams sind stabile Leistungen, das Erreichen der Hauptrunden der Wettbewerbe und die weitere Stärkung der Position Bulgariens im Wintersport.
Albert Popow jubelt nach dem Sieg im Slalom-Weltcup in Madonna di Campiglio
FOTO fis-ski.com
Alpiner Skisport
Albert Popow ist der beste bulgarische Athlet in alpinen Ski-Disziplinen, insbesondere im Slalom. Sein bedeutendster Sieg war der am 8. Januar 2025 im Slalom beim Weltcup in Madonna di Campiglio – der zweite Sieg für Bulgarien in der Geschichte des Turniers nach Petar Popangelow am selben Datum 1980. „Nachdem die besten Slalomfahrer der Welt die berühmte Piste in Madonna di Campiglio nicht bewältigen konnten, war das Einzige, was zwischen Albert Popow und dem Sieg stand, 45 Jahre Geschichte“, schrieb die Internationale Ski-Föderation. „Das bedeutet alles – harte Arbeit, Jahre fern der Familie und intensives Training. Ein Sieg oder ein Podium gibt dir die Energie, weiterzumachen und motiviert zu bleiben“, erklärte Popow nach seinem historischen Erfolg. Er betonte, dass er hoffe, mit seinen Erfolgen mehr bulgarische Kinder dazu zu inspirieren, auf die Piste zu gehen.
Albert Popow
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Zu den Erfolgen des 1997 geborenen Athleten zählen außerdem Bronze bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2018, der dritte Platz in Palisades Tahoe 2023, der neunte Platz bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 sowie zahlreiche Top-15-Platzierungen im Weltcup.
Kalin Slatkow
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Kalin Slatkow wurde 2001 geboren. Er feierte seinen Durchbruch im Weltcup 2024/2025. Mit seinen bisherigen Erfolgen etabliert er sich als zweitstärkster bulgarischer Alpinskifahrer nach Albert Popow. Seine Leidenschaft für den Slalom teilt er mit seiner Schwester Julia und seinem jüngeren Bruder Kamen. Zu seinen Erfolgen 2025 zählen Siege bei FIS-Slaloms in Berchtesgaden, Perito Moreno (Argentinien) und im italienischen Toblach sowie der zweite Platz beim Far East Cup in China und der dritte Platz beim Slalom für den Cup des Fernen Ostens im koreanischen Skigebiet Alpensia im Januar 2026.
Anina Zurbriggen
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Anina Zurbriggen wurde 2003 in der Schweiz geboren, hat jedoch eine bulgarische Mutter. Ihre Spezialdisziplin ist der Slalom. Sie debütierte für Bulgarien in der Saison 2023/2024. Im September 2024 gewann sie mühelos den Riesenslalom in Perito Moreno. Bei den Weltstudentenspielen in Turin im Januar 2025 belegte sie im Slalom der Frauen Platz 13. Im April 2025 gewann sie zum dritten Mal in Folge den Slalomtitel bei der bulgarischen Meisterschaft in Bansko.
Anina Zurbriggen
FOTO BTA
Skilanglauf
Mario Matikanow
FOTO Privatarchiv
Mario Matikanow, geboren 2004, ist Student an der Nationalen Sportakademie. Er gehört zu den vielversprechendsten bulgarischen Skilangläufern. Im Januar 2025 gewann er Bronze über 10 km Freistil bei den Weltstudentenspielen in Turin (Italien). Damit sicherte er Bulgarien nach 45 Jahren wieder eine Medaille bei diesem renommierten Wettbewerb, seit dem letzten Sieg von Iwan Lebanow. Im März desselben Jahres gewann Mario seinen dritten Titel bei den bulgarischen Wintermeisterschaften im Skilanglauf in Bansko.
Daniel Peschkow
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Daniel Peschkow, geboren 2002 in Saparewa Banja im Rila-Gebirge, gehört zu den erfolgreichsten bulgarischen Skilangläufern. In einer Umfrage des Bulgarischen Skiverbands gab er als Motto an: „Schwere Tage formen starke Menschen“. Sein denkwürdigster Wettkampf war die 50-km-Distanz bei der Weltmeisterschaft in Trondheim, wo er 51. wurde. Sein Ziel ist es, in fünf Jahren zu den Besten zu gehören. Zu seinen Siegen zählen die Balkan Cups im Skilanglauf 2022 und 2023. Außerdem ist er Titelträger der bulgarischen Winter- und Sommermeisterschaften im Skilanglauf auf Rollski.
Kalina Nedljalowa und Daniel Peschkow
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Kalina Nedjalkowa wurde 2001 geboren. Sie ist Titelträgerin der bulgarischen Winter- und Sommermeisterschaften im Skilanglauf, einschließlich der Balkan Cup. Bei der Weltmeisterschaft in Trondheim 2025 belegte sie im 7,5 km klassischen Stil der Frauen Platz 13.
Skispringen
Wladimir Sografski ist der erfolgreichste Skispringer in der Geschichte Bulgariens und ein Symbol für Hingabe und Ausdauer. Unter der Flagge eines Landes, in dem Skispringen exotisch ist, gelang ihm der Durchbruch in der Weltspitze. Geboren 1993 in Samokow am Fuße des Rila-Gebirges, wuchs er in der Nähe der Schanze auf. Er ist Sohn des Olympiateilnehmers Emil Sografski, ebenfalls Skispringer. Aufgrund fehlender Einrichtungen in Bulgarien trainiert er hauptsächlich im Ausland, vor allem in Österreich.
Wladimir Sograsfski
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
2011 gewann er Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Otepää (Estland). Es folgte der Durchbruch bei den Männern, er sammelte regelmäßig Weltcuppunkte und etablierte sich nach und nach in der Spitze. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang 2018 belegte er auf der Normalschanze Platz 14 – das beste Ergebnis eines Bulgaren bei Olympischen Spielen im Skispringen. Im November 2018 erreichte er Platz 6 in Ruka (Finnland) im Weltcup – ein Rekord für Bulgarien zu dieser Zeit. Im November 2025 verbesserte er den Rekord selbst, indem er Platz 4 in Ruka erreichte.
Wladimir Sografski
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Beim prestigeträchtigsten Skisprungturnier, der „Vierschanzentournee“ im Januar dieses Jahres, erzielte Sografski erneut ein rekordstarkes Ergebnis für Bulgarien mit Platz 14.
FOTO Facebook/Bulgarian SKI Federation
Für jeden der bulgarischen Athleten werden die Starts bei den Olympischen Winterspielen ein Test für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit und eine Chance für den nächsten Karriereschritt sein. Natürlich hoffen wir auf olympische Medaillen für den bulgarischen Sport!
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Redaktion: Wili Baltadschian
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov