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Erstes bulgarisches Kulturtreffen vereint Bulgaren und Freunde in Berlin

Samstag, 10 Oktober 2026, 08:55

Erstes bulgarisches Kulturtreffen vereint Bulgaren und Freunde in Berlin

FOTO bulgar.berlin

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Bulgarien präsentiert sich am 10. Oktober mit seiner Sprache, eigener Musik, kreativem Schaffen von Kindern und kulinarischen Spezialitäten im Gebäude der bulgarischen Botschaft in Berlin. Organisiert wird die Veranstaltung von WenetaTersiewa und Valentin Grigorow vom Kultur- und Informationsportal „Das bulgarische Berlin“ unter der Schirmherrschaft des bulgarischen Botschafters in Berlin, Grigor Poroschanow. An dem Treffen, das die bulgarische Sprache, Kultur und Traditionen vorstellt, werden jedoch nicht nur Bulgaren teilnehmen. Auch Deutsche sind dabei, deren Neugier auf die bulgarische Kultur und Traditionen bei früheren Veranstaltungen ihrer Landsleute in Deutschland geweckt wurde. 

„Wir hatten vermutet, dass auch Deutsche teilnehmen würden, denn bei unserer letzten Veranstaltung waren zwei dabei, die am Ende ausriefen: ‚Es hat uns sehr gut gefallen! Aber wenn wir doch nur etwas davon verstanden hätten!‘“, erzählt Weneta lachend. Anschließend gibt sie weitere Einblicke in das Programm der Veranstaltung, die unter dem Motto „Unser Wort bewahrt uns, unsere Traditionen bringen uns zusammen“ steht. 

Valentin Grigorow und Weneta Tersiewa

Valentin Grigorow und Weneta Tersiewa

FOTO Privatarchiv

„An der Buchmeile werden elf Autoren teilnehmen. Zunächst stellen wir jedoch unsere jüngsten Teilnehmer vor, die den Almanach ‚Das Wort, das lebendig wird‘ gestaltet haben“, berichtet sie und fährt fort: 

„Während sich die anderen Kinder im vergangenen Jahr auf Weihnachten vorbereiteten, schrieben und zeichneten unsere Kinder. Und sie haben es geschafft! Sie verfassten bemerkenswerte Geschichten und schufen beeindruckende Zeichnungen. Aus diesem Anlass wird der Kinderbuchautor Christo Santulow vom Verlag ‚Idea‘ den talentiertesten Kindern Bücher schenken, aber auch jenen, die sich trauen, ein Gedicht vorzutragen oder ein Lied auf Bulgarisch zu singen. Und für den kulinarischen Genuss wird es einen Wettbewerb für Baniza und Pogatscha geben – außerdem werden wir eine richtige Show veranstalten!“ 

Einer der Höhepunkte des Festivals ist die Ausstellung „150 Jahre Unsterblichkeit“, die dem Dichter und Revolutionär Christo Botew gewidmet ist. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums und unter der Schirmherrschaft der bulgarischen Präsidentin Ilijana Jotowa realisiert. 

Erstes bulgarisches Kulturtreffen vereint Bulgaren und Freunde in Berlin

FOTO BTA

Darüber hinaus präsentiert das Treffen traditionelle bulgarische Handwerkskünste, angewandte Kunst, surrealistische Gemälde einer jungen Bulgarin, eigene Musikkompositionen und Flötenstücke. Eine der Teilnehmerinnen, Emilia Jücker, Vorsitzende des Vereins der bulgarischen Frauen und Familien in Hamburg, erklärt:

„Seit 20 Jahren beschäftigen wir uns mit der Verbreitung der bulgarischen Sprache unter den Bulgaren in Hamburg. Durch einen wunderbaren literarischen Stil soll die grammatikalisch korrekte bulgarische Schriftsprache immer wieder erneuert werden. Ende Juni haben wir zum vierten Mal das Festival für bulgarische Belletristik veranstaltet, an dem 55 Autoren mit 38 Sammelbänden beteiligt waren. Diese gehören inzwischen zu unserem Goldenen Fundus und sollen beim ersten bulgarischen Kulturtreffen in Berlin vorgestellt werden. Außerdem präsentieren wir unseren Wettbewerb für literarisches und künstlerisches Schaffen, den wir mit Unterstützung der Konföderation der bulgarischen Kulturorganisationen im Ausland durchführen.“

Manfred und Emilia Jücker

Manfred und Emilia Jücker

FOTO Privatarchiv

Traditionelle bulgarische Symbole stellt auch Petja Latschesarowa Hinrichs vor, die sich mit der sogenannten Familientherapie beschäftigt. 

„Ich werde gemeinsam mit Marina Iliewa teilnehmen, die sich mit Design, Kunst und kreativen Projekten mit bulgarischen Kindern zu historischen und kulturellen Themen beschäftigt. Wir haben das Projekt ‚Bulgarische Symbole der Kraft‘ entwickelt – kleine, handgefertigte Symbole, die als Dekoration oder Amulette verwendet werden können. Wir haben jene ausgewählt, die in den bulgarischen Bräuchen eine besondere Bedeutung haben: die Sonne als Symbol für Lebenskraft und das männliche Prinzip, die Erde und das Getreide als Symbole für Fruchtbarkeit und Leben, die Schwalbe als Zeichen des Neubeginns und der guten Nachricht und vieles mehr. Wir präsentieren auch Symbole aus der bulgarischen Stickkunst, die uralte Botschaften von Harmonie und Schutz vermitteln.“ 

Petja Latschesarowa Hinrichs

Petja Latschesarowa Hinrichs

FOTO Privatarchiv

Am Treffen beteiligen sich auch die Partnerinnen und Partner von Bulgaren, die in Deutschland in binationalen Ehen leben. Einer von ihnen ist Prof. Manfred Jücker, Dozent an der Universität Hamburg. Er spricht mit Begeisterung über die Bulgaren und ihre Kultur: 

„Ich liebe Bulgarien wegen der Menschen und natürlich wegen der Kultur und der Traditionen. Ich bin immer wieder tief beeindruckt von der bulgarischen Kultur – vor allem von der Literatur, aber auch von den Folkloretänzen und davon, wie diese Kultur die Jahrhunderte der osmanischen Herrschaft überlebt hat und lebendig geblieben ist. Das erstaunt mich immer wieder! Die Bulgaren sind ein sehr starkes und lebensfrohes Volk. Sie sind sehr daran interessiert, ihre Geschichte, Kultur, Sprache, Tänze und Literatur zu bewahren. Ich denke, das muss unbedingt unterstützt werden, und deshalb helfe ich meiner Frau. Vor allem natürlich, weil sie meine Frau ist – das ist klar –, aber auch [lacht] wegen der bulgarischen Kultur.“

Manfred und Emilia Jücker

Manfred und Emilia Jücker

FOTO Privatarchiv

Petjas Ehemann Christoph Hinrichs, der sich aufrichtig für die Aktivitäten seiner Frau begeistert und seit Kurzem Bulgarisch lernt, richtet ebenfalls einen kurzen Gruß an das Publikum – und das mit bemerkenswert guter Aussprache: 

„Hallo zusammen! Ich lerne Bulgarisch, aber ich verstehe nicht alles“, sagt Christoph. Seine Frau Petja ergänzt: „Er ist beeindruckt davon, dass es in Berlin eine bulgarische Gemeinschaft gibt und dass die Bulgaren in Deutschland ihre Traditionen nicht vergessen, sondern Plattformen organisieren, auf denen sie ihre Werke präsentieren.“ 

Es wird erwartet, dass das erste bulgarische Kulturtreffen mehr als 250 Teilnehmer und Gäste im Saal der bulgarischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt zusammenbringt. 

„Am 10. Oktober werden sich in unserer Botschaft in Berlin Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Berufen begegnen. Doch sie alle verbindet eines: die Liebe zu Bulgarien. Denn Bulgarien ist dort, wo Menschen leben, die es in ihrem Herzen tragen“, fasst WenetaTersiewa im Interview mit Radio Bulgarien zusammen. 

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov