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Wessela Krastewa
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„Bulgarien-Unterricht“ mit den Kindern der Schule „Assen und Ilija Pejkowi“
Weneta Nenkowa: Wenn Kinder Bulgarien lieben, werden sie sich für ihre Heimat einsetzen – auch wenn sie im Ausland leben
Sonntag 19 Juli 2026 13:50
Sonntag, 19 Juli 2026, 13:50
FOTO Weneta Nenkowa
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Rund 30.000 bulgarische Kinder haben im Schuljahr 2025/2026 ihre Ausbildung an den 402 bulgarischen Sonntagsschulen in 45 Ländern abgeschlossen, die vom bulgarischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft anerkannt sind. Eine dieser Schulen ist die Bulgarische Sonntagsschule „Assen und Ilija Pejkowi“ in Rom mit Zweigstellen in Florenz und Avellino.
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Die Bildungseinrichtung öffnete erstmals 2014 ihre Türen. Wie viele andere bulgarische Schulen im Ausland entstand sie aus dem Wunsch engagierter Landsleute, ihren Kindern die bulgarische Sprache, Kultur und Traditionen zu vermitteln, erinnert sich Weneta Nenkowa, Mitbegründerin der Schule und Leiterin des Kulturvereins „Parallel 43“, der die Schule verwaltet.
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„Mich motivierte damals vor allem meine Tochter. Sie war sechs Jahre alt und weigerte sich, Bulgarisch zu sprechen. Das passiert vielen bulgarischen Kindern im Ausland. Um das Jahr 2014 entstanden in Italien gleichzeitig mehrere bulgarische Schulen – als wären wir alle plötzlich aufgewacht“, erzählte Weneta Nenkowa.
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Eine Schule zu gründen sei das eine, sie über Jahre erfolgreich zu führen jedoch etwas ganz anderes, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Team ist ihr dies gelungen. Heute verfügt die Schule über drei Standorte – in Rom, Florenz und Avellino bei Neapel –, die von mehr als 75 Schülerinnen und Schülern besucht werden.
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„Aus einem Hobby wurde eine Mission. Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, ohne diese Schule zu leben. Die Arbeit mit Kindern nimmt einen völlig gefangen. Man erkennt, dass es kaum eine sinnvollere Investition gibt, als Zeit in die Zukunft zu investieren – nicht nur in die Zukunft Bulgariens, sondern in die Zukunft, die unsere Kinder verkörpern.“
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Besonders optimistisch stimmt sie die erste Generation von Jugendlichen, die den gesamten Bildungsweg von der ersten bis zur zwölften Klasse an ihrer Sonntagsschule abgeschlossen hat. Viele von ihnen überlegen bereits, wie sie sich auch künftig in das Schulleben einbringen können.
„Das zeigt mir, dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben“, sagte sie.
„Auch wir denken an sie. Deshalb möchten wir eine Organisation bulgarischer Jugendlicher und Studierender im Ausland gründen, damit wir den Kontakt zu diesen jungen Menschen nicht verlieren. Sie sollen sich auch nach ihrer Zeit an der Sonntagsschule weiterhin für Bulgarien engagieren. Diese Kinder lieben Bulgarien. Dazu hat insbesondere das nationale Programm ‚Bildungsrouten‘ beigetragen – ein einzigartiges Projekt. Gerade während dieser Reisen in die Heimat werden die Bindungen zwischen den Kindern gestärkt. Sie fühlen sich als Teil einer bulgarischen Gemeinschaft, die wir mit viel Mühe aufgebaut haben. Sie sind regelrecht in Bulgarien verliebt – und das ist für uns die größte Belohnung.“
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Ihre schönsten Erlebnisse in Bulgarien haben die Kinder aus Rom in Videos festgehalten, mit denen sie an der Initiative „Bulgarien-Unterricht“ von Radio Bulgarien teilnahmen.
In diesem Sommer reisen die Schülerinnen und Schüler der bulgarischen Schule in Rom bereits zum vierten Mal im Rahmen des Bildungsprogramms des Bildungsministeriums nach Bulgarien. Die Gruppe umfasst 30 Kinder sowie ihre Eltern, die die Reise ihrer Kinder erneut auf eigene Kosten begleiten werden. Ziel im August ist der bei den Kindern besonders beliebte Ferienort Albena.
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„Im vergangenen Jahr besuchten wir Sosopol, Nessebar, die Insel Hl. Anastasia, Burgas und Plowdiw. Es war ein wunderbarer Urlaub. Einige unserer Schülerinnen und Schüler aus Rom kamen allerdings nicht mit, weil wir nicht in Albena waren. Im Laufe der Jahre ist Albena für uns zu einem ganz besonderen bulgarischen Ort geworden. Die Regionen Warna, Dobritsch, Silistra und Schumen bieten unglaublich viele interessante Sehenswürdigkeiten. Bisher hat sich keine unserer Reiserouten wiederholt.“
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Als professionelle Reiseleiterin, Kulturwissenschaftlerin und Forscherin bemüht sich Weneta Nenkowa, immer wieder Brücken zwischen Rom und Bulgarien zu schlagen.
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„Wir dürfen nicht vergessen, die heutigen bulgarischen Gebiete ganze sieben Jahrhunderte lang Teil des Römischen Reiches waren. Deshalb verfolgen wir einen doppelten Bildungsansatz. Wir begeben uns sowohl in Bulgarien als auch in Italien auf die Spuren der Thraker und Bulgaren. Dieses Mal werden wir uns erneut auf die Hinterlassenschaften der Römer in Bulgarien konzentrieren – in Silistra und im antiken Durostorum mit seinen Festungsmauern und Gräbern. Auch das Archäologische Museum dort mit seinen einzigartigen römischen Statuen ist beeindruckend.“
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„Ich versuche unseren Kindern zu vermitteln, dass wir ein Teil Europas sind. Wir gehörten immer zu Europa, und Europa gehört zu uns.
Geht man in irgendein Museum in Italien – selbst im Vatikan –, stammen 15 bis 20 Prozent der Exponate aus thrakischer Kultur. Bulgarische Spuren findet man überall in Rom, ebenso wie römische Spuren überall in Bulgarien. Das zeigt, dass sich Geschichte wiederholt. Unsere Geschichte ist Teil einer gemeinsamen europäischen Geschichte, zu der wir immer gehört haben und weiterhin gehören.“
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Weneta Nenkowa hofft deshalb, dass das nationale Bildungsprogramm „Bulgarien – Bildungsrouten“ des Bildungsministeriums fortgesetzt wird. Solche Reisen stärkten die bulgarische Identität, weil die Kinder ihre Heimat unmittelbar kennenlernen und den bulgarischen Geist bewahren könnten.
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„Denn auch wenn die Kinder, die unsere bulgarischen Sonntagsschulen besuchen, später im Ausland bleiben, gilt: Wenn sie dieses Gefühl der Zugehörigkeit zum bulgarischen Volk in sich tragen, werden sie sich – auf die eine oder andere Weise – für Bulgarien einsetzen.“
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Lesen Sie sich auch die weiteren Beiträge unserer Initiative „Bulgarien-Unterricht“ an:
- „Bulgarien-Unterricht...“ mit der Schule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen
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Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov