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„Bulgarien-Unterricht“: mit bulgarischen Kindern von Larnaka bis zu den Rhodopen

Mittwoch, 11 März 2026, 15:07

„Bulgarien-Unterricht“: mit bulgarischen Kindern von Larnaka bis zu den Rhodopen

FOTO БНУ "Д-р Петър Берон" в Ларнака

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Wo, wann, wer, wie und warum – das sind die fünf Fragen, die die gute Arbeit eines Journalisten leiten. Genau diese Fragen werden wir auch heute nutzen, um von der „Lektion über Bulgarien“ zu erzählen, die die Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ seit bereits 18 Jahren für Landsleute mehr als 1.400 Kilometer von unserer Heimat entfernt organisiert. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

Wir nehmen Sie mit nach Larnaka. Die Stadt ist die drittgrößte auf Zypern und zählt über 50.000 Einwohner. Wie viele Bulgaren genau dort leben, lässt sich schwer sagen. Offiziellen Daten der letzten demografischen Untersuchung von 2021 zufolge sind 16.231 bulgarische Staatsbürger als Einwohner der Insel registriert. Inoffiziellen Schätzungen zufolge liegt ihre Zahl bei über 35.000. Damit bilden unsere Landsleute nach Griechen und Rumänen die drittgrößte ausländische Gemeinschaft aus der EU auf Zypern. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

„Es gibt bulgarische Familien, die schon seit Jahren hier leben“, sagte Eleonora Angelowa, Direktorin der Bulgarischen Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka. „Es kommen auch neue Menschen, aber weniger als früher. Insgesamt ist die bulgarische Gemeinschaft heute nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren – viele unserer Landsleute sind in die Heimat zurückgekehrt. Die Lebensbedingungen hier sind nicht mehr so günstig wie früher, sagte Angelowa. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

Eleonora Angelowa selbst lebt seit 21 Jahren auf Zypern. Im Jahr 2008 gründete eine Gruppe Gleichgesinnter die erste und bis heute einzige bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in der Stadt Larnaka, in der auch Eleonora Angelowa zu arbeiten begann. Ihre Mission war damals wie heute, die bulgarische Sprache, Kultur und nationale Identität unter den Kindern der bulgarischen Gemeinschaft im Inselstaat zu bewahren. Derzeit lernen dort mehr als 80 Kinder von der 1. bis zur 12. Klasse – die meisten von ihnen wurden auf Zypern geboren und sind dort aufgewachsen. 


FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

„Deshalb versuchen wir, für sie ein Umfeld zu schaffen, in dem die bulgarische Sprache erlebt und nicht nur gelernt wird. Unsere Teilnahme im Jahr 2025 am nationalen Programm des Bildungsministeriums „Bulgarien – Bildungsrouten“ ist eine natürliche Fortsetzung unserer Arbeit mit den Kindern“, erklärte Eleonora Angelowa gegenüber Radio Bulgarien. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

Die Rückkehr „nach Hause“ der Schüler der Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ aus Larnaka fand Ende Oktober 2025 statt. Sie besuchten die antike Stadt Heraclea Sintica, den Wanga-Komplex in der Gegend Rupite bei Petritsch, das Roschen-Kloster „Mariä Geburt“, die Städte Melnik und Bansko, das Rila-Kloster sowie das Nationale Historische Museum. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

All die gesammelten Eindrücke versuchten sie auch in Beiträgen weiterzugeben, mit denen sie sich an der Initiative von Radio Bulgarien „Bulgarien-Unterricht“ beteiligten. 

„Gemeinsam mit meinen Mitschülern und Lehrern sind wir für fünf Tage nach Bulgarien gereist“, erzählt uns Alejandro Ivanow, der die 12. Klasse der bulgarischen Schule besucht und sich an eine Reise nach Bulgarien mit seinen Klassenkameraden im Jahr 2024 erinnert.

„Für mich war es das erste Mal, dass ich mit der Schule verreist bin, und wir hatten eine wunderbare Zeit. Von all den Sehenswürdigkeiten und Orten, die wir besucht haben, kann ich keinen einzigen auswählen, der mein Favorit wäre. Die Stadt Smoljan hat mir sehr gefallen – sie war sehr schön. Auch in Pamporowo war es trotz der Kälte, an die wir nicht gewöhnt sind, großartigDie Teufelsrachenhöhle ist ein sehr schöner, aber auch etwas unheimlicher Ort. Ich freue mich schon auf die nächste Reise nach Bulgarien.“ 

FOTO Exekutivagentur für die Auslandsbulgaren

„Ein Ort in Bulgarien, der uns besonders beeindruckt hat, war die Teufelsrachenhöhle. Sie ist wirklich sehr geheimnisvoll und eine der bekanntesten Höhlen in den Rhodopen“, erzählte Nikol Petkowa, die die 11. Klasse der bulgarischen Schule besucht. Ihre Mitschülerin Iwanina ergänzt: „Der Legende nach ist sie der Eingang zur Unterwelt. Orpheus soll dort hinabgestiegen sein, um seine geliebte Eurydike zu finden, doch er hat sie nie gefunden. Deshalb heißt der Ort ‚Teufelsrachen‘.“ 

FOTO Krassimir Martinow

2025 führte ihre Route durch Südwestbulgarien, und das Abenteuer der Kinder und ihrer Lehrer endete in Sofia mit Besuchen in der Präsidentschaft, der Exekutivagentur für die Auslandsbulgaren, im Parlament sowie mit einer unvergesslichen Begegnung … mit dem Team von Radio Bulgarien im Gebäude des Bulgarischen Nationalen Rundfunks.




FOTO Krassimir Martinow

„Wir wurden im BNR sehr herzlich empfangen. Das Team, das uns begrüßte, war sehr freundlich. Die Kinder fühlten sich sehr wohl und sprachen ganz frei mit all Ihren Kollegen“, erinnerte sich Eleonora Angelowa. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

Bulgarien ist für die Kinder keine unbekannte Destination – viele waren bereits mit ihren Familien hier. Doch diese Reise war anders und unvergesslich, weil sie sie gemeinsam mit Mitschülern und Freunden erlebt haben – etwas, das sie zum ersten Mal erfahren haben. 

FOTO Bulgarische Sonntagsschule „Dr. Petar Beron“ in Larnaka, Zypern

„Wir hoffen, auch künftig Teil dieses Programms zu sein und noch mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, Bulgarien zu erleben – mit Emotionen und mit einem Gefühl der Zugehörigkeit. Denn das, was sie während dieser Reisen erleben, hinterlässt tiefe Erinnerungen, die lange bleiben“, sagte Angelowa abschließend. 

Mehr von der Initiative „Bulgarien-Unterricht“: 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov