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„Bulgarien-Unterricht...“ mit der Schule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

„Jede Reise gibt mir mehr Selbstvertrauen darüber, wer ich bin und woher ich komme“, sagte die Schülerin Raja Tschukanowa gegenüber Radio Bulgarien

Sonntag, 21 Juni 2026, 13:30

„Bulgarien-Unterricht...“ mit der Schule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

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Vor dem Hintergrund einer von der Menschheit missverstandenen „Zivilisation“, von Machtkämpfen mit Waffen, Zerstörung und Unsicherheit, vermitteln die bulgarischen Sonntagsschulen weltweit weiterhin Geborgenheit und Zugehörigkeit für die jungen Landsleute. Unabhängig davon, wo sie leben, macht das Wissen um die eigene Identität sie mutiger und befähigt sie, sich in einer globalen und vielfältigen Welt zurechtzufinden. 

Seit inzwischen 22 Jahren ist die älteste bulgarische Sonntagsschule in Athen, die Schule „Hll. Kyrill und Method“, ein Beweis dafür. Im vergangenen Schuljahr lernten dort mehr als 260 Kinder die bulgarische Sprache und Schrift – von der Vorschulgruppe bis zur 12. Klasse, erzählt die langjährige Leiterin der größten bulgarischen Bildungseinrichtung in der griechischen Hauptstadt, Mimi Nitschewa. Mit Stolz berichtet sie, dass die Schule vor Kurzem ihre 16 Absolventen des Jahrgangs 2026 verabschiedet hat. 

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Jedes Jahr verzeichnet das Team der Bulgarischen Schule „Hll. Kyrill und Method“ trotz der Konkurrenz im Netzwerk der Sonntagsschulen ein stabiles Interesse und eine konstante Zahl eingeschriebener Kinder, erklärt Mimi Nitschewa. Die Gründe dafür seien vielfältig. Radio Bulgarien hat bereits mehrfach über die besondere Wärme und enge Beziehung zwischen Lehrern und Schülern berichtet – eine Verbindung, die nicht mit dem Erwerb des bulgarischen Abschlusszeugnisses nach der 12. Klasse endet. 

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Kontinuität und das Gefühl der Zugehörigkeit sind besonders wichtig, wenn man bulgarische Kinder im Ausland ihren Wurzeln nahehalten möchte. Reisen nach Bulgarien – nicht mit den Eltern, sondern gemeinsam mit Schulfreunden – spielen dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere in einem bestimmten Alter, erläuterte die Schulleiterin: 

Zu Gast beim Bulgarischen Nationalen Fernsehen

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

„Für uns Auslandsschulen ist es wirklich sehr wichtig, dass die Kinder Bulgarien ohne ihre Eltern besuchen. Diese Kinder kommen nur einmal pro Woche in die Sonntagsschule. Gerade in der etwas kritischen Altersgruppe zwischen der 8. und 9. Klasse, wenn sie auch in der griechischen Schule stark belastet sind, bleibt ihnen immer weniger Zeit für die bulgarische Schule. Dank solcher Reisen im Rahmen des nationalen Programms ‚Bulgarien – Bildungsrouten‘ des Bildungsministeriums fühlen sie sich als Teil einer Gemeinschaft. Genau das hält sie bei uns und motiviert sie, den Unterricht weiter zu besuchen. In diesem sensiblen Teenageralter verlieren andere Sonntagsschulen oft einen Teil ihrer Schüler, bei uns ist das nicht der Fall.“

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Die Bulgarische Schule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen gehörte zu den ersten Bildungszentren im Ausland, die sich an der Idee staatlich finanzierter Bildungsreisen nach Bulgarien für Kinder bulgarischer Herkunft beteiligten. 

„Der Anfang war bereits 2020, mitten in der Corona-Zeit“, erinnerte sich die Direktorin. 

„Ehrlich gesagt habe ich mich anfangs mit großer Sorge diesem Projekt genähert, denn mit zehn Kindern nach Bulgarien zu reisen, ist eine große Verantwortung. Doch nachdem das Bildungsministerium uns eingeladen hatte, brauchte ich nicht viel Überzeugung. Seit sechs Jahren nehmen wir nun daran teil und bringen unsere Kinder in die Heimat. Seit 2024 geschieht das im Rahmen des Programms ‚Bildungsrouten‘. Jedes Jahr folgen wir derselben Route, aber mit unterschiedlichen Kindern: Plowdiw, Sopot, Karlowo und Kalofer. Ich wähle diese Strecke, weil Plowdiw ein Ort ist, an dem verschiedene kulturelle Schichten sichtbar werden. Von dort aus lassen sich an einem Tag weitere symbolträchtige Orte der bulgarischen Geschichte, Literatur und Kultur besuchen.“ 

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Auch der Reisezeitraum bleibt unverändert – die Osterferien der griechischen Schulen, damit die Kinder keinen regulären Unterricht versäumen. 

Im Jahr 2025 bestand die Reisegruppe aus 20 Schülern höherer Klassen. Mit Fotos und Videos ließen sie die Hörer an ihren Erlebnissen teilhaben und beteiligten sich an der Initiative von Radio Bulgarien mit dem Titel „Bulgarien-Unterricht“. 

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Die Elftklässlerin Raja Tschukanowa erzählte: 

„Ich werde nie vergessen, mit welcher Vorfreude ich unsere Reise nach Bulgarien erwartet habe. Für mich war es nicht einfach ein Ausflug, sondern ein Abenteuer – eine Reise zu etwas, das zu mir gehört. 

Als wir in Plowdiw ankamen, war ich von der Altstadt beeindruckt. Wir spazierten durch die gepflasterten Gassen, vorbei an den alten Häusern aus der Wiedergeburtszeit, und ich hatte das Gefühl, in eine andere Welt eingetaucht zu sein. 

Kalofer

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Das Antike Theater von Plowdiw ist ein Ort, den man nicht vergessen kann. Zwischen den steinernen Sitzreihen und dem Blick über die Stadt fühlte ich mich als Teil von etwas viel Größerem. Ich blickte auf die Bühne und dachte daran, dass sich hier – genauso wie auf der Athener Akropolis – Antike und Gegenwart begegnen. 

Mir wurde klar, dass Kultur nicht nur Vergangenheit ist. Sie lebt auch heute weiter, wenn Menschen schaffen, singen, schreiben und daran glauben, dass Kunst Völker verbindet. In diesem Moment spürte ich, wie nah sich die bulgarische und die griechische Kultur sind. Beide bewahren ihre Geschichte und blicken zugleich in die Zukunft. 

Diese Tage in Bulgarien haben mich gelehrt, meine Heimat anders zu sehen – nicht nur als das Land meiner Eltern, sondern als einen Teil von mir selbst. Jede Reise gibt mir mehr Selbstvertrauen darüber, wer ich bin und woher ich komme.“ 

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Die Schulleiterin Mimi Nitschewa ergänzte: 

„Am meisten beeindruckt die Kinder das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Historische Sehenswürdigkeiten, die Natur und Kulturdenkmäler hinterlassen bleibende Eindrücke. Am wertvollsten ist aber, dass sie ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln. Viele sagen, dass sie Bulgarien zum ersten Mal als etwas so Nahes erlebt haben.“ 

Karlowo

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Auch Wladi, ebenfalls Schüler der 11. Klasse der bulgarischen Sonntagsschule, berichtete: 

„Die Reise nach Bulgarien war für mich eine echte Heimkehr. In Karlowo, als wir das Haus von Wassil Lewski besuchten, stand ich lange vor seinem Porträt und versuchte mir vorzustellen, was für ein Mensch er gewesen sein muss. Danach besuchten wir in Sopot das Haus von Iwan Wasow und sahen seine Bücher, die alten Möbel und Fotografien. 

Die Spaziergänge auf den Hügeln von Plowdiw und der Blick über die Stadt bestätigten erneut meinen Eindruck, dass Bulgarien das schönste Land der Welt ist.“ 

Sopot

FOTO Bulgarische Sontagsschule „Hll. Kyrill und Method“ in Athen

Schulleiterin Mimi Nitschewa

FOTO buditeli-athens.com

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov