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Elena und Ekaterina leben in Schweden – mit Bulgarien im Herzen

Samstag, 5 September 2026, 15:10

Ekaterina Pischiewa und Elena Serafimowa

Ekaterina Pischiewa und Elena Serafimowa

FOTO Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland

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Elena und Ekaterina sind zwei junge Frauen mit bulgarischen Wurzeln, die in der schwedischen Stadt Malmö geboren wurden und dort leben. Erst seit Kurzem stehen sie gemeinsam auf der Bühne, doch die bulgarische Folklore und vor allem die bulgarische Volksmusik sind schon seit Langem Teil ihres Lebens. Beide sind 18 Jahre alt und erzählen, dass sie Bulgarisch nur in ihren Familien gelernt haben, da ihre Eltern bulgarischer Herkunft sind. 

Die beiden Mädchen lernten sich durch ihre Teilnahme an der Jugend- und Kindergruppe für bulgarisches Kulturschaffen in Malmö kennen. Seit Kurzem treten sie als Duo mit dem bekannten Volkslied „Katerino, Mome“ auf. Obwohl sie nur selten nach Bulgarien zurückkehren, setzen sie sich aktiv dafür ein, bulgarische Folklore und Traditionen im Ausland bekannt zu machen – durch musikalische und theatralische Auftritte. Sie sagen, dass es sie beim Hören oder Singen bulgarischer Folklore regelrecht „im Herzen trifft“. Sie wissen nicht, wie diese Magie entsteht, aber sie treibt sie voran und verbindet sie noch stärker mit Bulgarien. 

Vor Kurzem lernte das internationale Publikum von Radio Bulgarien das Duo von Ekaterina Pischiewa und Elena Serafimowa kennen. Die beiden gewannen den renommierten Ersten Preis in der Kategorie Gruppen in der Altersklasse 15 bis 18 Jahre beim traditionellen Gesangswettbewerb „Ljubka Rondowa“, der von der Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland organisiert wird. 

Elena und Ekaterina leben in Schweden – mit Bulgarien im Herzen

FOTO Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland

Die beiden Mädchen stehen auch hinter dem Projekt „Ein Oster-Märchen“ in Malmö. Mithilfe eines sogenannten Sinakar – einer Geschichte in Bildern – bringen sie der Gemeinschaft bulgarische Bräuche und Traditionen näher. 

Anfang August nahmen Elena und Ekaterina am Internationalen Festival für authentische Folklore im Dorf Dorkowo teil. Dort traten sie als Tänzerinnen der schwedisch-dänischen Gruppe „BG Folk Rhythms“ aus Kopenhagen auf, die Teilnehmer aus Dänemark und Schweden vereint. Anschließend nahmen sie am traditionellen Bildungssommerlager der Exekutivagentur für Bulgaren im Ausland teil, das in der Nähe der Schwarzmeerküste im Strandscha-Dorf Brodilowo stattfindet. 

Elena und Ekaterina leben in Schweden – mit Bulgarien im Herzen

FOTO Bulgarisch-orthodoxe kirchliche und kulturelle Gemeinschaft „Heilige Gottesmutter“ in Malmö

„Die ganze Zeit kommen wir zusammen und feiern mit den anderen Bulgaren aus der Gemeinschaft in Schweden. An Nationalfeiertagen und zu Jubiläen sind wir immer zusammen. Wir haben eine große Tanzgruppe mit Teilnehmern aus Schweden und Dänemark – etwa 50 Menschen, manchmal sogar mehr. Wir haben auch eine Kindergruppe, in der nur Kinder aus den Städten rund um Malmö mitmachen. Wir sind weit von Bulgarien entfernt, aber trotzdem Bulgarien ganz nah. Wir haben eine Tanzgruppe, singen Volkslieder – und so reißt die Verbindung nicht ab“, erzählte Ekaterina Pischiewa. 

Von ihr erfahren wir, dass es in Malmö keine bulgarische Schule gibt, die bulgarische Gemeinschaft jedoch sehr aktiv und eng verbunden ist. Die Menschen treffen sich zu Nationalfeiertagen und verschiedenen kulturellen Veranstaltungen. Bulgarische Volkstänze und Musik spielen dabei eine wichtige Rolle. 

Elena und Ekaterina leben in Schweden – mit Bulgarien im Herzen

FOTO Jugend- und Kindergruppe für bulgarisches Kulturschaffen in Malmö

Für einige der Teilnehmer sind Musik und Rhythmen weit mehr als ein Hobby – sie sind eine Möglichkeit, die Verbindung zur Heimat und zu den eigenen Wurzeln zu spüren. So ist es auch bei Ekaterina, die sich darüber freut, gemeinsam mit Elena bulgarische Lieder präsentieren zu können: 

„Ich liebe die bulgarische Musik am meisten von allen anderen Musikrichtungen. Die Musik trifft mich im Herzen. Ich empfinde sie als einen Teil von mir, sie kommt aus meinen Wurzeln – ich weiß nicht genau, wie ich dieses Gefühl erklären soll. Ich spüre es wirklich tief in mir, als etwas, das zu mir gehört, wie mein eigenes Zuhause. Ich persönlich werde weiterhin in der Gruppe „Mladost na Megdana“ tanzen, die auftritt und reist. Dort sind Kinder und Jugendliche aus dem Ausland versammelt, die Volkstänze tanzen – im Alter von 15 bis 25 Jahren. Wir bereiten uns auf einen Auftritt auf der Bühne des Nationalen Kulturpalastes in Sofia im Herbst dieses Jahres vor.“ 

Wir sind tatsächlich ein gutes Stück von Bulgarien entfernt, aber durch die Folklore sind wir ihm sehr nah – dieses gemeinsame Gefühl bestätigen auch die Sängerinnen aus Malmö und Elena Serafimowa. Wie ihre Altersgenossin Ekaterina wurde auch sie in Schweden geboren und besuchte stets eine schwedische Schule. Die Verbindung zu Bulgarien ist jedoch nie abgerissen. 

Nun gibt auch der Erfolg des Duos mit dem Lied „Katerino, Mome“ noch mehr Zuversicht, dass sich all die Bemühungen um die bulgarische Folklore gelohnt haben.

Elena erzählte, dass dies das erste Lied war, das sie gemeinsam mit Ekaterina einstudiert hat – aber keineswegs das letzte sein wird. Möglich wird das vor allem durch Aufnahmen im Internet, die die beiden Mädchen hören und versuchen, sich an etablierten bulgarischen Sängerinnen und Sängern zu orientieren. 

Elena und Ekaterina leben in Schweden – mit Bulgarien im Herzen

FOTO Bulgarisch-orthodoxe kirchliche und kulturelle Gemeinschaft „Heilige Gottesmutter“ in Malmö

„Meine Eltern kommen aus Sofia. In meiner Familie gibt es keine Musiker, deshalb freue ich mich, dass ich ein bisschen anders sein und solche Auftritte haben kann“, erzählte uns Elena Serafimowa. 

„Ich mag die bulgarische Folklore sehr und finde es toll, dass Ekaterina und ich es geschafft haben, „Katerino, Mome“ ganz allein einzustudieren. Darüber bin ich sehr froh und glücklich! Natürlich werden noch weitere ähnliche Lieder in unserer Interpretation folgen. 

Ja, ich komme sehr oft nach Bulgarien zurück. Aber mein langfristiges Ziel ist es, dauerhaft zu meiner Familie und zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Denn es ist wirklich etwas ganz anderes, hier zu sein und diese ganze Energie zu spüren, zu Hause und in der Heimat zu sein.“ 

Manchmal reicht ein einziges Lied, um eine große Entfernung zu überbrücken. Für Elena und Ekaterina wird „Katerino, Mome“ jedenfalls nicht das letzte Lied bleiben. Wir sind überzeugt, dass sich ihr Talent weiterentwickeln wird und sie auch künftig Botschafterinnen der bulgarischen Kultur in der Welt sein werden. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov